VonNatascha Bergerschließen
Bei einem Strandspaziergang macht eine Frau einen überraschenden Fund. Als sie ein Foto davon bei Facebook teilt, wird klar: Die Entdeckung sollte gemeldet werden.
Pelzerhaken – Für viele Menschen ist es ein Highlight beim Strandspaziergang: Am Boden nach schönen oder ungewöhnlichen Steinen, Muscheln oder sogar Fossilien suchen. Wer genauer hinsieht, findet nicht selten Exemplare, die eine genauere Betrachtung verdient haben. So auch der Fund einer Spaziergängerin an der Ostsee in Schleswig-Holstein. Sie teilt ein Foto davon auf Facebook – und schnell machen ihr andere Sammler klar: Dieser Strand-Fund sollte auf keinen Fall angefasst werden.
Spaziergängerin entdeckt Rückenflosse von Schweinswal an Ostsee-Strand
„Unser Fund heute an der Ostsee. Wir vermuten eine Schweinswal-Rückenflosse“, schreibt die Frau zu ihrer Aufnahme. Das Foto, auf dem die größtenteils schwarze Flosse im Sand liegend zu erkennen ist, teilte die Spaziergängerin in der Facebook-Gruppe „Strandfunde – Seeglas, Fossilien, Steine und Meer“. In der Community aus knapp 26.000 Mitgliedern (Stand: 6. April 2024) werden regelmäßig Fragen zu Strandfunden beantwortet, auch tauschen sich die Hobby-Sammler über gefundene Exemplare aus. Zuletzt lösten die Mitglieder für eine Spaziergängerin ein Rätsel um einen Stein, der ihr bereits schlaflose Nächte bereitete.
„Auf keinen Fall anfassen“: Facebook-Community alarmiert Spaziergängerin nach Ostsee-Fund
Der Fund der Schweinswal-Rückenflosse am Ostsee-Strand Pelzerhaken (bei Lübeck) sorgt in der Facebook-Gruppe für Aufregung. In kürzester Zeit sammeln sich zahlreiche Kommentare und Reaktionen auf das Foto. Die Community macht die Frau darauf aufmerksam, wie gefährlich ihr Fund sein könnte. „Man sollte tote Schweinswale auf keinen Fall anfassen, denn sie haben gefährliche Bakterien“, schreibt ein User. Jemand anderes gibt dem Facebook-Nutzer recht und erklärt: „Wale sind Säugetiere, sie können einige Krankheiten, Erreger, Viren, Bakterien etc. auch auf den Menschen übertragen.“
Während viele User aufklären, wieso die an der Ostsee gefundene Flosse auf keinen Fall angefasst werden sollte, berichten andere von ähnlichen Entdeckungen. Eine Frau schreibt, sie habe vor drei Wochen einen verstorbenen Schweinswal am Strand in Dänemark gefunden. Jemand anderes kommentiert, er habe bereits so viele Wirbelknochen der Schweinswale bei Strandspaziergängen gefunden, er könne sich „bald einen eigenen zusammenbauen“.
Schweinswale-Kadaver an Ostsee-Stränden keine Seltenheit
Wie der BUND Schleswig-Holstein mitteilt, gehören die Schweinswale der Ostsee zu den in Europa am stärksten gefährdeten Kleinwalen. Funde wie diese sind schon länger keine Seltenheit mehr. In der zentralen Ostsee werde die Population nur noch auf rund 200 bis 600 der Tiere geschätzt, in der westlichen Ostsee gehe man von ein paar Tausenden aus. Wer einen gestrandeten Schweinswal beim Strandspaziergang entdeckt, sollte Abstand halten und das Tier nicht anfassen, warnt auch der Natur- und Umweltschutzverband.
Bei einem Fund sollte das Ostsee-Info-Center oder die örtliche Polizei kontaktiert werden. So kann die Bestandszahl der Tiere besser eingeschätzt werden. Ob die Facebook-Userin den Fund an der Ostsee gemeldet hat, geht aus dem Beitrag nicht hervor. Angefasst habe sie die Flosse zumindest nicht. Auch bei Rügen wurden kürzlich viele tote Fische und ein verstorbener Schweinswal am Strand entdeckt.
Die meisten der toten Schweinswale fallen wohl der Fischerei zum Opfer. Die Tiere verheddern sich in den Netzen und ertrinken schließlich. Auch Unterwasserlärm, Kollisionen mit Schnellbooten oder Angriffe von Delfinen werden beim BUND Schleswig-Holstein als Todesursachen der Säugetiere genannt. Zuletzt waren es vor allem massenhaft tote Vögel an der Nordsee, die vielen Strandspaziergängern ein Rätsel aufgaben. (nbe)
Rubriklistenbild: © Facebook/ Screenshot Cora W. & picture alliance/dpa | Markus Scholz


