VonMartina Lipplschließen
Schwere Gewitter mit Hagel und extremen Regenfällen lösten in Tirol Zivilschutzalarm aus. Muren rauschten mitten ins Dorf. Die Folgen sind verheerend.
Gschnitz – Der Schock nach dem schweren Unwetter am Montag (30. Juni) in Österreich sitzt tief. Einsatzkräfte versuchen, sich aktuell einen Überblick über die Lage in Gschnitz in Tirol zu verschaffen. Nach mehreren Murenabgängen sind Häuser und Hütten von der Außenwelt abgeschnitten. Aktuell finden Evakuierungsflüge von 100 Personen statt, teilt das Land Tirol mit. Urlauber werden mithilfe des Bundesheers und eines Black-Hawk-Hubschraubers ausgeflogen. Auch im Stubaital und Paznautal gingen Muren ab. Ein Campingplatz wurde vorsorglich evakuiert.
Dramatische Lage nach Muren-Abgängen in Tirol – Menschen werden mit Hubschrauber evakuiert
Gegen 19.20 Uhr löste das Land Tirol Zivilschutzalarm für die Gemeinde Gschnitz aus. Die Bevölkerung wurde aufgerufen in den Häusern zu bleiben sowie Keller und Tiefgaragen wegen Überschwemmungsgefahr nicht mehr zu betreten. Dann kam es zu dramatischen Szenen, wie Videos in den sozialen Netzwerken zeigen. Nach sintflutartigen Regenfällen gingen mehrere Muren in Gschnitz und Neustift im Stubaital ab.
Schwere Unwetter in Tirol: Häuser beschädigt und Straßen kaputt
Eine Mure ging in Schnitz direkt an der Pfarrkirsche Maria Schnee im Dorfzentrum ab. Der Gschnitzbach trat teilweise über die Ufer. Eine weitere zerstörte das Mühlendorf komplett. 17 Personen wurden mit dem Landeshubschrauber „Libelle Tirol“ ausgeflogen.
In Neustift im Stubaital schnitt eine Mure den hinteren Talschluss ab dem Ortsteil Gasteig ab. Der Campingplatz Volderau wurde vorsorglich evakuiert. Die Bewohner wurden angewiesen, sich in den ersten Stock zu begeben.
Aufräumarbeiten nach Unwetter in Österreich laufen – Bagger räumen Straßen frei
Nach und nach wird das Ausmaß des Schadens nach den schweren Unwettern sichtbar. Etwa 15 Häuser sind beschädigt. Zugänge zu mehreren Schutzhütten durch Muren verlegt. Ein sicherer Abstieg von der Bremer Hütte, der Tribulaun Hütte und der Innsbrucker Hütte nicht mehr möglich, berichtet das Land Tirol. Hüttengäste werden mit dem Hubschrauber ausgeflogen. Das Land Tirol meldet am Dienstagmorgen „bislang keine Personenschäden“. Der Zivilschutz-Alarm ist inzwischen aufgehoben.
Die Pfarrkirsche in Gschnitz sei kaum in Mitleidenschaft gezogen, berichtet das ORF unter Berufung auf den Bürgermeister Andreas Pranger. Von dem Freilichtmuseum Mühlendorf Gschnitz sei kaum noch etwas übrig.
Auch in Italien sowie in Teilen der Schweiz kam es zeitgleich zu schweren Unwettern. Im Touristenort Bardonecchia mussten 150 Kinder aus einem Sommerlager evakuiert werden. Erst im Juni wurde eine Ortschaft in Südtirol nach Unwettern isoliert. (ml)
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