Feriengäste in der Falle

Brückensperre und Spontankontrolle: Österreich überrascht Ski-Urlauber gleich mit zwei Staufallen

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Unter der alten Luegbrücke wurden provisorische Stahlstützen eingebaut und neue Fundamente in den Fels gegossen.
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Ab dem ersten Tag des neuen Jahres ist eine wesentliche Brücke der Brennerautobahn nur noch halbseitig befahrbar – eine Staufalle für das Ende der Winterferien.

Innsbruck/Salzburg – Winterurlauber müssen sich bei Rückreise aus Südtirol und dem Rest Italiens zum Ende der Freien mit einer Staufalle an der Brennerautobahn gefasst machen. Dort ist in Tirol die 1,8 Kilometer lange Luegbrücke baufällig geworden. Die alte Brücke aus den 60er Jahren ist marode und soll neu gebaut werden und ist auf Jahre nur noch halbseitig befahrbar. Immerhin gibt es jetzt Baurecht.

Nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen und heftiger Kontroversen hat der österreichische Autobahnbetreiber Asfinag Baurecht für die Erneuerung der Luegbrücke an der Brennerautobahn bekommen. Der Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele erklärte der Tiroler Tageszeitung, dass die Bagger in Gries am Brenner im März auffahren werden.

Österreich sorgt mit maroder Brücke am Brenner für Behinderungen

Die Asfinag verfüge seit wenigen Tagen über alle rechtskräftigen Genehmigungsbescheide, um das 390 Millionen Euro teure Projekt umzusetzen. Bislang wurde als Datum des Baubeginns nur vage das Frühjahr 2025 als Zeitpunkt des Baustarts genannt. Allerdings lagen noch mehrere Beschwerden des Grieser Bürgermeisters Karl Mühlsteiger vor, der statt einer Brücke einen Tunnel fordert, um seine Gemeinde von Lärm und Abgasen zu erlösen.

Kurz vor Weihnachten hat dem Bericht zufolge das Tiroler Landesverwaltungsgericht als Letztes die Beschwerde gegen den wasserrechtlichen Bescheid als unbegründet abgewiesen. „Damit haben wir nun alle Bescheide formal rechtskräftig vorliegen“, sagt Siegele. Gegen den bekämpften Enteignungsbescheid habe die Gemeinde zwar eine außerordentliche Revision beim Verwaltungsgerichtshof in Wien eingebracht, rechtskräftig sei selbiger aber nunmehr ebenso, sagt Asfinag-Projektleiter Günter Fritz der Zeitung.

Österreichische Polizeikontrolle bei Salzburg als verkappte Blockabfertigung?

Ab 1. Januar ist die Brennerbrücke an mehr als der Hälfte des Jahrs nur einspurig je Richtung befahrbar. Nur in Zeiten hohen Verkehrsaufkommens sollen für die über 14 Millionen Fahrzeugen, die jährlich die Transitstrecke benutzen, zwei Spuren verfügbar sein. Der Schwerlastverkehr muss dann die innere Spur benutzen. Diese Verkehrsführung wurde im Sommer 2024 getestet. Die Verengung der Fahrspuren wird bis voraussichtlich Ende 2027 andauern. Bis dahin soll das erste neue Tragwerk der Luegbrücke neu errichtet sein. Staus sind somit für drei Jahre vorprogrammiert. Die erste Geduldsprobe dürfte die Rückreisewelle an Dreikönig sein. „Wir sind vorbereitet, aber Stau-Erscheinungen an den ersten Wochenenden werden realistisch sein“, so Siegele zu tt.com.

Am Grenzübergang Walserberg sorgte Österreichs Polizei für eine überraschende Staufalle.

Bei der Anreise in die Skigebiete wurden Urlauber schon am Samstag am Grenzübergang an der A8 bei Walserberg von einer Polizeikontrolle überrascht. Laut pnp.de brauchten Skiurlauber vom Walserberg bis in die Salzburger Skigebiete vier Stunden. Grund war demnach neben der die Tunnelbaustelle auf der Tauernautobahn die Polizeikontrolle mitten auf der Autobahn. Manche Autofahrer mutmaßten, dass mit der Kontrolle eine Art künstliche Blockabfertigung durch die Hintertür erzeugt wurde, um Staus auf der Tauernautobahn zu verringern. Salzburgs Polizeisprecher Hans Wolfgruber dementierte das gegenüber pnp.de vehement. Es seien übliche Kontrollen gewesen, die auch auf anderen Hauptverkehrsrouten immer wieder stattfinden würden.

Kürzlich hatte die Asfinag einen Staukalender für die Luegbrücke veröffentlicht. Außerdem sind 14 zusätzliche Lkw-Fahrverbotstage für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen vorgesehen. Zusätzlich zu den vom Land Tirol bereits geplanten Lkw-Sperren ergeben sich in Fahrtrichtung Süden 36 Tage, in Fahrtrichtung Norden 21 Tage. Problematisch ist, dass die Ausweichroute über den Reschenpass ebenfalls wegen Bauarbeiten über Monate weg immer wieder gesperrt ist.

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