VonRichard Stroblschließen
Italien wird von Hitze, Bränden und schweren Unwettern geplagt. Nun könnte der Notstand in fünf Regionen verhängt werden.
Update vom 27. Juli, 15.12 Uhr: Italien erwägt angesichts der verheerenden Brände im Süden des Landes und den starken Unwettern im Norden den Notstand in fünf Regionen auszurufen. Die italienische Regierung kündigte an, betroffene Familien und Unternehmen zu unterstützen. Es wurde zudem laut Nachrichtenagentur Reuters ein Dekret verabschiedet, das Unternehmen im Bereich Bau und Landwirtschaft ermöglicht, Mitarbeiter in Gebieten mit hohen Temperaturen zu Hause zu lassen. Auch seien vorläufige Entlassungen für höchstens 52 Wochen über zwei Jahre beziehungsweise 90 Tage pro Jahr im Agrarsektor möglich. Diese Regelung werde normalerweise angewendet, um einen Geschäftsrückgang zu bewältigen, berichtet Reuters.
„Retten, was zu retten ist“: Italien erwägt Wetter-Notstand in fünf Regionen
Erstmeldung vom 26. Juli: Rom – Feuer und Hitze im Süden, beinahe apokalyptische Hagel-Stürme und Überschwemmungen im Norden. Italien wird aktuell von heftigen Wetter-Ereignissen gebeutelt. Die Geschehnisse sind dabei so heftig, dass man nun offenbar über die Ausrufung des Notstands in gleich fünf Regionen nachdenkt. Die Entscheidung soll nach Angaben der La Stampa möglicherweise schon am Mittwoch fallen, um den Notstand für die kommende Woche zu verhängen.
Für Mittwoch wurde dem Bericht nach die gelbe Warnlage für schlechtes Wetter in den Abruzzen, der Emilia Romagna, der Lombardei, den Marken und Molise herausgegeben. Rote Hitzewarnungen gibt es demnach nur noch in den beiden Städten Bari und Catania.
Wetter-Not in Italien: Fünf Regionen könnten Notstand verhängen
Zuvor hatten schwere Gewitter besonders die Lombardei getroffen. Nach Angaben von Regionalpräsident Attilio Fontana ist die Bilanz „sehr schlimm“, wie die Tagesschau berichtet. Der Schaden liegt bei mehr als 100 Millionen Euro. Der Regionalpräsident hat demnach den nationalen Notstand beantragt.
Sizilien hat am Mittwoch den regionalen Notstand für die Insel ausgerufen und die nationale Regierung um die Anerkennung des Ausnahmezustandes gebeten. Hier sind Hitze und Brände der Auslöser. Innerhalb der letzten drei Tage rückte die Feuerwehr nach Angaben der La Stampa in den südlichen Regionen Italiens (Sizilien, Kalabrien, Apulien, Sardinien) zu knapp 2000 Einsätzen bezüglich Waldbränden aus. Sizilien schätzt die Schäden durch die Brände bislang auf knapp 60 Millionen Euro. Die Hitzewelle soll zudem 200 Millionen Euro Schaden in der Landwirtschaft und an Bauwerken angerichtet haben.
Wetter-Notstand in Italien? Minister: „Situation sehr komplex“
Der Ministerrat könnte wegen der Situation in mehreren Landesteilen deshalb nach verschiedenen Berichten den Notstand in gleich fünf Regionen ausrufen. Damit könnten vor allem benötigte Gelder schneller ausbezahlt werden.
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Schon am Dienstag hatte Nello Musumeci, Minister für Katastrophenschutz informiert, dass die Lombardei den Notstand beantragt hat. Dieser muss von der Nationalregierung bestätigt werden. „Im Moment müssen wir versuchen zu retten, was zu retten ist. Es gibt ein Zusammentreffen von Elementen“, so der Minister laut Ansa, „was die Situation sehr komplex macht. Aus klimatischer Sicht ist es einer der schwierigsten Tage der letzten Jahre.“
Wetter-Notlage in Italien: Regionaler Notstand verhängt – Heißer Sahara-Wind verhindert Löscharbeiten
Der Schirocco (heißer Wind, der von der Sahara her in Richtung Mittelmeer weht) erlaube zudem nicht, dass Flugzeuge starten, um die Brände zu löschen. „Alles, was mit der Feuerwehr, dem Forstkorps und dem Katastrophenschutz hätte getan werden können, wurde getan“.
Luca Zaia, der Präsident der Region Venetien sagte der La Stampa am Nachmittag, dass der Premierministerin Giorgia Meloni den Antrag auf Aktivierung des Nationalen Notstandes überreicht habe. Damit könne man auf den für Katastrophenschäden eingerichteten Solidaritätsfonds zugreifen. Zuvor hatte Zaia bereits den regionalen Notstand verhängt.
Klimanotstand in Italien und Griechenland: Hitze und Waldbrände auf beliebten Urlaubsinseln
Nicht nur Italien wird aktuell von schweren Wetter-Ereignissen heimgesucht. Auch in Griechenland sorgen die Waldbrände durch die Hitze für eine sehr schwierige Lage. Auf Rhodos wurde beispielsweise der Ausnahmezustand ausgerufen, während auf Sizilien ebenfalls Brände wüten. In Palermo musste die Alarmstufe wegen eines Dioxin-Albtraums ausgelöst werden.
Italiens Präsident Sergio Mattarella und sein griechisches Pendant Katerina Sakellaropoulou telefonierten am Mittwoch hierzu und drückten ihre Besorgnis über den „Klimanotstand“ aus, wie die Ansa berichtet. Beide besprachen zudem eine gemeinsame Initiative zur Bewältigung dieser Krise im Mittelmeerraum.
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