Auch Kreta betroffen

Erdbebenserie erschüttert Griechenlands Urlaubsparadies – Forscher sprechen von „extrem seismischer Region“

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Eine Erdbebenserie erschüttert seit Tagen die Westküste der griechischen Halbinsel Peloponnes. Ein Ende der Erdstöße ist nicht in Sicht. Auch auf Kreta wackelt der Boden.

Patras – Die Halbinsel des Peloponnes im Südwesten von Griechenland ist ein Urlaubsparadies schlechthin. Schier endlose Sandstrände, felsige Buchten, alte Burgen und Städte und Hochgebirge bieten fast jedem Urlauber etwas. Doch seit Tagen bebt im Nordwesten der Halbinsel der Boden. Am Sonntag (7. Juli) ereignete sich um 16.41 Uhr ein Erdbeben der Stärke 4,7 nahe der Stadt Pinios. Dem Geoforschungszentrum GFZ in Potsdam zufolge lag der Bebenherd in rund zehn Kilometern Tiefe.

Das Beben war weithin spürbar. Das europäisch-mittelmeerische Erdbebenwarnzentrum EMSC erhielt Wahrnehmungsmeldungen aus mehr als 400 km Entfernung. Menschen, die in der Nähe des Epizentrums wohnten, berichteten laut Vulkane.net von deutlich spürbaren Erdbewegungen, die fünf Sekunden andauerten, sowie von einem lauten Grollen. Größere Schäden wurden nicht gemeldet.

Seit Tagen erschüttert eine Erdbebenserie die beliebte Urlaubsregion des Peloponnes. (Symbolfoto/Foto-Collage)

Erdbeben in Griechenland noch in 400 Kilometer Entfernung spürbar – auch auf Zakynthos

Erst am Samstag (6. Juli) wurde um 20.34 Uhr ein Erdbeben der Stärke 4,9 auf der Richterskala registriert, das nach Angaben des Geodynamischen Instituts des Nationalen Observatoriums in Athen vor allem in der Präfektur Ilia im Südwesten des griechischen Festlandes zu spüren. Das Epizentrum lag 17 Kilometer südlich der Hafenstadt Kyllini am Ionischen Meer und zehn Kilometer südwestlich der Stadt Andravida im nordwestlichen Teil des Peloponnes.

Das Nationale Observatorium gab die Tiefe des Bebens mit 11,1 km an. Das Beben verursachte leichte Schäden in mehreren Ortschaften auf der Halbinsel sowie auf der benachbarten Urlauberinsel Zakynthos. Der Präsident der Organisation für Erdbebenplanung und Schutz (OASP), Prof. Efthymios Lekkas, sagte gegenüber dem Sender ERT, dass Nachbeben auftreten könnten, aber kein Grund zur Besorgnis bestehe.

Forscher spricht von „extrem seismischer Region“ – tausende Beben im Jahr

„Dies ist eine extrem seismische Region. Wenn es in dieser Region Nachbeben gibt, dann dauern sie aufgrund ihrer Eigenheiten normalerweise einige Tage. Diese Nachbeben sind in der Regel von geringer Stärke, sodass wir es hier nicht mit sehr großen Ausmaßen zu tun haben“, sagte Professor Lekkas, Leiter der Abteilung für angewandte tektonische Geologie und Katastrophenmanagement an der Nationalen Kapodistrias-Universität Athen. Tatsächlich ereigneten sich am Montag (8. Juli) bis zum Spätnachmittag 15 Nachbeben mit Stärken bis zu 2,6.

Ganz Griechenland ist ständig von Erdbeben bedroht, da hier die afrikanische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinanderstoßen. Alleine am Peloponnes wackelt die Erde etwa 2400 Mal im Jahr. Auch auf der Insel Kreta bebt darum die Erde in diesen Tagen: Am Freitag (5. Juli) wurde hier ein Beben der Stärke 4,1 registriert, dem drei Tage zuvor ein Erdstoß der Stärke 4,8 vorangegangen war. Innerhalb einer Woche wurden insgesamt 43 Erdstöße auf der Insel gezählt.

Im März hatte eine Bebenserie Kroatien erschüttert. In den Alpen sorgte ebenfalls eine ungewöhnliche Serie von Erdstößen für Schlagzeilen. Außerdem sorgen nicht enden wollende Schwarmbeben für Daueralarm am Supervulkan der phlegräischen Felder in Süditalien.

Rubriklistenbild: © Imag/terremoti

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