Die Bevölkerung der Hauptstadt von Tansania besteht aus knapp 2,25 Millionen Einwohnern. Dodoma ist Zentrum von Geschichte, Kultur und Politik Tansanias.
Dodoma – Die Hauptstadt von Tansania liegt im Zentrum des ostafrikanischen Staates und ist erst seit den 70er Jahren zur Hauptstadt erhoben worden. Die Bevölkerung besteht aus etwa 2,25 Millionen Einwohnern.
Dodoma: Geographie und wichtige Daten
Obwohl Dodoma seit kurzem zur Hauptstadt von Tansania ernannt wurde, hat die Stadt keineswegs die größte Bevölkerung aller Städte in Tansania vorzuweisen. Die Küstenmetropole und ehemalige Hauptstadt Dar es Salam hat fast dreimal mehr Einwohner als Dodoma. Einige der wichtigen Institutionen der Politik haben ihren Sitz nach wie vor in Dar es Salam, während beispielsweise die Nationalversammlung bereits nach Dodoma umgezogen ist. Man erwählte die zentral gelegene Stadt in der jüngeren Geschichte als neue Hauptstadt, um die Mitte des Landes wirtschaftlich zu stärken und einen zentralen Anlaufpunkt für die Bevölkerung zu schaffen. Die Fläche der Stadt wurde mit 2500km² riesig angelegt, da man davon ausging, dass deutlich mehr der 65 Millionen Einwohner Tansanias nach Dodoma ziehen würden.
Tansania liegt am Indischen Ozean in Ostafrika und hat neben einer langen Küstenlinie, inklusive einiger vorgelagerter Inseln, viele geteilte Grenzen mit anderen Ländern. Im Norden liegen Kenia und Uganda, im Westen Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo, im Süden liegt Mosambik. Im Osten vor der Küste befindet sich die bekannte Touristeninsel Sansibar.
Das Klima der Hauptstadt ist einem Steppenklima ähnlich, mit einer Durchschnittstemperatur von etwa 22 Grad Celsius und lediglich rund 40 Regentagen im Jahr.
Dodoma: Frühe Geschichte Tansanias und Stadtgründung
Auf dem Boden des prähistorischen Tansania lebten vielleicht die frühesten Vorfahren des heutigen Menschen. Durch die Funde in der Olduvai Schlucht vermuten Wissenschaftler, dass Ostafrika die Wiege der Menschheit gewesen sein könnte und die restliche Welt nach der Out-Of-Afrika Theorie von hier aus besiedelt worden sein könnte. Die Funde beinhalteten vor allem steinerne Werkzeuge. In der späten Steinzeit vor etwa 10.000 Jahren vermutet man das Vorhandensein von gut organisierten Jäger und Sammler Gemeinschaften, die vermutlich die Schnalzsprache Khoisan sprachen, die verschiedene Klicklaute beinhaltet. Im Zuge der Bantu Expansion aus Westafrika wanderten verschiedene Bantu sprechende Völker im heutigen Tansania ein und kultivierten in regenreichen Regionen den Ackerbau. Die nomadischen Niloten kamen später ebenfalls nach Ostafrika, um dort mit ihren Viehherden zu leben.
Schon früh in der Geschichte besuchten Händler die Ostküste Tansanias über den Seeweg. Durch schriftliche Überlieferungen aus dem Römischen Reich lässt sich vermuten, dass erste Kontakte für den Handel durch Griechen und Inder bereits vor dem Beginn der christlichen Zeitrechnung stattfanden. Erste Niederlassungen und Siedlungen begründeten persische und arabische Händler im 8. Jahrhundert nach Christus. Aus der kulturellen Vermischung der arabischen Siedler und der Bevölkerung kam es zur Entstehung der Kultur der Suaheli. In dieser Zeit entstanden fortschrittliche Städte und Siedlungen. Unter anderem auch auf der Insel Sansibar. Der berühmte portugiesische Seefahrer Vasco da Gama entdeckte als erster Europäer Ende des 15. Jahrhunderts die afrikanische Ostküste. Die zaghafte Politik der Kolonialisierung durch den portugiesischen König war allerdings nicht von Erfolg gekrönt und so vertrieben die Araber die schlecht vorbereiteten Portugiesen Ende des 17. Jahrhunderts von den Stellungen entlang der Küste und in Sansibar.
Vor allem Sansibar war von hieran fest in arabischer Hand, während das Inland weitgehend unentdeckt blieb. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts strebten die Deutschen unter Otto von Bismarck die Kolonialisierung des Festlands an. Ab 1885 entstand ein Protektorat unter Kontrolle der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft. Im Jahr 1891 übernahm die deutsche Regierung offiziell die Verwaltung von Tansania unter dem Namen Deutsch-Ostafrika. Im Rahmen der infrastrukturellen Erweiterung, die hauptsächlich zum Zweck des Sklavenhandels geschah, gründeten die deutschen Kolonialisten im Jahr 1907 die spätere Hauptstadt Dodoma als wichtigen Knotenpunkt für die Eisenbahn im Zentrum Tansanias.
Dodoma: Kolonialzeit & Unabhängigkeit
Die deutsche Kolonialzeit fand noch während der Geschichte des Ersten Weltkrieges ein Ende, den man letztendlich verlieren sollte. Im Jahr 1917 drängten britische Truppen die deutsche Schutztruppe nach Mosambik zurück. Tansania wurde daraufhin zunächst von den Briten und den Belgiern als Alliierte gemeinsam besetzt. Die ehemaligen deutschen Kolonialgebiete wurden nach Kriegsende unter den Siegermächten aufgeteilt, wobei Belgien Ruanda und Burundi erhielt und Portugal das Kionga-Dreieck. Das restliche Gebiet wurde Großbritannien zugeschlagen. Der Auftrag an alle Länder war die Rückführung der Gebiete in die Unabhängigkeit, was allerdings mehrere Jahrzehnte dauern sollte.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkten sich die innerstaatlichen Unabhängigkeitsbewegungen in der Bevölkerung. Unter dem späteren Präsidenten Julius Nyerere bildete sich im Jahr 1954 die Partei Tanganjika African National Union, die das Land schließlich in die Unabhängigkeit führen sollte. Nyerere hatte mit seiner Politik im Jahr 1961 Erfolg und wurde schließlich der erste Präsident Tansanias. Sansibar war zunächst von den Briten unter Omanische Herrschaft gestellt worden. Nach einem deutlich schwierigeren, von Gewalt geprägtem Weg, konnte im Jahr 1964 schließlich die Vereinigung von Sansibar und Tansania als unabhängiger Staat verkündet werden.
Dodoma: Politik
Die wichtigsten Institutionen der Politik, wie das Parlament, der Präsident und die Büros der Minister sind bereits nach Dodoma umgezogen. Einzelne politische Einrichtungen sind bis heute in der Metropole an der Küste Dar es Salam verblieben. Die Politik der Hauptstadt wird exekutiv von einem Oberbürgermeister geleitet.
Tansania ist eine Präsidialrepublik, in der der für 5 Jahre von der Bevölkerung gewählte Staatspräsident mit weitreichender Macht ausgestattet ist. Der Präsident ernennt auch den Premierminister und sein Kabinett von Ministern der verschiedenen Bereiche. Die gesetzgebende Funktion kommt dem Parlament, der Nationalversammlung, zu. Das Einkammerparlament wird ebenfalls alle 5 Jahre, zum Großteil von der Bevölkerung, gewählt. Einige Sitze werden in der Geschichte Tansanias traditionell von einzelnen Regionen oder dem Präsidenten selbst vergeben.
In den politischen Indizes ist Tansania weitgehend im Mittelfeld zu finden. Der demokratische Status wird als Hybridregime klassifiziert, in dem sowohl demokratische, als auch autoritäre Anteile enthalten sind. Die Einschränkungen der Pressefreiheit und der Grad der Korruption werden allgemein als eher hoch angesehen.
Dodoma: Wirtschaft
Die Hauptstadt Dodoma hat eine funktionierende Wirtschaft, die sich hauptsächlich mit Weinanbau, Erdnüssen, Sonnenblumen, Kaffee, Tee, Tabak und weiteren landwirtschaftlichen Produkten finanziert. Tansania hat im Gegensatz zu anderen afrikanischen Staaten weniger Probleme bei der Wasserversorgung, da es in fast jedem Landesteil einen großen Fluss, Stausee oder Küstenregion gibt. Auch Dodoma wird durch ein nahes Quellgebiet zuverlässig mit Wasser versorgt.
Tansania gehört seit 2020 nicht mehr zu den ärmsten Ländern der Welt, was einerseits durch die florierende Telekommunikations- und Finanzwirtschaft in wirtschaftlichen Zentrum Dar es Salam begründet wird, andererseits aber auch durch die guten landwirtschaftlichen Bedingungen. Bergbau und der Handel mit Gold sind ein weiteres Standbein des Staates.
Dodoma: Tourismus und Sehenswürdigkeiten
Dodoma ist neben dem Status als Zentrum der Politik für Touristen oft weniger interessant als die Küstenmetropole Dar es Salam. Dazu kommt, dass die Infrastruktur für Flugreisen kaum ausgebaut ist. Sollte man es allerdings nach Dodoma schaffen, gibt es trotz der jungen Geschichte ein paar Attraktionen, die ein Besuch auf jeden Fall beinhalten sollte.
- Bunge: Die Gebäude des Parlaments von Tansania sind im afrikanischen Stil gehalten und geben interessierten Besuchern einen Einblick in die politischen Abläufe des Staates.
- Nyerere Platz: Der zentrale Platz zu Ehren des ersten Präsidenten Julius Nyerere drückt die Bewunderung der Bevölkerung für Nyerere und die Bedeutung der Unabhängigkeit für Tansania aus
- Gaddafi Moschee: Die größte Moschee in Ostafrika verdeutlicht die arabischen Wurzeln Tansanias und bietet Platz für 4500 Gläubige.