Titanic-Expedition missglückt

U-Boot-Unglück: Video zeigt fatales Problem bei früherem Tauchgang - „Oh nein, wir haben ein Problem“

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Bereits vor dem Unglück der „Titan“ kam es zu einem schwerwiegenden Problem am Meeresgrund. Ein virales Video zeigt den Tauchgang aus dem Jahr 2022.

Kassel – Bereits am 18. Juni 2023 soll das U-Boot „Titan“ unweit der Titanic implodiert sein. Es war nicht der erste Hinweis auf Sicherheitslücken – auch schwere technische Mängel zeigten sich bereits in einem viralen YouTube-Video.

Titan-Unglück: Virales YouTube-Video zeigt fatale technische Mängel auf

Immer mehr Experten sind sich sicher, dass die Sicherheitsvorkehrungen an Bord des verunglückten U-Boots „Titan“ nicht ausreichend gewesen sind. Von einem ehemaligen deutschen Passagier heißt es sogar, die Fahrt sei „ein Himmelfahrtskommando“ gewesen – bei seinem Tauchgang kam es wie bei anderen zu technischen Problemen. Das Abbrechen des Kontakts zum Mutterschiff ist dabei nicht nur am Tag des Unglücks vorgekommen. Bereits vor der Implosion der „Titan“ kam es in vorherigen Jahren zu fatalen technischen Fehlern. Auch andere U-Boote implodierten im Laufe der Zeit in der Nähe der Titanic.

Ein auf YouTube hochgeladenes Video zeigt schwere technische Probleme bei einem Tauchgang. Das Video stammt ursprünglich aus einer BBC-Dokureihe namens „The Travel Show“ und zeigt einen Tauchgang der „Titan“ aus dem Jahr 2022. Als sich die Tauchkapsel nur wenige hundert Meter vor der Titanic befand, gab der damalige Steuermann an: „Ich weiß nicht, was hier gerade los ist.“ Der Kapitän erklärte: „Oh nein, wir haben ein Problem. Das einzige, was ich gerade tun kann, ist im Kreis zu drehen.“ Die Triebwerke arbeiteten offenbar in entgegengesetzte Richtungen.

„Habe gedacht, dass wir es nicht schaffen“ – Passagiere verzweifeln bei Tauchgang

Eine Passagierin, die bei der Fahrt an Bord war, schlug sich die Hände vor ihr Gesicht: „Ich habe daran gedacht, dass wir es nicht mehr an die Oberfläche schaffen werden“, sagte sie nach der Fahrt. „Wir waren nur knapp 300 Meter von der Titanic entfernt, aber wir konnten uns einfach nicht bewegen.“ Bei der Fahrt wurde vermutet, dass ein Triebwerk schlichtweg falsch eingebaut worden war. Der bei der Implosion der „Titan“ verstorbene OceanGate-CEO Stockton Rush versuchte mit seinem Team, die Krise von der Oberfläche aus zu lösen.

Die Bilder zum Drama um das Titanic-U-Boot: Das letzte Foto der „Titan“ – und die ersten Trümmer

Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“
Sie schufen den Mythos um die 1912 gesunkene „Titanic“: Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“. Der Film gewann elf Oscars. 130 Millionen Besucher zog es in den USA ins Kino, immerhin 18 Millionen in Deutschland. © imago/EntertainmentPictures
Titanic
Die überreste des gesunkenen Luxusdampfers „Titanic“ liegen in rund 3800 Metern Tiefe (undatiertes Archivfoto). © epa PA/epa/dpa
Das Wrack der Titanic.
Titanic Wrack U-Boot.jpg © Atlantic Productions/Magellan/Imago
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.  © Atlantic Productions/dpa
Atlantik
Hier liegt das Wrack der „Titanic“ im Atlantik. © Google/dpa
Titan
Dieses vom American Photo Archive herausgegebene Foto zeigt das Tauchboot „Titan“ von OceanGate Expeditions, das zur Besichtigung der Wrackstelle der „Titanic“ eingesetzt wurde. © American Photo Archive/Alamy/PA Media/dpa
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus.
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus: Eine Reise zur Titanic kostet Privatpersonen mit dem U-Boot rund 250.000 Dollar. © OceanGate Expeditions / AFP
Dieses Archivbild zeigt das Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik.
Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik verschollen (Archivfoto). Das kleine U-Boot ist knapp sieben Meter lang und fünf Personen bis in eine Tiefe von 4.000 Metern befördern.  © OceanGate Expeditions/AP/dpa
Der Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“.
Dieses von American Photo Archive zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“ von OceanGate Expeditions mit den damals reisenden Passagieren. Im Inneren des Tauchboots hat die Besatzung wenig Platz und nur eine bestimmte Menge Sauerstoff, wie eine ältere Fotoaufnahme zeigt. © American Photo Archive Alamy
Hamish Harding
Hamish Harding im Juni 2023 in London. Der britische Geschäftsmann und Abenteurer ist an Bord des Tauchboots, das in der Nähe des „Titanic“-Wracks im Atlantik vermisst wird. © Dirty Dozen Productions/PA Media/dpa
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde.
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde. © Greg Gilbert/dpa/Archivbild
U-Boot wird nahe Titanic-Wrack vermisst
Das U-Boot Titan ist auf dem Weg zur untergegangenen Titanic verschollen. © Dirty Dozen Productions/dpa
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt.
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt. © FP PHOTO / DIRTY DOZEN PRODUCTIONS / HANDOUT
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache, leitet die Suche nach dem verschwundenen U-Boot. Ein Wettlauf gegen die Zeit. © Joseph Prezioso / AFP
Karte wo das Tauchboot vermisst wurde
Die Trümmer des Tauchbootes auf dem Weg zur Titanic wurden gefunden. Eine Karte zeigt, wie nahe es dem versunkenen Schiff gekommen ost.  © Google/dpa
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes.
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes. © AFP PHOTO/DAWOOD HERCULES CORPORATION
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben.
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben. © imago
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks.
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks. © Paul Daly/dpa

Gesteuert wurde die „Titan“ 2022 mit einem Gamepad von Logitech – nichts Ungewöhnliches für Fahrten mit U-Booten. CEO Stockton Rush verzweifelte jedoch an seiner eigenen Konfiguration. Stockton konnte sich nicht mehr genau an die Bedienung erinnern, sagte schlicht: „Ich weiß es nicht.“ Die Crew schaffte es nach einiger Zeit mit Stocktons Hilfe, die „Titan“ in den Griff zu bekommen. Etwas, dass der Besatzung der „Titan“ bei ihrem letzten Tauchgang nicht gelang – wohl auch aufgrund fehlender Sicherheitsvorkehrungen. Die Zukunft der Titanic-Fahrten ist bisher noch offen. Einige vermuten, dass diese jetzt erst einen echten Hype erleben.

Rubriklistenbild: © American Photo Archive/Alamy/dpa

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