VonFabian Raddatzschließen
Nach Monaten der Ankündigungen sollen nun die neuen angepasste Omikron-Impfstoff kommen. Doch was sind das für Vakzine – und vor allem: Was können sie?
Berlin – Biontech will seinen an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoff innerhalb weniger Tage nach der in Kürze erwarteten Zulassung durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA ausliefern. Der passende Omikron-Impfstoff von Biontech ist kurz vor der Zulassung der Europäischen Union. „Wir können sehr zeitnah ausliefern, hoffentlich ab Anfang September“, sagte Unternehmenschef Ugur Sahin dem Spiegel.
Doch was ist das für ein Impfstoff – und vor allem: Was kann er? Gibt es Alternativen? Biontech/Pfizer hat im Juli einen Zulassungsantrag für einen „bivalenten“ Impfstoff gestellt. Ein bivalenter Impfstoff kann gleichzeitig gegen die Ursprungsvariante des Coronavirus und gegen die Variante BA.1 wirken.
Omikron-Impfstoff von Biontech: So soll er wirken
Alle bislang zugelassenen Vakzine sind monovalent und damit nur gegen einen Virenstamm wirksam: die ursprüngliche Corona-Variante. Die nun kurz vor der Zulassung stehenden, angepassten Impfstoffe sollen sowohl gegen die Ursprungsvariante als auch gegen neue Varianten wie die Omikron-Variante und ihre Untervarianten BA.4/BA.5 wirksam sein.
Zudem ist ein Zulassungsantrag für einen weiten Omikron-Impfstoff von Biontech geplant, der speziell gegen die neuen Omikron-Varianten BA.4 und Omikron BA.5 wirken soll.
Wie t-online berichtet, sollen es drei angepasste Impfstoffe sein, an denen das Unternehmen arbeitet.
- einem monovalenten Vakzin gegen Omikron BA.1
- einem bivalenten Impfstoff gegen den Wuhan-Stamm und gegen die Omikron BA.1-Variante
- einem Impfstoff, der gegen die Omikron-Subtypen BA.4/BA.5 wirkt
Ein an die Omikron-Variante angepasster und bivalenter Impfstoff von Moderna wird bereits in Großbritannien verimpft. Das Land hat als Erstes einen Impfstoff als Booster für Erwachsene zugelassen. Es richtet sich sowohl gegen das Ursprungsvirus als auch gegen die Omikron-Variante BA.1.
Das können die Omikron-Impfstoffe von Moderna
Laut t-online arbeitet Moderna an zwei Impfstoffen, die bereits an Menschen getestet wurden:
- ein monovalenter Impfstoff, der gegen die Omikron-Untervariante BA.1 wirken soll
ein bivalenter Impfstoff, angepasst gegen den Wuhan-Stamm und gegen die Omikron BA.1-Variante
Auch will Moderna ein Corona-Vakzin gegen die Wuhan-Variante sowie die Omikron-Varianten BA.4/BA.5 auf den Markt bringen. Bislang wurde der Stoff aber noch nicht an Menschen getestet.
Dominierte in Deutschland zunächst die Omikron-Variante BA.2 sind nun laut Robert Koch-Institut 95 Prozent der Neuinfektionen auf die Omikron-Subvariante BA.5 des Coronavirus zurückzuführen. Experten hoffen, dass ein angepasster BA.1-Impfstoff mehr gegen die aktuellen Corona-Varianten ausrichten kann als die bisherigen.
Zudem setzt man auch auf die angepassten Impfstoffe, die gegen BA.4 und BA.5 wirken sollen. Klinischen Studien liegen bislang noch nicht vor. Pfizer hat vor, im August damit zu starten, berichtet t-online. Demnach würden „präklinische Daten zum angepassten BA.4/BA.5-Impfstoff eine „starke neutralisierende Antikörper-Antwort“ sowohl gegen die Omikron-Varianten BA.1, BA.2, BA.4 und BA.5 als auch gegen das ursprüngliche Virus zeigen.“
Alternative zum Biontech-Omikron-Impfstoff: Nasenspray
In einem Interview mit dem Spiegel sagte Biontech-Gründer Uğur Şahin, dass er angepasste Impfstoffe weiterhin „für sehr sinnvoll“ halte. Als Booster würde ein angepasstes Vakzin deutlich mehr Antikörper gegen Omikron produzieren. Doch würden die neuen Impfstoffe vor der Infektion mit und der Übertragung von SARS-CoV-2 vermutlich nicht besser schützen als die „alten“ Impfstoffe.
Alternativ könnten Nasenspray-Impfstoffe helfen, sie könnten auf der Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum wirken und so eine Ansteckung mit dem Virus verhindern. Um das Immunsystem auf die kommenden Mutationen von Omikron BA.5 und seinen Symptomen vorzubereiten, sei der Omikron-Booster gut geeignet.
