„Situation sehr komplex“

„Retten, was zu retten ist“: Italien erwägt Wetter-Notstand in fünf Regionen

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Italien wird von Hitze, Bränden und schweren Unwettern geplagt. Nun könnte der Notstand in fünf Regionen verhängt werden.

Update vom 27. Juli, 15.12 Uhr: Italien erwägt angesichts der verheerenden Brände im Süden des Landes und den starken Unwettern im Norden den Notstand in fünf Regionen auszurufen. Die italienische Regierung kündigte an, betroffene Familien und Unternehmen zu unterstützen. Es wurde zudem laut Nachrichtenagentur Reuters ein Dekret verabschiedet, das Unternehmen im Bereich Bau und Landwirtschaft ermöglicht, Mitarbeiter in Gebieten mit hohen Temperaturen zu Hause zu lassen. Auch seien vorläufige Entlassungen für höchstens 52 Wochen über zwei Jahre beziehungsweise 90 Tage pro Jahr im Agrarsektor möglich. Diese Regelung werde normalerweise angewendet, um einen Geschäftsrückgang zu bewältigen, berichtet Reuters.

„Retten, was zu retten ist“: Italien erwägt Wetter-Notstand in fünf Regionen

Erstmeldung vom 26. Juli: Rom – Feuer und Hitze im Süden, beinahe apokalyptische Hagel-Stürme und Überschwemmungen im Norden. Italien wird aktuell von heftigen Wetter-Ereignissen gebeutelt. Die Geschehnisse sind dabei so heftig, dass man nun offenbar über die Ausrufung des Notstands in gleich fünf Regionen nachdenkt. Die Entscheidung soll nach Angaben der La Stampa möglicherweise schon am Mittwoch fallen, um den Notstand für die kommende Woche zu verhängen.

Für Mittwoch wurde dem Bericht nach die gelbe Warnlage für schlechtes Wetter in den Abruzzen, der Emilia Romagna, der Lombardei, den Marken und Molise herausgegeben. Rote Hitzewarnungen gibt es demnach nur noch in den beiden Städten Bari und Catania.

Wetter-Not in Italien: Fünf Regionen könnten Notstand verhängen

Zuvor hatten schwere Gewitter besonders die Lombardei getroffen. Nach Angaben von Regionalpräsident Attilio Fontana ist die Bilanz „sehr schlimm“, wie die Tagesschau berichtet. Der Schaden liegt bei mehr als 100 Millionen Euro. Der Regionalpräsident hat demnach den nationalen Notstand beantragt.

Italien wird von heftigen Wetter-Ereignissen heimgesucht. Im Süden wüten Brände, im Norden sorgen Unwetter für schwere Schäden.

Sizilien hat am Mittwoch den regionalen Notstand für die Insel ausgerufen und die nationale Regierung um die Anerkennung des Ausnahmezustandes gebeten. Hier sind Hitze und Brände der Auslöser. Innerhalb der letzten drei Tage rückte die Feuerwehr nach Angaben der La Stampa in den südlichen Regionen Italiens (Sizilien, Kalabrien, Apulien, Sardinien) zu knapp 2000 Einsätzen bezüglich Waldbränden aus. Sizilien schätzt die Schäden durch die Brände bislang auf knapp 60 Millionen Euro. Die Hitzewelle soll zudem 200 Millionen Euro Schaden in der Landwirtschaft und an Bauwerken angerichtet haben.

Wetter-Notstand in Italien? Minister: „Situation sehr komplex“

Der Ministerrat könnte wegen der Situation in mehreren Landesteilen deshalb nach verschiedenen Berichten den Notstand in gleich fünf Regionen ausrufen. Damit könnten vor allem benötigte Gelder schneller ausbezahlt werden.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Schon am Dienstag hatte Nello Musumeci, Minister für Katastrophenschutz informiert, dass die Lombardei den Notstand beantragt hat. Dieser muss von der Nationalregierung bestätigt werden. „Im Moment müssen wir versuchen zu retten, was zu retten ist. Es gibt ein Zusammentreffen von Elementen“, so der Minister laut Ansa, „was die Situation sehr komplex macht. Aus klimatischer Sicht ist es einer der schwierigsten Tage der letzten Jahre.“

Wetter-Notlage in Italien: Regionaler Notstand verhängt – Heißer Sahara-Wind verhindert Löscharbeiten

Der Schirocco (heißer Wind, der von der Sahara her in Richtung Mittelmeer weht) erlaube zudem nicht, dass Flugzeuge starten, um die Brände zu löschen. „Alles, was mit der Feuerwehr, dem Forstkorps und dem Katastrophenschutz hätte getan werden können, wurde getan“.

Luca Zaia, der Präsident der Region Venetien sagte der La Stampa am Nachmittag, dass der Premierministerin Giorgia Meloni den Antrag auf Aktivierung des Nationalen Notstandes überreicht habe. Damit könne man auf den für Katastrophenschäden eingerichteten Solidaritätsfonds zugreifen. Zuvor hatte Zaia bereits den regionalen Notstand verhängt.

Klimanotstand in Italien und Griechenland: Hitze und Waldbrände auf beliebten Urlaubsinseln

Nicht nur Italien wird aktuell von schweren Wetter-Ereignissen heimgesucht. Auch in Griechenland sorgen die Waldbrände durch die Hitze für eine sehr schwierige Lage. Auf Rhodos wurde beispielsweise der Ausnahmezustand ausgerufen, während auf Sizilien ebenfalls Brände wüten. In Palermo musste die Alarmstufe wegen eines Dioxin-Albtraums ausgelöst werden.

Italiens Präsident Sergio Mattarella und sein griechisches Pendant Katerina Sakellaropoulou telefonierten am Mittwoch hierzu und drückten ihre Besorgnis über den „Klimanotstand“ aus, wie die Ansa berichtet. Beide besprachen zudem eine gemeinsame Initiative zur Bewältigung dieser Krise im Mittelmeerraum.

Rubriklistenbild: © Collage: IMAGO / Xinhua

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