Unglück über US-Hauptstadt

Flugzeugabsturz in Washington: Was ist bekannt – und was nicht

  • schließen

Ob es ein Unfall oder ein Fehler war, die Gründe und die Opferzahl: Es gibt noch viele Fragen zur Tragödie in Washington. Die Fakten.

Washington – Nach dem tragischen Flugzeugunglück in Washington herrscht große Trauer in den USA. Überlebende gab es beim Absturz nicht. Eine Übersicht, was bisher bekannt ist, und wo noch Unklarheiten bestehen.

Flugzeugabsturz in Washington: Was passierte genau und wann?

Eine Passagiermaschine kollidierte am Mittwochabend kurz vor 21 Uhr (Ortszeit, MEZ: 3 Uhr am Donnerstag) nahe dem Ronald-Reagan-Airport (DCA) beim Landeanflug über der US-Hauptstadt Washington in der Luft mit einem US-Militärhelikopter. Flugzeug und Helikopter stürzten ins Wasser des Flusses Potomac. Der Flughafen DCA stellte nach dem Absturz den Betrieb ein, den Angaben nach bis Donnerstag um 11.00 Uhr Ortszeit.

Bilder zeigen Moment des Flugzeug-Unglücks in Washington – Weltmeister-Duo stirbt

Aufnahmen zeigen die Momente vor der Kollision des Helikopters mit dem Passagierflugzeug in Washington: Der Hubschrauber fliegt geradewegs in Richtung des Flugzeuges, bis er mit diesem zusammenkracht.
Aufnahmen zeigen die Momente vor der Kollision des Helikopters mit dem Passagierflugzeug in Washington: Der Hubschrauber fliegt geradewegs in Richtung des Flugzeuges, bis er mit diesem zusammenkracht. © Eli Zusman/X/Screenshot
Mitarbeiter des Amerikanischen Roten Kreuzes treffen am Ronald Reagan Washington National Airport ein, um bei der Rettung nach dem Flugezugabsturz zu helfen.
Mitarbeiter des Amerikanischen Roten Kreuzes treffen am Ronald Reagan Washington National Airport ein, um bei der Rettung nach dem Flugezugabsturz zu helfen. © Julio Cortez/dpa
Videos auf X zeigen, wie der Hubschrauber in das Flugzeug kracht und dieses in Flammen aufgeht.
Videos auf X zeigen, wie der Hubschrauber in das Flugzeug kracht und dieses in Flammen aufgeht. © Eli Zusman/X/Screenshot
Ein Boot arbeitet nach dem Crash auf dem Potomac River. Der Fluss gleiche aktuell einem „großen schwarzen Fleck“, erklärt Feuerwehrchef John Donnelly.
Ein Boot arbeitet nach dem Crash auf dem Potomac River. Der Fluss gleiche aktuell einem „großen schwarzen Fleck“, erklärt Feuerwehrchef John Donnelly. © Alex Brandon/dpa
Zahlreiche Boote sind am frühen Morgen an den Such- und Rettungsmaßnahmen auf dem Potomac River im Einsatz.
Zahlreiche Boote sind am frühen Morgen an den Such- und Rettungsmaßnahmen auf dem Potomac River im Einsatz. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa
Wenige Stunden später dann die dramatische Nachricht von Feuerwehrchef John Donnelly: Die Rettungsaktion ging zu einer reinen Bergungsaktion über – das heißt, dass keine Überlebenden erwartet werden.
Wenige Stunden später dann die dramatische Nachricht von Feuerwehrchef John Donnelly: Die Rettungsaktion ging zu einer reinen Bergungsaktion über – das heißt, dass keine Überlebenden erwartet werden. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa/AP
Der Ronald Reagan Washington National Airport wurde nach dem Absturz der Passagiermaschine gesperrt. „Alle Starts und Landungen wurden am DCA gestoppt“, teilte der Flughafen auf der Plattform X mit.
Der Ronald Reagan Washington National Airport wurde nach dem Absturz der Passagiermaschine gesperrt. „Alle Starts und Landungen wurden am DCA gestoppt“, teilte der Flughafen auf der Plattform X mit. © Bonnie Cash/imago
Auch ein Hubschrauber ist nach dem schweren Crash in Washington im Einsatz. Mit einem Scheinwerfer sucht er den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport ab.
Auch ein Hubschrauber ist nach dem schweren Crash in Washington im Einsatz. Mit einem Scheinwerfer sucht er den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport ab. © Alex Brandon/dpa
Rettungskräfte arbeiten auf dem Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport. Es wird von zahlreichen Toten ausgegangen.
Rettungskräfte arbeiten auf dem Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport. Es wird von zahlreichen Toten ausgegangen. © Julio Cortez/dpa
Ein Mitglied des National Transportation Safety Board (NTSB) bewacht eine Tür des Ronald Reagan Washington National Airport, nachdem dieser wegen des Unglücks gesperrt werden musste.
Ein Mitglied des National Transportation Safety Board (NTSB) bewacht eine Tür des Ronald Reagan Washington National Airport, nachdem dieser wegen des Unglücks gesperrt werden musste. © Julio Cortez/dpa
Medienberichten zufolge haben Einsatzkräfte bereits mehrere Leichen aus dem Fluss geborgen.
Medienberichten zufolge haben Einsatzkräfte bereits mehrere Leichen aus dem Fluss geborgen. © Alex Brandon/dpa
Evgenia Shishkova und Vadim Naumow sind beim Flugzeugunglück in Washington gestorben.
Evgenia Shishkova und Vadim Naumow sind beim Flugzeugunglück in Washington vermutlich unter den Opfern.  © Imago/Montage
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Nach dem Flugzeugunglück in Washington haben die Rettungskräfte keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. © Hu Yousong/XinHua/dpa
USA, Arlington: Ein Hubschrauber der US-Park Police überfliegt den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport.
USA, Arlington: Ein Hubschrauber der US-Park Police überfliegt den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport.  © Carolyn Kaster/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach dem tödlichen Flugzeugunglück in der US-Hauptstadt Washington soll der Flughafen noch heute wieder öffnen. „Es ist sicher“, sagte Jack Potter von der Flughafenbehörde der Metropolregion Washington. Die Bergungsarbeiten, die auf dem Gelände durchgeführt würden, fänden im Wasser statt. Daher werde der Flugverkehr am Vormittag um 11.00 Uhr (Ortszeit) wieder aufgenommen.
Nach dem tödlichen Flugzeugunglück in der US-Hauptstadt Washington soll der Flughafen noch heute wieder öffnen. „Es ist sicher“, sagte Jack Potter von der Flughafenbehörde der Metropolregion Washington. Die Bergungsarbeiten, die auf dem Gelände durchgeführt würden, fänden im Wasser statt. Daher werde der Flugverkehr am Vormittag um 11.00 Uhr (Ortszeit) wieder aufgenommen.  © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Nach Angaben von US-Verkehrsminister Sean Duffy gab es vor dem Flugzeugabsturz in Washington keine Abweichung von Standardprozedere im Flugverkehr rund um den Airport. © Mark Schiefelbein/AP/dpa
American-Airlines CEO Robert Isom bei einer Pressekonferenz in Washington: In einer Videoerklärung sprach er den Angehörigen den Opfer bereits zuvor sein „tiefstes Mitgefühl“ aus.
American-Airlines CEO Robert Isom bei einer Pressekonferenz in Washington: In einer Videoerklärung sprach er den Angehörigen den Opfer bereits zuvor sein „tiefstes Mitgefühl“ aus. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa/AP
Ein tragisches Bild, das wohl in die Luftfahrtgeschichte der USA eingehen wird: Das Wrack des abgestürzten Flugzeugs vor dem Kapitol in Washington.
Ein tragisches Bild, das wohl in die Luftfahrtgeschichte der USA eingehen wird: Das Wrack des abgestürzten Flugzeugs vor dem Kapitol in Washington. © Carolyn Kaster/picture alliance/dpa/AP
Passierte in diesem Tower des Reagan National Airport die fatale Panne?
Passierte in diesem Tower des Reagan National Airport die fatale Panne? Neue US-Berichte legen einen Fehler bei den Fluglotsen nahe. © Oliver Contreras / AFP
Auf diesem von der US-Küstenwache zur Verfügung gestellten Bild sind Wrackteile im Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport zu sehen.
Auf diesem von der US-Küstenwache zur Verfügung gestellten Bild sind Wrackteile im Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport zu sehen. © Petty Officer 2nd Class Taylor B/U.S. Coast Guard/AP/dpa
Nach dem Flugzeugabsturz in Washington laufen die Bergungsarbeiten weiter. Noch immer sind nicht alle Leichen geborgen.
Nach dem Flugzeugabsturz in Washington laufen die Bergungsarbeiten auch am 1. Februar weiter. Noch immer sind nicht alle Leichen geborgen. © Alex Brandon//dpa
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Die US-Luftfahrtbehörde nimmt die Hubschrauberrouten in Washington ins Visier. Ermittler haben nun Unstimmigkeiten bei den Angaben zur Flughöhe der beteiligten Maschinen entdeckt. Die Unfallermittlungsbehörde NTSB erklärte, dass laut Flugschreiberdaten die Passagiermaschine beim Zusammenprall eine Höhe von 325 Fuß, also etwa 99 Metern, erreicht habe, mit einer möglichen Abweichung von 25 Fuß, also 7,6 Metern. Daten aus dem Kontrollturm zeigten hingegen, dass der Militärhubschrauber sich auf einer Höhe von 200 Fuß, etwa 61 Metern, befunden habe. Wie es zu dieser Diskrepanz bei den Flughöhenangaben gekommen sei, sei bisher unklar.  © Petty Officer 1st Class Brandon/U.S. Coast Guard/AP/dpa
Jo Ellis ist nicht tot und war nicht am Steuer des Helikopters, der über dem Potomac River mit einem Flugzeug kollidierte.
Jo Ellis ist nicht tot und war nicht am Steuer des Helikopters, der über dem Potomac River mit einem Flugzeug kollidierte. Die Trans-Pilotin wurde fälschlicherweise für den Absturz in Washington verantwortlich gemacht. Nun äußert sich die angeblich tote Soldatin in einem Video. © Screenshot/ZUMA Press Wire/Imago
DC AA Flight 5342 Army Helicopter Crash: 67 Dead washington dc absturz
Ein Flugzeug startet, dahinter zu sehen die Absturzstelle eines American-Airlines-Flugzeugs und eines Black-Hawk-Hubschraubers der US-Armee, die am 30. Januar 2025 in Washington zusammenstießen.  © IMAGO/Carol Guzy / ZUMA Press Wire

Wer war an Bord des Flugzeugs in Washington?

Im Flugzeug waren laut der Fluggesellschaft American Airlines 64 Menschen: 60 Passagiere und vier Crew-Mitglieder. Laut US-Medien waren mehrere Eiskunstläufer, Trainer sowie deren Angehörige an Bord der Maschine. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Unter den Passagieren befanden sich auch die ehemaligen russischen Eiskunstläufer Jewgenija Schischkowa und Wadim Naumow, teilte der Kreml mit.

Wer war an Bord des Hubschraubers, der mit dem Flugzeug kollidierte?

Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf einen Beamten des Verteidigungsministeriums, es hätten sich drei Personen an Bord des Black-Hawk-Hubschraubers befunden. Andere Berichte schreiben von vier Besatzungsmitgliedern. Um wen es sich dabei handelte, ist nicht bekannt – dem Beamten des Ministeriums zufolge befand sich kein „VIP“ an Bord des Helikopters. An Bord befand sich eine „ziemliche erfahrene Besatzung“, so Verteidigungsminister Pete Hegseth. Die Crew führte demnach eine jährlich vorgeschriebene Nachtsichtprüfung durch – und war dementsprechend ausgestattet: „Sie hatten tatsächlich alle Nachtsichtgeräte.“ Namen und Dienstgrade der Besatzungsmitglieder nannte Hegseth nicht. Bei Fox News sprach Sicherheitsberater Mike Waltz von einem Offizier, einem Warrant Officer (Rang zwischen Offizier und Unteroffizier) und einem Crew Chief.

Such- und Bergungskräfte arbeiten auf dem Potomac.

Behörden und Trump verkünden: Wohl keine Überlebenden bei Flugzeugunglück

Davon gingen die Behörden bereits am Morgen nicht mehr aus. „Wir glauben derzeit nicht, dass es Überlebende gibt“, erklärte Feuerwehrchef John Donnelly am Donnerstag (MEZ) bei einer Pressekonferenz auf dem Flughafen Reagan National. Bei einer späteren Pressekonferenz wurde US-Präsident Donald Trump noch klarer: „Es gibt keine Überlebenden“. Bis zum frühen Abend wurden 28 Leichen aus dem Fluss geborgen.

War die Kollision in Washington ein Unfall oder Terrorismus?

Alles deutet bisher auf einen Unfall hin. Es gibt keine Hinweise auf Kriminalität oder Terrorismus, wie die Bundespolizei FBI nach Angaben des Senders NBC News mitteilte.

Wohin waren die Luftfahrzeuge unterwegs?

Die Passagiermaschine des Typs Bombardier CRJ700 war in der Stadt Wichita in Kansas gestartet. Der Helikopter war nach Angaben des Pentagons ein UH-60-Hubschrauber, eine spezifische Variante der H-60-Familie. Der UH-60 ist eine genauere Bezeichnung innerhalb dieser militärischen Mehrzweckhubschrauberreihe. Dem Pentagon zufolge war der Helikopter auf einem Übungsflug. Von wo aus und wohin er unterwegs war, ist noch unklar.

Wie laufen die Bergungsarbeiten am Potomac River?

Mehr als 300 Rettungskräfte reagierten am Mittwochabend auf den Alarm. Die Arbeiten sollen noch tagelang andauern. Die eisigen Temperaturen erschweren diese. In den vergangenen Tagen lagen sie weit unter dem Gefrierpunkt, erst am Mittwoch wurde es merklich wärmer. Das Wasser des Flusses ist klirrend kalt und teils noch gefroren. Der Gouverneur von Virgina, Glenn Youngkin, lobte die Ersthelfer der Küstenwache sowie der Einsatzkräfte aus Virginia, Washington D.C. und Maryland, die sofort aktiv wurden „und in die eiskalten Gewässer des Potomac gingen, um zu versuchen, Menschen zu retten.“ Ersten Ermittlungen zufolge zerbrach der Rumpf der Maschine in drei Teile.

Wie schnell werden die Familien der Opfer des Unglücks in Washington informiert?

Youngkin drückte am Donnerstag sein Mitgefühl für „die Familien aus, die heute Morgen mit der schockierenden Realität aufgewacht sind, dass sie einen geliebten Menschen verloren haben“. Youngkin sagte, er habe mit Robert Isom, dem CEO von American Airlines, Kontakt gehabt. „Sie übernehmen die einfach schreckliche Aufgabe, Familien, Familien der Passagiere und Familien der Besatzungsmitglieder anrufen zu müssen“, sagte er. „Dieser Vorgang wird im Laufe des Tages stattfinden.“ Es gibt eine Hotline für Menschen, die glauben, sie hätten Bekannte unter den Passagieren.

Der Rumpf des Passagierfliegers zerbrach ersten Ermittlungen zufolge in drei Teile.

Absturz in Washington: Ursache für Kollision zwischen Helikopter und Flugzeug unklar

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist unklar. Experten vermuten Kommunikationsprobleme zwischen den Luftfahrzeugen. Thomas Borchert, Luftfahrtexperte vom Magazin AERO International, sagte zu tagesschau24, dass eine sehr gute Sicht geherrscht habe. Die Flugzeuge seien wegen der Beleuchtung besonders gut zu erkennen in der Dunkelheit. Zu dem veröffentlichten Funkverkehr sagte er: „Der Fluglotse hat den Militärhubschrauber gefragt: ‚Hast du diesen Jet in Sicht?‘ Der Hubschrauberpilot habe das bejaht beziehungsweise ein bisschen ungewiss geantwortet. Der Fluglotse hat dann gesagt: ‚Flieg bitte hinter dem vorbei.‘“ Dies habe aber offenbar nicht funktioniert. Auch den Verkehrsbehörden zufolge waren die Flugmuster bei beiden Maschinen normal, die Nacht war klar, die Sicht gut. Nach Auffassung des neuen US-Verkehrsministers Sean Duffy hätte das Unglück „absolut“ vermieden werden können. Präsident Donald Trump indes benannte bereits einen Schuldigen.

Was genau zeigt das Video von der Explosion?

Auf der Plattform X verbreitete sich kurz nach dem Unglück ein Video, auf dem ein großer Feuerball am dunklen Himmel zu sehen war. Unklar war zunächst, ob es sich dabei tatsächlich um den Moment des Zusammenstoßes handelte. (cgsc mit dpa)

Rubriklistenbild: © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Kommentare