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Mittelmeertief Calvin bringt extreme Regenmengen in den Südwesten. Lokal bis 100 Liter binnen weniger Stunden. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Ab Dienstagabend (23. September) verschärft sich die Wetterlage im Südwesten Deutschlands dramatisch. Verantwortlich ist Mittelmeertief „Calvin“, das sehr feuchte Luftmassen nach Deutschland führt. Besonders im Süden von Rheinland-Pfalz, rund um die Deutsche Weinstraße, werden bis Donnerstagmorgen (25. September) enorme Niederschlagsmengen erwartet. Dort könnten in weniger als 36 Stunden bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter fallen – mehr als sonst im gesamten Monat.
Doch auch in angrenzenden Regionen wie dem Norden von Baden-Württemberg, dem Saarland, dem Süden Hessens und dem Norden Bayerns sind mit 50 bis 80 Litern pro Quadratmeter extreme Regenmengen möglich. Diese Mengen sind ausreichend, um Bäche und kleinere Flüsse stark anschwellen zu lassen und gefährliche Hochwassersituationen auszulösen.
Wetter-Warnung für Deutschland: Erhöhte Gefahr für Überschwemmungen und Erdrutsche
Die Auswirkungen könnten gravierend sein: Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und überlastete Kanalisationen sind in den betroffenen Regionen sehr wahrscheinlich. Besonders kritisch wird die Situation dort, wo die Böden bereits gesättigt sind und keinen weiteren Regen aufnehmen können. In diesen Gebieten drohen kleinräumige Überschwemmungen durch oberflächlich abfließendes Wasser.
Zusätzlich steigt die Gefahr von Erdrutschen an Hängen und in Hanglagen, da der Boden durch die Wassermassen destabilisiert werden kann. Auch der Grundwasserspiegel könnte kurzfristig stark ansteigen und weitere Keller und Tiefgaragen überfluten. Bewohnerinnen und Bewohner in den besonders gefährdeten Regionen sollten wachsam bleiben, Wasserläufe im Auge behalten und empfindliche Bereiche rechtzeitig sichern.
Wie lange dauert die Starkregenlage und wie verhält man sich richtig?
Die gefährliche Starkregenlage beginnt am Dienstagabend und hält bis Donnerstagmorgen (25. September) an. Damit besteht über viele Stunden hinweg die Gefahr von ergiebigem Dauerregen, in den sich immer wieder kräftige Schauer einlagern können. Das Risiko von lokalen Unwettern mit Sturzfluten steigt dadurch zusätzlich. Experten empfehlen, Fahrzeuge nicht in Senken oder an Bachläufen abzustellen, Kellerfenster und Lichtschächte zu sichern und wichtige Gegenstände in höher gelegene Stockwerke zu bringen.
Wer unterwegs ist, sollte auf überflutete Straßen verzichten und Umwege in Kauf nehmen. Die Lage bleibt angespannt, bis das Mittelmeertief „Calvin“ am Donnerstag langsam abzieht. Erst dann ist mit einer allmählichen Wetter-Entspannung zu rechnen – doch bis dahin gilt: höchste Aufmerksamkeit und Vorsicht im gesamten Südwesten.
Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com
