VonJohannes Welteschließen
Chaos an den Stränden des Badeortes Riva del Garda im Norden des Gardasees: Am vergangenen Sonntag hat die örtliche Polizei über 100 Badegäste angezeigt.
Riva del Garda – Der Gardasee in Italien ist besonders bei deutschen Touristen sehr beliebt, vor allem in den Ferien wird er zum wahren Teutonengrill. Aber auch die Einheimischen drängen an die Ufer. Die hohe Zahl der Badegäste sorgt schon vor der Hochsaison für Ausnahmezustand an den Stränden des Alpensees.
Italienischer Polizeichef mahnt zu Ruhe am Ufer des Gardasees: „Außerordentliche Kontrollen“ angeordnet
„Die Strände des Gardasees müssen ein Ort sein, an dem jeder, Einwohner und Touristen, die Schönheit der Natur genießen und Momente der Ruhe und Entspannung genießen kann“, sagt der Kommandeur der örtlichen Polizei, Filippo Paoli gegenüber der Trentiner Zeitung L‘Adige - und lässt durchgreifen.
Am vergangenen Sonntag rückte die Stadtpolizei aus, um „außerordentliche Kontrollen“ am Ufer der Stadt am Nordende des Sees durchzuführen, wie es heißt. Die Beamten schlugen am Strand von Sabbioni bis zur Punta Lido und von Porfina bis Porto San Niccolò zu. Anlass waren den Behörden zufolge Beschwerden von Badegästen, die für Unruhe gesorgt hätten.
Ballspielen und Nassspritzen am Gardasee verboten: Strafen bis zu 600 Euro
„Die umstrittenen Aktivitäten betrafen das Ballspiel, das so gespielt wurde, dass es zu Belästigungen der Badegäste sowie zu lauten Geräuschen und Musik kam“, heißt es in der L‘Adige. Die Rede ist von „ungefähr hundert identifizierten Personen“ (sowohl Minderjährige als auch Erwachsene), die mit Strafen zwischen 100 und 600 Euro belegt wurden! Außerdem wurde mehrere Motorräder, die in der Nähe des Strandbereichs geparkt waren, beanstandet.
Im „Seegebiet“ ist laut Stadtpolizei „außerhalb der besonders gekennzeichneten und durch Wegweiser gekennzeichneten Flächen das Spielen von Fußball oder anderen Spielen verboten, bei denen es darum geht, zu rennen, Gegenstände zu werfen oder Dinge oder Personen zu schieben oder zu ziehen.“ Auch das Nassspritzen von Passanten im Spaß ist laut Verordnung zu unterlassen. Ebenso steht „laut schreien oder singen oder das Benutzen von Musikinstrumenten oder lauten Funkgeräte“ auf der Verbotsliste. Harte Sitten.
In Italien gelten teils strenge und überraschende Gesetze für Touristen. Autofahrer dürfen zum Beispiel nicht den Arm aus dem Fenster hängen und auf historischen Stufen sitzen zu bleiben, kann auch teuer werden.
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