„Autowahnsinn“ in Österreich

„Flegelhaft und rücksichtslos“: Abfahrverbot in Österreich – Tiroler wütet über deutsche Urlauber

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Eine neue Verkehrsmaßnahme in Tirol sorgt für Unmut unter Urlaubern. Einheimische sind jedoch ganz anderer Meinung.

Innsbruck – Stau, Lärm und weniger Lebensqualität: Auf dem Weg in den Urlaub verstopfen Urlauber nicht selten kleine Ortschaften in Österreich. Ganz zum Ärger der dortigen Anwohner. Deshalb greift das Bundesland Tirol nun hart durch und hat Anfang Mai ein Abfahrverbot eingeführt.

Neue Regel für Durchreisende in Tirol: Urlauber dürfen keine Schleichwege nutzen

Das bedeutet: Durchreisende dürfen seit dem 9. Mai am Wochenenden nicht mehr auf Schleichwege durch Ortschaften ausweichen, um etwa Staus auf Bundesstraßen und Autobahnen zu umfahren. Wer also kein konkretes Ziel in den Bezirken Innsbruck/Innsbruck Land, Kufstein, Imst und Reutte hat, darf nicht abfahren. Die Regelung gilt für alle Kraftfahrzeuge. Ausgenommen sind Urlauber, die in der jeweiligen Region eine Reservierung haben.

Auf dem Weg von Österreich nach Italien kommt es immer wieder zu Stau. Den dürfen Durchreisende in Tirol aber nicht mehr über Schleichwege umfahren.

Wann das Fahrverbot der Tiroler Landesregierung gilt:

  • gültig vom 9. Mai bis zum 13. Oktober 2024
  • an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 7 bis 19 Uhr

Damit wehrt sich Tirol gegen den Ansturm von Durchreisenden. „Das Problem des Ausweichverkehrs angesichts der steigenden Verkehrsdichte in Kombination mit Straßensperren und ausgeklügelten Navigationsgeräten, die extrem schnell reagieren und Stauumfahrungen vorschlagen, bringt das Land Tirol nun dazu, diese Maßnahmen zu setzen“, heißt es auf der Webseite des Landes Tirol. Die neue Regelung soll die Sicherheit auf den heimischen Straßen gewährleisten und zu weniger Verkehrschaos führen.

„Flegelhaftes, rücksichtsloses Verhalten“: Tiroler klagt über Urlauber aus Deutschland

Während Gardasee-Urlauber darauf teils verständnislos reagierten, kommt die Regelung den verkehrsgeplagten Anwohnern zugute. Ein Mann aus Tirol schimpfte dabei in einer Nachricht an unsere Redaktion vor allem über Urlauber aus Deutschland, die die einheimische Bevölkerung mit ihrem „Autowahnsinn“ stören würden. „Dieses flegelhafte, rücksichtslose Verhalten wird beinahe ausschließlich von deutschen Urlaubern in höchst arroganter Weise ‚gepflegt‘“, schilderte der Mann aus dem Brixental.

Für ihn ist die neue Regelung unabdingbar. Das Fahrverbot sei „letztlich für die Bevölkerung schützende Behörde eine Ultima Ratio“. Und weiter: „Wenn aber die Durchreisenden sich rücksichtsvoll und verständnisvoll gegenüber den dort lebenden Menschen verhalten und auch deren Lebensraum akzeptieren würden, dann würde es derartige Maßnahmen mit Sicherheit nicht brauchen.“

Wanderwege in Deutschland: Zehn Routen voller wunderschöner Ausblicke

Loreley Felsen am Rheinsteig
Von Bonn über Koblenz bis nach Wiesbaden verläuft der 320 Kilometer lange Rheinsteig – einer der beliebtesten und schönsten Wanderwege Deutschlands. Wanderer erleben unterwegs die vielfältige Kulturlandschaft des Mittelrheintals und des Rheingaus, darunter Spuren der Römer, aber auch mittelalterliche Schlösser und Burgen. Der Weg führt auf überwiegend schmalen und anspruchsvollen Steigen durch Wälder, Weinberge oder Täler. © Alice Dias Didszoleit/Imago
Sonnenuntergang über die Schwäbische Alb
In Baden-Württemberg erwartet Wanderfans der Albsteig. Er führt entlang der nördlichen Steilstufe der Schwäbischen Alb von Tuttlingen bis nach Donauwörth und ist von unzähligen Aussichtspunkten mit einzigartigen Ausblicken auf die umliegende Natur gesäumt. Zudem befinden sich zahlreiche Burgen und Schlösser ganz in der Nähe des Weges, zu denen sich ein Abstecher lohnt. © Franziskus von Lucke/Imago
Ausblick vom Rennsteig auf die Wartburg
Der Rennsteig ist einer der ältesten und bekanntesten Höhenwanderwege Deutschlands. Er schlängelt sich über 169,3 Kilometer über den Kamm des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges sowie in Teilen durch den nördlichen Frankenwald. Unterwegs gibt es blühende Bergwiesen, aber auch tolle Misch- und Nadelwälder zu sehen, die Sie wunderbar vom Alltag abschalten lassen. © Andreas Vitting/Imago
Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide.
Wer in Norddeutschland wandern möchte, darf sich den Heidschnuckenweg nicht entgehen lassen. Auf 223 Kilometern führt er durch mehr als 30 große und kleine Heideflächen. Die Strecke lässt sich in 13 Hauptetappen teilen, die einzeln auch als Tagesausflüge geeignet sind. © Irina Heß/Imago
Lotenbachklamm im Schwarzwald
Geübte Wanderer werden am Schluchtensteig im Schwarzwald ihren Spaß haben: Die Strecke führt an Schluchten, Tunneln und Wasserfällen vorbei – Outdoorfans sollten also trittsicher und schwindelfrei sein. Die Anstrengung wird dafür mit wunderschönen naturnahen Felspfaden und Wurzelwegen sowie spektakulären Tiefblicken entlang von Felsklammen belohnt.  © Susanne Fritzsche/Imago
Aussichtspunkt Mönchskanzel am Oberlausitzer Bergweg in Sachsen.
In Sachsen führt Sie der Oberlausitzer Bergweg über 107 Kilometer durch die Berge der Oberlausitz und des Zittauer Gebirges. Zu den Höhepunkten auf der Route zählen die Umgebindehäuser in den Dörfern, die Burg- und Klosterruine auf dem Oybin oder die Zittauer Schmalspurbahn. Unterwegs haben Sie eine wunderbare Aussicht auf die benachbarte böhmische Bergwelt. © Volker Preusser/Imago
Der wilde Fluss Bode im Nationalpark Harz.
Durch grüne Misch- und Nadelwälder sowie Hochmoore, Schluchten und Klippen führt der Harzer-Hexen-Stieg in Niedersachsen. Die Gesamtlänge des Wanderweges beläuft sich auf 94 Kilometer und führt über den sagenumwobenen Brocken.  © Heiko Küverling/Imago
Schalkenmehrener Maar in der Vulkaneifel.
Auf ihre Kosten kommen Wanderer auch auf dem Eifelsteig: Die Strecke verläuft zunächst durch das größte noch intakte Hochmoor, das hohe Venn, und führt dann durch den Nationalpark Eifel, der durch seine vulkanische Vergangenheit geprägt ist. Start- und Endpunkt des 313 Kilometer langen Fernwanderwegs sind die Städte Aachen und Trier.  © Jochen Tack/Imago
Beschilderung des Goldsteig Wanderweges am Oberfrauenwald.
Der längste zertifizierte Qualitätswanderweg in Deutschland führt mit einer beeindruckenden Länge von 660 Kilometern von Marktredwitz bis Passau – der Goldsteig. Anfänger sind auf den 286 Kilometern der Südroute gut aufgehoben, doch wer es etwas anspruchsvoller mag, kann sich auf die Nordroute – über Hohenbogen, Großer Arber oder Falkenstein – wagen.  © Dominik Kindermann/Imago
Willibaldsburg in Eichstätt
Der Altmühltal-Panoramaweg führt auf 200 Kilometern durch den Nationalpark Altmühltal. Blühende Wacholderheiden, dichte Buchenwälder und schroffe Felsen zeichnen die Landschaft auf der Strecke von Gunzenhausen nach Kelheim aus. Außerdem gibt es unterwegs zahlreiche Zeugnisse aus römischer und keltischer Zeit, darunter Überreste des Limes, zu sehen. © Panthermedia/Imago

Dass viele Menschen nicht nur durch Tirol durchfahren, sondern dort auch Urlaub machen, zeigen die aktuellen Zahlen aus dem Tourismusjahr 2022/23. Laut Tirol Tourismus Research gingen die meisten Übernachtungen in Tirol auf Urlauber aus Deutschland zurück. Eine Umfrage des britischen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov in 26 Ländern zeigte allerdings, dass die Deutschen neben Briten und Russen zu den unbeliebtesten Urlaubern im Ausland zählen.

Fahrverbot für Durchreisende in Tirol: Bei Verstoß droht ein Bußgeld

Die Tiroler Polizei will das Einhalten des Abfahrverbots jedenfalls streng kontrollieren. Zudem sollen die Fahrverbote in das Verkehrsinformationssystem des Innenministeriums eingespielt werden, damit Navigationsgeräte gar nicht erst Alternativrouten vorschlagen. Wer sich trotzdem nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Das Abfahrverbot ist nicht die einzige Maßnahme, die Tirol dem Massentourismus entgegenstellt. Mit einem neuen Gesetz soll das Land vor ausländischen Investoren geschützt und zugleich Einheimische gestärkt werden. (kas)

Rubriklistenbild: © Joeran Steinsiek/imago

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