„Heikle Tätigkeit“

Bootsunglück mit vier Toten am Lago Maggiore – Gedenktafel enthüllt die Wahrheit

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Das 2023 am Lago Maggiore gekenterte Hausboot soll voller Agenten gewesen sein. Das Schiffsunglück sorgte lange für offene Fragen. Nun scheinen sich Spekulationen zu bestätigen.

Rom – Die Nachricht um das Schiffsunglück auf dem Lago Maggiore am Pfingstsonntag 2023 sorgte für viele Spekulationen. Damals war das Hausboot „Goduria“ mit 23 Passagieren bei einem schweren Unwetter gekentert, vier Menschen überlebten den Unfall nicht. Während erst nur über eine Geburtstagsfeier auf dem Boot berichtetet wurde, häuften sich schnell Meldungen, die nach dem Skript eines Geheimagenten-Thrillers klangen. Abgesehen von der Besatzung sollen ausschließlich aktive und ehemalige israelische und italienische Geheimdienstler an Bord gewesen sein. Jetzt wurden diese Gerüchte erstmals offiziell bestätigt.

Gedenktafel an Lago Maggiore enthüllt: Verstorbene Agenten führten „heikle Tätigkeit“ durch

Die Wahrheit über das Schiffsunglück wurde nun durch eine Gedenktafel gelüftet. Die italienische Zeitung La Repubblica berichtet, dass zwei Sterne auf einer Gedenktafel sowie Gedenksteine die Namen der beiden verstorbenen Geheimagenten enthüllen. Bei den zwei der vier Opfern handelt es sich demnach um die 53-jährige Tiziana B. und den 62-jährigen Claudio A. Wer das Ufer am Lago Maggiore in Italien besucht, kann in einer schriftlichen Erklärung lesen: „Sie verloren ihr Leben am 28. Mai in den Gewässern des Lago Maggiore, als sie eine heikle operative Tätigkeit mit verwandten ausländischen Diensten durchführten.“ Genauere Angaben wurden keine gemacht.

Vier Todesopfer bei Schiffsunglück – darunter zwei italienische und ein israelischer Geheimagent

Insgesamt sollen acht italienische und 13 israelische Agenten sowie der Kapitän des Hausboots und dessen Frau an Bord gewesen sein. Die Frau des Kapitäns, eine 50 Jahre alte Russin, überlebte das Bootsunglück nicht. Auch ein pensionierter hochrangiger Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad kam damals ums Leben. Die anderen Israelis auf dem Boot, die sich zum Ufer oder auf anderen Booten retten konnten, wurden damals schnell außer Landes gebracht. Dies heizte die Spekulationen um die Geheimoperation auf dem Lago Maggiore weiter an.

Einsatzkräfte holen das gesunkene Boot auf dem Lago Maggiore, das am Pfingstsonntag 2023 kenterte.

Wieso das Hausboot kenterte und aus 15 Metern geborgen werden musste, ist noch nicht geklärt. Gegen 17.30 Uhr am Tag des Unglücks erhielten alle Schiffe am Lago Maggiore eine Unwetterwarnung. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge hätte das Boot Hafen von Lisanza nicht verlassen dürfen. Zudem sei das Hausboot für maximal 15 Passagiere ausgelegt – zum Zeitpunkt des Unglücks war es also stark überbesetzt. Gegen den Kapitän und Eigentümer des Hausboots, ein 53-jähriger Italiener, ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft.

Spionagedreieck am Lago Maggiore? Spekulationen um Hintergrund des Bootsausflugs der Agenten

Weiter unklar ist, welche „heikle operative Tätigkeit“ die Geheimagenten auf dem Hausboot durchführen wollten. Italienische Medien berichteten damals, es handele sich bei der Region um Norditalien, Südost-Frankreich und der Südschweiz um ein bekanntes „Spionagedreieck“. Dieses sei für geheime Aktionen von nationalen und internationalen Agenten, wie die tödlich endete Geburtstagsfeier auf dem Hausboot am Lago Maggiore, bekannt. (nbe/dpa)

Rubriklistenbild: © Vigili del Fuoco/dpa

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