„Erfolglose Strategie“?

„Malediven Europas“ boomen bei Italien-Urlaubern: Doch es droht eine verheerende Entwicklung

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Urlaub in Italien und Kroatien wird immer teurer. Albanien gilt vielen als günstige Alternative. Doch den „Malediven Europas“ droht eine verheerende Entwicklung.

Tirana – Kristallklares, türkisblaues Meer, Sandstrand und süße Altstädte, die am Abend mit Restaurants zum Bummeln einladen. Das ist der Urlaubstraum, den sich Tausende Deutsche im Sommer mit Reisen nach Italien, Kroatien, Griechenland oder Spanien erfüllen wollen. Doch die teuren Preise in vielen Urlaubsregionen sorgen bei vielen Menschen in diesem Jahr für Probleme.

In Kroatien musste man sogar schon gegensteuern. Nachdem die Preise so enorm gestiegen waren, blieben viele Zimmer leer – die Reiseveranstalter mussten die Preise daraufhin radikal senken. In Italien zeigen sich schon ähnliche Entwicklungen. So etwa in Apulien oder auch in Ligurien. In Italien sind es vor allem die einheimischen Urlauber, die in diesem Sommer fehlen, stellten mehrere Befragungen mittlerweile fest. Vielen Menschen fehlt schlicht das Geld, um die teils horrenden Preise für einen Strandurlaub mit Dolce Vita zu bezahlen.

Albanien als „Malediven Europas“ angepriesen: „Noch nicht so erschlossen“ – Preise locken

Gerade in Italien boomt deshalb in diesem Jahr das Reiseziel Albanien. Etliche Reiseportale preisen das Land mittlerweile als die „Malediven Europas“ an. Albanien gilt aktuell noch als Geheimtipp. „Das Land ist touristisch noch nicht so erschlossen und von den Flugverbindungen so umfangreich angebunden wie beispielsweise Mallorca“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband darüber gegenüber der Morgenpost. „Es bietet sich daher eher für Personen an, die Albanien individuell erkunden wollen. Inzwischen gibt es aber auch zahlreiche Pauschal- und Rundreisen von Veranstaltern für das Land“. Es hat also bereits eine Veränderung eingesetzt.

Badestrand mit Blick auf die kleine Insel Ishul Ksamil, Ksamil, Albanien

Doch aktuell lockt Albanien noch mit vergleichsweise niedrigen Preisen.

Während zwei Sonnenliegen und ein entsprechender Sonnenschirm in Apulien etwa 50 Euro am Tag kostet, bezahlt man in Albanien zwischen zehn und 15 Euro. Bei Unterkunft und Gastronomie zeigen sich ähnliche Abstände, wie die Repubblica in einem aktuellen Artikel darlegt. „Für Italiener, die auf der Suche nach einem fantastischen Meer zu vernünftigen Preisen sind, ist das Land der Adler der letzte Ausweg“, meint die größte Zeitung Italiens.

Albanien lockt Italien-Urlauber: Doch Tourismus hat schon jetzt seinen Preis

Und die Italiener folgen dem Reiseruf offenbar zahlreich. Jeder dritte Tourist in Ksamil – eine Stadt mit Blick auf die griechische Insel Korfu – kommt aus Italien. Albaniens Regierung prognostiziert, dass in diesem Sommer knapp neun Millionen Touristen in das Land reisen werden. Das sind drei Millionen mehr als im Jahr 2022. Ein deutliches Plus.

Eine Luftaufnahme der grünen tropischen Ksamil-Inseln, umgeben von Mittelmeerwasser an der albanischen Riviera.

Jedoch warnen Experten jetzt schon vor den Folgen.

„Mit dieser Geschichte der Malediven Europas, nur einen Steinwurf entfernt und ohne lange Flugreise erreichbar, fördern albanische Entwickler die Zerstörung der albanischen Küste“, meint Auron Tare, Mitglied im Unesco-Rat für archäologische Städten. Man bewege sich auf einen „kostengünstigen Massenmarkt“ zu. Dadurch würden vor allem Massen an Menschen kommen, die nur an günstigen Zimmern und billigem Alkohol interessiert seien. Das sei aber eine Strategie, „die sich in allen Mittelmeerländern als erfolglos erwiesen hat“, so Tare zur Repubblica.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Dem Bericht nach steigen auch in Albanien die Preise rasant. Zwar sind sie im Vergleich zu Italien immer noch deutlich niedriger. Doch der Trend ist klar. Zudem weicht der entspannte Aufenthalt zunehmend einer profitgetriebenen Gastgeberschaft, heißt es in dem Bericht. Noch ist Albanien als Geheimtipp gehandelt – doch der Massentourismus wirft offenbar schon seine Schatten voraus.(rjs)

Rubriklistenbild: © IMAGO/xWirestockx

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