Flugzeugabsturz in Washington: Was ist bekannt – und was nicht
VonChristoph Gschoßmann
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Ob es ein Unfall oder ein Fehler war, die Gründe und die Opferzahl: Es gibt noch viele Fragen zur Tragödie in Washington. Die Fakten.
Washington – Nach dem tragischen Flugzeugunglück in Washington herrscht große Trauer in den USA. Überlebende gab es beim Absturz nicht. Eine Übersicht, was bisher bekannt ist, und wo noch Unklarheiten bestehen.
Flugzeugabsturz in Washington: Was passierte genau und wann?
Eine Passagiermaschine kollidierte am Mittwochabend kurz vor 21 Uhr (Ortszeit, MEZ: 3 Uhr am Donnerstag) nahe dem Ronald-Reagan-Airport (DCA) beim Landeanflug über der US-Hauptstadt Washington in der Luft mit einem US-Militärhelikopter. Flugzeug und Helikopter stürzten ins Wasser des Flusses Potomac. Der Flughafen DCA stellte nach dem Absturz den Betrieb ein, den Angaben nach bis Donnerstag um 11.00 Uhr Ortszeit.
Bilder zeigen Moment des Flugzeug-Unglücks in Washington – Weltmeister-Duo stirbt
Im Flugzeug waren laut der Fluggesellschaft American Airlines 64 Menschen: 60 Passagiere und vier Crew-Mitglieder. Laut US-Medien waren mehrere Eiskunstläufer, Trainer sowie deren Angehörige an Bord der Maschine. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Unter den Passagieren befanden sich auch die ehemaligen russischen Eiskunstläufer Jewgenija Schischkowa und Wadim Naumow, teilte der Kreml mit.
Wer war an Bord des Hubschraubers, der mit dem Flugzeug kollidierte?
Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf einen Beamten des Verteidigungsministeriums, es hätten sich drei Personen an Bord des Black-Hawk-Hubschraubers befunden. Andere Berichte schreiben von vier Besatzungsmitgliedern. Um wen es sich dabei handelte, ist nicht bekannt – dem Beamten des Ministeriums zufolge befand sich kein „VIP“ an Bord des Helikopters. An Bord befand sich eine „ziemliche erfahrene Besatzung“, so Verteidigungsminister Pete Hegseth. Die Crew führte demnach eine jährlich vorgeschriebene Nachtsichtprüfung durch – und war dementsprechend ausgestattet: „Sie hatten tatsächlich alle Nachtsichtgeräte.“ Namen und Dienstgrade der Besatzungsmitglieder nannte Hegseth nicht. Bei Fox News sprach Sicherheitsberater Mike Waltz von einem Offizier, einem Warrant Officer (Rang zwischen Offizier und Unteroffizier) und einem Crew Chief.
Behörden und Trump verkünden: Wohl keine Überlebenden bei Flugzeugunglück
Davon gingen die Behörden bereits am Morgen nicht mehr aus. „Wir glauben derzeit nicht, dass es Überlebende gibt“, erklärte Feuerwehrchef John Donnelly am Donnerstag (MEZ) bei einer Pressekonferenz auf dem Flughafen Reagan National. Bei einer späteren Pressekonferenz wurde US-Präsident Donald Trump noch klarer: „Es gibt keine Überlebenden“. Bis zum frühen Abend wurden 28 Leichen aus dem Fluss geborgen.
War die Kollision in Washington ein Unfall oder Terrorismus?
Alles deutet bisher auf einen Unfall hin. Es gibt keine Hinweise auf Kriminalität oder Terrorismus, wie die Bundespolizei FBI nach Angaben des Senders NBC News mitteilte.
Wohin waren die Luftfahrzeuge unterwegs?
Die Passagiermaschine des Typs Bombardier CRJ700 war in der Stadt Wichita in Kansas gestartet. Der Helikopter war nach Angaben des Pentagons ein UH-60-Hubschrauber, eine spezifische Variante der H-60-Familie. Der UH-60 ist eine genauere Bezeichnung innerhalb dieser militärischen Mehrzweckhubschrauberreihe. Dem Pentagon zufolge war der Helikopter auf einem Übungsflug. Von wo aus und wohin er unterwegs war, ist noch unklar.
Wie laufen die Bergungsarbeiten am Potomac River?
Mehr als 300 Rettungskräfte reagierten am Mittwochabend auf den Alarm. Die Arbeiten sollen noch tagelang andauern. Die eisigen Temperaturen erschweren diese. In den vergangenen Tagen lagen sie weit unter dem Gefrierpunkt, erst am Mittwoch wurde es merklich wärmer. Das Wasser des Flusses ist klirrend kalt und teils noch gefroren. Der Gouverneur von Virgina, Glenn Youngkin, lobte die Ersthelfer der Küstenwache sowie der Einsatzkräfte aus Virginia, Washington D.C. und Maryland, die sofort aktiv wurden „und in die eiskalten Gewässer des Potomac gingen, um zu versuchen, Menschen zu retten.“ Ersten Ermittlungen zufolge zerbrach der Rumpf der Maschine in drei Teile.
Wie schnell werden die Familien der Opfer des Unglücks in Washington informiert?
Youngkin drückte am Donnerstag sein Mitgefühl für „die Familien aus, die heute Morgen mit der schockierenden Realität aufgewacht sind, dass sie einen geliebten Menschen verloren haben“. Youngkin sagte, er habe mit Robert Isom, dem CEO von American Airlines, Kontakt gehabt. „Sie übernehmen die einfach schreckliche Aufgabe, Familien, Familien der Passagiere und Familien der Besatzungsmitglieder anrufen zu müssen“, sagte er. „Dieser Vorgang wird im Laufe des Tages stattfinden.“ Es gibt eine Hotline für Menschen, die glauben, sie hätten Bekannte unter den Passagieren.
Absturz in Washington: Ursache für Kollision zwischen Helikopter und Flugzeug unklar
Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist unklar. Experten vermuten Kommunikationsprobleme zwischen den Luftfahrzeugen. Thomas Borchert, Luftfahrtexperte vom Magazin AERO International, sagte zu tagesschau24, dass eine sehr gute Sicht geherrscht habe. Die Flugzeuge seien wegen der Beleuchtung besonders gut zu erkennen in der Dunkelheit. Zu dem veröffentlichten Funkverkehr sagte er: „Der Fluglotse hat den Militärhubschrauber gefragt: ‚Hast du diesen Jet in Sicht?‘ Der Hubschrauberpilot habe das bejaht beziehungsweise ein bisschen ungewiss geantwortet. Der Fluglotse hat dann gesagt: ‚Flieg bitte hinter dem vorbei.‘“ Dies habe aber offenbar nicht funktioniert. Auch den Verkehrsbehörden zufolge waren die Flugmuster bei beiden Maschinen normal, die Nacht war klar, die Sicht gut. Nach Auffassung des neuen US-Verkehrsministers Sean Duffy hätte das Unglück „absolut“ vermieden werden können. Präsident Donald Trump indes benannte bereits einen Schuldigen.
Was genau zeigt das Video von der Explosion?
Increíble lo que pasó con el vuelo 5342 de American Airlines que colisionó con un helicoptero Black Hawk en Washington, D.C. Ya que seguramente ambos tenían radares para identificar objetos cercanos. Aquí hay algo sospechoso ¿No crees?#planecrash#ICONSIAMCNY25xLingOrm#กพ68… pic.twitter.com/eBHdYxQcfA
Auf der Plattform X verbreitete sich kurz nach dem Unglück ein Video, auf dem ein großer Feuerball am dunklen Himmel zu sehen war. Unklar war zunächst, ob es sich dabei tatsächlich um den Moment des Zusammenstoßes handelte. (cgsc mit dpa)