Stärkung der Bauern per Gesetz

Wut auf kaufwütige Deutsche: Tirol wehrt sich gegen „Ausverkauf“

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Tirol hat genug von Investoren und will Landwirtschaft und Einheimische stärken. Ein neues Gesetz soll helfen, doch die Gemeinden sehen sich benachteiligt.

Tirol – Die Tiroler Regierung will das sogenannte „Grundverkehrsgesetz“ anpassen, in dem der Kauf und Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen und Immobilien geregelt wird. Durch die Gesetzesänderungen werden vor allem die Rechte und Möglichkeiten der Einheimischen und Landwirte gestärkt, auch um ihnen eine bessere Grundlage für ihre Betriebe zu bieten. Ein zentrales Element der Änderung ist das Mitsprachrecht der Gemeinden beim Erwerb von Grundstücken durch EU-Ausländer.

„Ausverkauf Tirols“: Österreich schiebt Käufern aus Deutschland den Riegel vor – Bauern sollen gestärkt werden

Immer mehr Urlaubsorte sehen sich derzeit mit Massentourismus konfrontiert und wehren sich. In Amsterdam wurde beispielsweise gerade beschlossen, dass keine neuen Hotels mehr gebaut werden dürfen. In Venedig müssen Touristen eine Eintrittsgebühr zahlen. Auf den Kanaren protestierten Einheimische gegen einen „Ausverkauf“, jetzt geht es darum auch in Tirol.

Mit der Änderung im Mai soll nun auch die betreffende österreichische Gemeinde mit in eine Entscheidungsfindung bei Immobilienerwerb von Nicht-EU-Bürgern einbezogen werden. Sie erhalten ein Anhörungs- und Beschwerderecht. Die Landwirtschaftskammer unterstützt die neuen Maßnahmen und drängt gleichzeitig auf die Schaffung einer unabhängigen Kontrollinstanz im Land, um einen möglichen „Ausverkauf Tirols“ zu verhindern. 2012 war diese Funktion, der „Landesverkehrsreferent“, abgeschafft worden. Er könnte die Behördenentscheidungen überprüfen.

In Tirol sollen die Rechte der Bauern für Grundstück- und Immobilienkäufe und -verkäufe gestärkt werden. (Symbolbild)

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, ist ein Grund für die Forderung nach strengeren Richtlinien auch der Druck vonseiten süddeutscher und oberitalienischer Investoren. Der Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger sagte der Zeitung: „Es vergeht keine Woche, in der es nicht Anfragen nach zum Verkauf stehenden Bauernhöfen gibt“. Das gelte es zu verhindern, so der ÖVP-Nationalrat: „Schließlich geht es im landeskulturellen Interesse um den Erhalt einer flächendeckenden Landwirtschaft.“

Ausländer wollen reihenweise Bauernhöfe in Österreich kaufen

Der Trend, sich eine Immobilie im Ausland zu kaufen, nimmt zu, wie auch Zahlen zeigen. 2020 haben 44 Käufer aus dem EU- bzw. EWR-Raum bäuerliche Immobilien erworben. 2019 waren es 43, so das österreichische Blatt. Aber auch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung generell nehme ab – 2023 seien mehr als 100 Bauernhöfe aufgegeben worden. Geschieht das, können priorisiert zunächst auch anderen Bauern Angebote unterbreiten, um den Hof zu übernehmen.

Zehn legendäre Alpengipfel, die jeder Wanderfan kennen sollte

Drei Kletterer blicken auf den Mont Blanc in den französischen Alpen.
Kein Berg eignet sich besser für den Anfang dieser Liste als der Mont Blanc, mit 4.810 Metern der höchste Berg der Alpen. Auf dem vorgelagerten Aiguille du Midi befindet sich auf 3.843 Metern eine Seilbahnstation, von der Besucher einen beeindruckenden Blick auf den laut manchen Definitionen höchsten Berg Europas haben. Bis heute sind sich Frankreich und Italien uneinig, wo die Landesgrenze über dem Gipfel verläuft. So beansprucht auch Italien einen Anteil des „Monte Bianco“-Gipfels für sich. © Luis Teschner
Das Matterhorn in der Schweiz im Winter.
Keine 100 Kilometer Luftlinie sind es vom Mont Blanc bis zum nächsten Berg, dem 4.478 Meter hohen Matterhorn in der Schweiz. Der felsige Pyramidengipfel gilt als ein Wahrzeichen der Schweiz und ist weltweit bekannt. Der achthöchste Berg der Alpen wurde 1865 zum ersten Mal bestiegen, jedoch verunglückten vier der sieben Bergsteiger auf dem Weg nach unten tödlich. Jedes Jahr versuchen 2.500 bis 3.000 Menschen, den Gipfel zu bezwingen. Durchschnittlich acht bis zehn davon verunglücken tödlich.  © Eibner/Imago
Ein Panoramablick über den Drachensee und die dahinterliegende Zugspitze.
Deutlich mehr Menschen erreichen den Gipfel der Zugspitze, des höchsten deutschen Berges auf 2.962 Metern. Das liegt vor allem an der Luftseilbahn, die ungefähr 500.000 Besucher jedes Jahr bis auf den Gipfel bringt. Alpin erfahrene Wanderer mit sehr guter Kondition können die Zugspitze auch ohne Seilbahn an einem Tag über verschiedene Routen besteigen. Hier im Bild: Der zum Zugspitzmassiv gehörende Schneefernerkopf. © Jöran Steinsiek/Imago
Wallfahrtskirche Maria Gern bei Berchtesgaden mit dem Watzmann im Hintergrund.
Der zweite deutsche Berg auf dieser Liste ist der Watzmann, mit 2.713 Metern einer der drei höchsten Hauptgipfel Deutschlands. Seine Überschreitung ist unter kraxelfreudigen Wanderern beliebt und an schönen Tagen gut besucht. Der kleinere Gipfel links wird auch als die „Frau“ des Watzmanns bezeichnet. Die fünf eigenständigen Gipfel dazwischen werden gerne als ihre „Kinder“ bezeichnet.  © Reinhold Ratzer/Imago
Alpenmurmeltier ruft vor dem schneebedeckten Großglockner.
Vom Watzmann ist es nicht besonders weit zu Österreichs höchstem Berg, dem Großglockner auf 3.798 Metern. Besonders gut kann man ihn von der Großglockner-Hochalpenstraße sehen, Österreichs höchster befestigter Passstraße.  © Sven-Erik Arndt/imago
Vollmond über dem Gipfel der Ötztaler Wildspitze in Österreich.
Der zweite Berg Österreichs auf dieser Liste ist auch der zweithöchste Berg des Landes: die Ötztaler Wildspitze auf 3.768 Metern. Mit nur 30 Metern weniger als der Großglockner ist sie für die Ostalpen ebenfalls sehr hoch und ein beliebtes Ziel von Bergsteigern. Besonders ist obendrein ihre Prominenz. Über 2.200 Meter muss man absteigen, um den nächsten höheren Berg zu erreichen. Nur drei andere Berge in den Alpen sind prominenter (der Mont Blanc, der Großglockner und das Finsteraarhorn).  © Robert Seitz/Imago
Raschötzhütte auf der Raschötzalm vor der Sellagruppe, Marmolata und Langkofelgruppe.
Wer über den Reschenpass Richtung Süden an der Wildspitze vorbeifährt, landet in Südtirol und damit in Italien. Ein besonders legendärer, italienischer Alpenberg ist die Marmolata, mit 3.343 Metern der höchste Berg der Dolomiten. Sie wird auch als „Königin der Dolomiten“ bezeichnet.  © Günther Gräfenhain/Imago
Ein männlicher Wanderer blickt auf die Drei Zinnen von einem Höhleneingang aus.
Der zweite Dolomiten-Berg dieser Liste ist mit 2.999 Metern zwar kleiner als die Marmolata, aber fraglos ein legendärer Berg der Alpen. Die Drei Zinnen an der Grenze zu Südtirol sind ein weltbekanntes Fotomotiv und eins der begehrtesten Gipfelziele der Alpen. Besonders beeindruckend sind ihre steil abfallenden Nordwände. Die größte Nordwand ist die der mittleren Zinne, die über 500 Meter senkrecht oder überhängend abfällt. © Kontrastlicht/Imago
Ein Wanderer mit der Eiger Nordwand im Hintergrund.
Wer über Nordwände spricht, muss auch über die Eiger Nordwand sprechen, die höchste und mit Abstand bekannteste Nordwand der Alpen. Über 1.800 Meter ragt sie südwestlich über Grindelwald auf. Besonders ihre zahlreichen und teils höchst dramatischen Besteigungsversuche haben den 3.967 Meter hohen Eiger legendär gemacht.  © Jürgen Schwenkenbecher/Imago
Der Gipfel des Monte Rosa im Sonnenuntergang.
Der letzte Berg dieser Liste ist der zweithöchste Berg der Alpen, der Monta Rosa mit 4.634 Metern Höhe. Über seinen Gipfel verläuft die Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Deswegen hat der Monte Rosa in der Schweiz einen anderen Namen und wird Dufourspitze genannt. Mit 2.400 Metern Höhe ist die Ostwand des Massivs sogar noch höher als die Eiger Nordwand und die höchste Felswand der gesamten Alpen.  © Wirestock/Imago

Gemeinden sehen sich benachteiligt

Während die Bauern von den neuen Regularien profitieren, begeistern diese aber noch lange nicht alle. Die Gemeinden sehen sich in diesem Prozess nämlich ausgeschlossen. Gemeindepräsident Karl-Josef Schubert: „Die Gemeinden benötigen land- und forstwirtschaftliche Flächen oft als Tauschflächen, für im öffentlichen Interesse liegende Infrastruktur- und Siedlungsprojekte, zur Vermeidung von Nutzungskonflikten oder aus anderen raumordnungsfachlichen Notwendigkeiten.“ (jh)

Rubriklistenbild: © serienlicht/IMAGO

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