Streit mit Großvater

Vermisster Emile in Frankreich - Bauer rückt ins Visier

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Seit drei Monaten sucht die Polizei in Frankreich nach dem vermissten 3-jährigen Émile aus Le Vernet. Jetzt soll es neue verdächtige Spuren geben.

Le Vernet - Der vor mehr als drei Monaten verschwundene Émile in der französischen Gemeinde Le Vernet bleibt weiterhin vermisst. Mehrere Dursuchungsaktionen nach Hinweisen zu Émile waren bislang erfolglos verlaufen. Nun soll ein junger Landwirt ins Visier der Ermittler gerückt sein. Die Polizei habe französischen Medien zufolge zwei Tage lang die Wohnung sowie einen Traktor des Mannes untersucht, nachdem sich heraugestellte, dass er am Tag des Verschwindens offenbar einen Konflikt mit Émiles Großvater hatte.

Der verdächtigte Landwirt soll Informationen des französischen Senders BFM DICI zufolge am Morgen des Verschwindens von Émile mit dem Großvater des 3-Jährigen in einem Orstteil der Gemeinde gestritten haben. Der Großvater besitze ein Grundstück neben des Cousins des verdächtigen Landwirts und habe im Sommer festgestellt, dass durch Arbeiten des Cousins wiederum Wände auf seinem eigenen Grundstück beschädigt wurden. Émiles Großvater sei daraufhin in Rage gewesen.

Émile aus Frankreich weiterhin vermisst - nun rückt ein junger Landwirt und sein Cousin ins Visier

„Der Großvater war der Meinung, dass Arbeiten vor seinem Haus durchgeführt worden waren. Er hat meinen Cousin am frühen Morgen angeschrien und mich sogar geweckt. Das ist nicht das erste Mal. Er schreit alle an“, erzählte der Cousin, der neben dem Land des Großvaters wohnt, dem französischen Sender. Der Mann möchte anonym bleiben, wird von BFM DICI deshalb unter dem Pseudonym Marc genannt. Marc behauptete weiter, sein Cousin - der junge Landwirt - sei bei der Konfrontation nicht auf den Streit eingegangen, sondern ins Haus geflüchtet. Anschließend seien die Cousins gemeinsam auf eine Weide gegangen, um Kühe zu melken.

Der vermisste zweieinhalbjährige Émile, war in dem südfranzösischen Dorf Vernet zuletzt gesehen worden. (Archivfoto)

Bei Marc handelt es sich dabei um keinen Unbekannten bei der Polizei. Der junge Mann sei einer der letzten Augenzeugen gewesen, die den 3-jährigen Émile vor seinem Verschwinden gesehen haben sollen. Anwohner sollen an dem Samstagmorgen, 8. Juli, außerdem einen verdächtigen Traktor gesehen haben. „Traktoren auf den Feldern rundherum gab es, da es die Saison war. Aber einen Traktor auf dem Hauptweg des Ortes, der zu keinem Feld führt, habe ich zum ersten Mal gesehen“, zitiert BFM DICI einen Nachbarn, der den Landwirt, der auf dem Traktor saß, nicht identifizieren konnte.

Im Juli spurlos verschwunden: Polizei in Frankreich sucht weiter nach vermissten 3-Jährigen

Marc beteuert gegenüber dem Sender, dass sein Cousin an dem Morgen nicht mit einem Traktor zu ihm gefahren sei. Außerdem gebe es „noch andere Landwirte, die zu dieser Zeit ernten“, so der junge Mann. „Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, was die Ermittler suchen. Ein Kind verschwindet und man interessiert sich für einen Jugendlichen, der nichts damit zu tun hat.“ Auch das für die Polizei auffällige Detail, dass die beiden Cousins an dem Nachmittag telefoniert hatten, würde nichts bedeuten: „Er ist mein Cousin, ich weiß nicht, was daran falsch sein soll, dass wir uns anrufen.“ Gleichzeitig beteuert er nicht zu wissen, wo sich sein Cousin an dem Nachmittag aufgehalten hat. Wo der Verdächtige zur Tatzeit unterwegs war, müssten künftige Ermittlungen zeigen.

Der kleine Émile war im Juli zu Besuch bei seinen Großeltern in dem französischen Dorf Le Vernet, als er an einem Samstagnachmittag spurlos verschwand. Damals sagten lediglich zwei Zeugen aus, die den Jungen noch eine Straße in dem kleinen Ort Le Vernet in Südfrankreich herunterlaufen sahen. Seitdem sucht die Polizei vergeblich nach dem Kind. (nz)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Durand Thibaut/ABACAPRESS

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