Die Bevölkerung der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe besteht aus knapp 900.000 Einwohnern. Die Stadt ist Zentrum von Geschichte und Politik Tadschikistans.
Duschanbe – Die Hauptstadt von Tadschikistan beherbergt knapp 900.000 Einwohner auf 800 Metern Höhe im Hissartal. Die Erhebungen im Hissargebirge sind bis zu 4600 Meter hoch.
Duschanbe: Geographie und wichtige Daten
In der tadschikischen Hauptstadt lebt ein großer Teil der Bevölkerung des Landes. Etwa 10% aller Einwohner Tadschikistans sind hier beheimatet. Mit 130km² Stadtfläche gleicht die Stadt flächenmäßig deutschen Großstädten, wie beispielsweise der ehemaligen deutschen Hauptstadt Bonn. Mit knapp 900.000 Einwohner leben in Duschanbe allerdings fast dreimal so viele Menschen.
Während der letzten Volkszählung im Jahr 2010 stellte sich heraus, dass die, durch die Geschichte und Politik des Landes geprägte, Zusammensetzung der Ethnien sich immer mehr in Richtung einer Dominanz der Tadschiken und weg von dem hohen Anteil der russischen Bevölkerung bewegt. Diese waren im Jahr 1939, durch die Sowjetunion, mit 57% noch in der Mehrheit. Heute sieht die Zusammensetzung der Bevölkerung wie folgt aus:
- 1. Tadschiken: 89,5%
- 2. Usbeken: 6,71%
- 3. Russen: 2,63%
- 4. Tataren: 0,26%
- 5. Turkmenen: 0,1%
- 6. Kirgisen: 0,08%
- 7. Kasachen: 0,03%
- 8. Sonstige: 0,69%
Das Klima der Stadt wird teilweise durch die geografische Lage in 800 Metern Höhe und der Nähe zum Hissargebirge geprägt. Das ansonsten mediterrane Klima wird durch die Höhenlage etwas abgeschwächt. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 15,2 Grad Celsius, der wärmste Monat ist der Juli, der kälteste der Januar. Im Durchschnitt kommt Duschanbe auf 7,4 Sonnenstunden pro Tag.
Duschanbe: Entstehung & frühe Geschichte
Indizien legen nahe, dass das Gebiet des heutigen Tadschikistans bereits vor bis zu einer Million Jahren besiedelt war, die ältesten per Radiokarbonmethode bestätigten Funde stammen von vor etwa 600.000 Jahren. Es gibt weiterhin Siedlungsreste aus der Steinzeit, sowie Höhlenmalereien.
Die ältesten Funde der Geschichte Duschanbes gehen bis ins Bronzezeitalter, also aus dem 2. bis 1. Jahrtausend vor Christus zurück. Aus dem 6. Jahrhundert vor Christus gibt es Überreste von Porzellan und einer Zitadelle. Hergestellt vom Ersten Persischen Reich. Im Jahr 312 vor Christus übernahmen die Seleukiden die Kontrolle über die Region. Es gibt Funde von Münzen aus vorchristlicher Zeit aus der Region rund um Duschanbe, die den seleukidischen Herrscher Eucratides zeigen. Dieser herrschte von 175 bis 145 vor Christus.
Einen echten Kulturschock musste die Bevölkerung im Rahmen der islamischen Expansion im 7. Jahrhundert verkraften. Das bisher herrschende Sassanidenreich wurde bei der Schlacht bei Nehawand geschlagen und die Islamischen Samaniden übernahmen die Herrschaft über die Region. Es folgte jedoch eine Blütezeit von Politik, Kultur und Wirtschaft, die zunächst im 9. bis 10. Jahrhundert ihren Höhepunkt fand.
Im 13. Jahrhundert sicherten sich die Mongolen die politische Macht in Tadschikistan durch eine gewaltsame Eroberung. Sie brachten auch ihre traditionellen Handwerkstechniken mit. Ende des 14. Jahrhunderts sicherten sich die Timuriden mit einem Sieg über die Mongolen die Region, bevor nach innenpolitischen Konflikten die Periode der Khanate in Tadschikistan anbrach.
Aus dieser Zeit kommt auch die erste Benennung der Siedlung Duschanbe. In einem Brief aus dem Jahr 1676 an den russischen Zaren Fjodor III. spricht der Führer des lokalen Khanats von ‚Kasabai Duschanbe‘. Was so viel bedeutet, wie ‚Montagsstadt‘. Der Name bezieht sich auf den größten Markt der Region, welcher eben jeden Montag in Duschanbe stattfand. Zu diesem Zeitpunkt lebten etwa 8000 Menschen in der Stadt.
Duschanbe: Russische Herrschaft & Unabhängigkeit
Die Zeit der Khanate endete im 20. Jahrhundert. Die revolutionären russischen Bolschewiki vertrieben im Jahr 1920 den letzten Emir aus Duschanbe. Dieser setzte sich nach Afghanistan ab und die Bolschewiki übernahmen die Macht in der Stadt. Nachdem die Basmatschi, Rebellen aus Mittelasien, kurzzeitig nach Belagerung für einige Monate die Stadt übernehmen konnten, wurde die Stadt im Juli 1922 schließlich komplett von den Bolschewiki zurückerobert.
Ab diesem Zeitpunkt war Duschanbe die Hauptstadt der Tadschikischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik. Im Jahr 1929 gab es eine Umstrukturierung der Politik im Land, wodurch der Staat als Tadschikische Sozialistische Sowjetrepublik neu gegründet wurde. Die Geschichte der Stadt unter dem Namen Duschanbe wurde kurzzeitig unterbrochen, als es in der Sowjetunion in Mode kam, Städte nach Josef Stalin zu benennen. Von 1929 bis ins Jahr 1961 trug die Stadt so den Namen Stalinabad.
Danach bekam die Bevölkerung den alten Namen ihrer Stadt auf Geheiß von Nikita Chruschtschow zurück. Unter der Führung der Sowjetunion entwickelte sich die Stadt zu einer Großstadt mit eigenem Flughafen und öffentlichem Nahverkehr. Als sich die Sowjetunion im Jahr 1991 auflöste, kam es zu einem Bürgerkrieg, welcher 5 Jahre andauern sollte und in dessen Folge vor allem viele russischstämmige Bürger das Land verließen.
Duschanbe: Politik
Die Politik in der Hauptstadt wird geführt von Rustam Emomalij. Der älteste Sohn des regierenden Präsidenten Rahmon Emomalij wird von seinem Vater sukzessive für die Nachfolge im Amt des Staatspräsidenten aufgebaut. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Rahmon Emomalij für den politischen Aufstieg seines Sohnes sorgt. Dementsprechend ist es wenig verwunderlich, dass Tadschikistan vor allem im Demokratieindex einen Platz unter den letzten 10 Ländern belegt. Ebenfalls auf den hinteren Rängen rangiert das Land im Index für Pressefreiheit und Korruptionswahrnehmung. Trotzdem gilt das Land als einigermaßen stabil und gefestigt.
Unter dem Vorwand der Durchsetzung nationaler Sicherheitsmaßnahmen werden politische Gegner und kritische Stimmen zum Schweigen gebracht, indem man sie zu außergewöhnlich langen Haftstrafen unter medialer Abschottung verurteilt. Leider geht die Tendenz im Staat immer mehr in Richtung Autokratie, sodass die Bevölkerung in Wahrheit schon jetzt kaum noch ein Mitspracherecht im politischen Diskurs hat.
Die Herrscherfamilie regiert seit dem Beginn der Geschichte des unabhängigen Tadschikistan. Es wurden mehrere Maßnahmen etabliert, die sicherstellen, dass die Familie an der Macht bleibt. Wahlen gewinnt Rahmon Emomalij für gewöhnlich mit beeindruckenden 80% oder mehr Stimmenanteil.
Duschanbe: Wirtschaft
Die Hauptstadt Duschanbe erwirtschaftet einen Großteil des Bruttoinlandsproduktes des Landes. Das liegt vor allem an den wirtschaftsfreundlichen Strukturen, die die Politik in der Hauptstadt geschaffen hat. Einerseits gibt es heute einen großen Bankensektor in der Stadt, andererseits setzt Duschanbe, wie auch schon früher in der Geschichte, auf den Export von handwerklich hergestellten Produkten.
Hauptindustrien mit den meisten Arbeitsplätzen für die Bevölkerung der Stadt sind: Baumwollproduktion und Baumwollverarbeitung, landwirtschaftliche Produkte, Tabakprodukte und Lebensmittelproduktion. Die größten Handelspartner für den tadschikischen Export sind: Türkei (42,8%), Iran (28%), Russland (10,8%) und Afghanistan (7,3%).
Duschanbe: Traditionelle Küche
Die Küche Tadschikistans hat sowohl russische Einflüsse, als auch einige Erben der arabischen Geschichte übernommen. Einige der liebsten Speisen der Bevölkerung Tadschikistans sind folgende:
- Halwa: Die mehlige Süßspeise wird für gewöhnlich als Vorspeise in Verbindung mit Tee verzehrt. Es besteht traditionell nur aus Mehl, Zucker und Nüssen. In Tadschikistan werden Süßspeisen oft vor dem Hauptgericht gegessen.
- Manty: Die Teigtaschen ähneln Ravioli und werden mit Fleisch oder Gemüse, sowie Sauerrahm gefüllt. Manty sind Fingerfood und ebenfalls traditionell eine Vorspeise.
- Suppen: Suppen dürfen in der tadschikischen Küche niemals fehlen. Die beiden typischsten Suppen sind Schurbo, eine Gemüse-Kartoffelsuppe und Lagham, eine Suppe mit Hammelfleisch, Gemüse und handgemachten Nudeln.
- Kurutob: Das Nationalgericht Tadschikistans. Die Basis des Eintopfs besteht aus Käse und Wasser. Zusätzlich werden Lammfleisch und Gemüse hinzugegeben. Verzehrt wird er mit Fatir, einem Fladenbrot, welches in Stücke gerissen wird.
- Schaschlik: Ein Klassiker der osteuropäischen Küche darf auch in Tadschikistan nicht fehlen. An fast jeder Straßenecke bekommt man das belebte Streetfood aus gegrillten Fleischspießen.