VonJennifer Lanzingerschließen
Robin Dittrichschließen
Im Fall des vermissten Kleinkindes aus Frankreich haben Ermittler nun Knochen gefunden. Eine erste Gen-Analyse bestätigt den furchtbaren Verdacht.
Update vom 2. April, 19.30 Uhr: Auch drei Tage nach dem Fund von Knochen des zweijährigen Émile aus Frankreich gibt es noch keine Gewissheit über die Todesumstände. „Diese Knochen alleine ermöglichen es nicht, zu sagen, was die Ursache für den Tod von Émile war“, sagte Staatsanwalt Jean-Luc Blachon am Dienstag. Es könne noch nicht einmal festgestellt werden, ob der Zweijährige Opfer eines Verbrechens geworden ist.
„Zwischen einem Sturz des Kindes, fahrlässiger Tötung und Mord können wir noch immer keine These als wahrscheinlicher erachten als die anderen, um das Verschwinden und den Tod des Kindes Émile zu erklären“, sagte der Staatsanwalt weiter. Dabei fühle er mit der Familie und vielen anderen Menschen in Frankreich, die sich um das Schicksal von Émile gesorgt hatten: „Ich weiß, dass das nicht befriedigend ist, für niemanden, weder für die Familie, noch für die Fahnder, noch für die Ermittlungsrichter.“
Die Suche nach weiteren Erkenntnissen in dem Gebiet der Fundstelle soll noch bis mindestens Mittwoch (3. April) fortgesetzt werden. Die Analyse der gefundenen Kleidung dauert ebenfalls weiterhin an.
Verwirrung um Knochen-Fund von Émile – sterbliche Überreste zurückgebracht?
Update vom 1. April, 15.30 Uhr: Die sterblichen Überreste des zweijährigen Émile wurden „auf einem Weg zwischen der Kirche und der Kapelle“ des Dorfes Le Vernet gefunden, zitiert die Zeitung Le Figaro den Bürgermeister des Ortes, François Balique. Das Gebiet, in dem die Knochen nun aufgetaucht sind, wurde laut ihm bereits bei früheren Suchaktionen von der Polizei durchkämmt. Die Ermittler vermuten deshalb, dass die Knochen nachträglich zurückgebracht und dort platziert worden waren. Eventuell sogar erst kürzlich.
Auch der Bürgermeister hält es für unwahrscheinlich, dass die sterblichen Überreste bisher schlicht übersehen wurden oder auf anderem Wege dort hingelangt waren. „Es ist unwahrscheinlich, dass Tiere menschliche Überreste in das Dorf zurückbringen, in dem jemand verschwunden ist“, so Balique. Er vermutete ebenfalls, dass jemand sie dort abgelegt habe.
Sterbliche Überreste von Émile gefunden
Update vom 31. März, 14.50 Uhr: Noch immer herrscht Unklarheit darüber, wie der zwei Jahre alte Émile aus Frankreich vor Monaten verschwinden konnte. Nach monatelanger Suche entdeckte ein Spaziergänger nun Knochen des vermissten Kindes. Wie die Gendarmerie bestätigt, wurden die menschlichen Knochen in der Nähe des Bergdorfes Le Vernet entdeckt. Medienberichten zufolge wurde der Schädel des Kindes gefunden. Spezialkräfte der Gendarmerie waren am Sonntag unterwegs, um das Gebiet um den Fundort weiter abzusuchen
Die nun gefundenen Knochen sind der Zeitung Le Parisien zufolge unvollständig. Demnach wurde der Schädel des Jungen entdeckt. Das berichtete auch der Sender BFMTV. Die Todesursache des Kindes sei aber noch unklar, schrieb der Sender unter Berufung auf Ermittlerkreise. „Die nächsten 48 Stunden werden entscheidend sein“, zitierte das Medium die Quelle. Unklar ist laut Parisien auch, ob die Knochen in einem Gebiet gefunden wurden, das Hunde bereits abgesucht hatten, oder nicht. Die Gebeine könnten auch erst später an den Ort gelangt sein, etwa durch starken Regen.
Frankreich: Vermisster Émile (2) ist tot – Bürgermeister äußert sich nach tragischem Fund
Der Bürgermeister des Ortes Le Vernet, François Balique, sagte dem Sender BFMTV über den Knochenfund: „Ich bin erleichtert, aber sehr traurig, weil ich gehofft hatte, dass man ihn lebend findet.“ Von dem Fund am Vortag habe man im Ort nichts mitbekommen.
Émiles Familie wurde den beiden Medien zufolge am Morgen über den Knochenfund informiert. Die Anwältin der Eltern wollte sich auf Anfrage des Parisien nicht äußern. Im Herbst hatte Émiles Mutter sich anlässlich des Geburtstags des Jungen mit einer Sprachnachricht an all jene gewandt, die etwas über das Verschwinden ihres Kindes wissen. „Sagen Sie uns aus Erbarmen, wo Émile ist!“, sagte sie. „Geben Sie ihn uns zurück!“
Ursprungsmeldung vom 31. März 2024: Aix-en-Provence – Seit Monaten suchen Angehörige und Einsatzkräfte ohne Unterlass nach dem vermissten Émile aus Frankreich, nun die tragische Gewissheit: das Kleinkind ist tot. Knapp neun Monate nach dem Verschwinden des Zweijährigen haben Ermittler Knochen des vermissten Kindes gefunden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Aix-en-Provence am Sonntag mit.
Die Gendarmerie sei am Samstag darüber informiert worden, dass in der Nähe des Bergdorfes Le Vernet Knochen entdeckt worden sind. Die Gen-Analyse der Ermittler habe am Sonntag ergeben, dass es sich um Gebeine des seit Anfang Juli vermissten Émile handele. Die Knochen würden nun weiter untersucht. Am Fundort soll es zusätzliche Suchaktionen geben. Wieso das Kleinkind verschwand, ist weiter unklar.
Frankreich: Vermisster Émile (2) ist tot – Ermittler bestätigten tragischen Fund
Der Fall hatte in Frankreich für großes Entsetzen gesorgt, auch über die Landesgrenzen hinweg nahmen Menschen Anteil am Schicksal des kleinen Jungen. Auch Monate nach dem Verschwinden des Jungen ist das mediale Interesse groß. Der zweieinhalb Jahre alte Émile war bei seinen Großeltern im südfranzösischen Ort im Urlaub gewesen, als diese ihn am 8. Juli gegen Abend aus dem Blick verloren hatten. Zwei Zeugen hatten ausgesagt, noch gesehen zu haben, wie der Junge eine Straße herunterlief. Mit einem Großaufgebot suchte die Polizei mehrfach die Umgebung ab.
Vermisster Émile wurde weiterhin gesucht - Aufwändiger Einsatz erst vor wenigen Tagen
Erst am Donnerstag (28. März) wurde der kleine Ort abgeriegelt, um die letzten Momente, in denen der Junge gesehen wurde, an Ort und Stelle ohne Störung zu rekonstruieren.
Ein weiterer Vermisstenfall aus Frankreich sorgt seit Monaten für Aufsehen, noch immer fehlt von der vermissten Lina (15) aus dem Elsass jede Spur. Vor wenigen Tagen nahm die Polizei drei Personen in Gewahrsam.
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