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Indonesischer Vulkan Krakatau explodiert – Angst vor Tsunami wächst

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Der Krakatau ist wieder ausgebrochen.
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Der Krakatau in Indonesien gilt als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt. An seinem Krater jagt derzeit eine Explosion die andere.

Jakarta – Der Krakatau in Indonesien ist einer der bekanntesten und tödlichsten Vulkane der Welt. Sein Ausbruch 1883 forderte rund 35.000 Menschenleben. Über das Meer rasende pyroklastische Wolken (ein bis zu 700 Grad heißes Asche-Gasgemisch) und vor allem bis zu 40 Meter hohe Tsumaniwellen wurden zu Massenkillern.

Damals explodierte die gesamte Insel regelrecht, nur ein kleiner Rest im Süden blieb übrig. Im Norden davon wuchs durch ständige kleinere Ausbrüche 1927 ein neuer Vulkan aus dem Meer, das „Kind des Krakatau“ (indonesisch: Anak Krakatau). Und ist immer wieder aktiv, wenngleich nicht so extrem wie 1883. Doch 2018 stürzte der Krater des Anak Krakatau wieder ein. Das verursachte einen drei Meter hohen Tsunami, der die Küsten Indonesiens verwüstete. 429 Menschen starben, 1485 Menschen wurden verletzt, etwa 154 wurden danach vermisst.

Indonesien: Vulkan Krakatau explodiert – Video zeigt neuen Ausbruch

Jetzt lässt dieser Vulkan wieder die Bewohner der indonesischen Inselwelt erzittern. Am 27. und 28. November war eine enorme Steigerung der Aktivität des Anak Krakatau zu verzeichnen: Es gab 55 Explosionen im Krater an einem Tag. Der Vulkan spie Asche bis in eine Höhe von 2000 Metern.

Da man die Explosionen bis an die Küsten der großen indonesischen Insel Sumatra mit ihrer Hauptstadt Jakarta hören kann, sind auch dort die Einwohner nervös. Das Portal vulkane.net zitiert die Lokalpresse, wonach Anwohner der Küstenregion anfingen, an der Küste zu patrouillieren, damit sie im Falle eines Tsunamis andere Menschen rechtzeitig warnen und sich selbst in Sicherheit bringen können.

Vulkan Anak Krakatau: Experte spricht von Besorgnis erregendem Lavadom

Laut Hendra Gunawan, dem Leiter des Zentrums für Vulkanologie und geologische Katastrophenvorsorge (PVMBG) der Geologischen Agentur Indonesiens, gebe es Anzeichen dafür, dass im Krater des Vulkans ein Lavadom wachse, was besonders beunruhigend sei. Schon vor zwei Jahren hat es laut vulkane.net entsprechende Strukturen im Krater gegeben. Aktuelle Aufnahmen zeigten, dass die Explosionen aus dem Zentrum des Doms kommen. 

Auch am Sonntag (3. Dezember) gab es Eruptionen am Anak Krakatau. Die Aschesäule stand über 1650 Meter über dem Meeresspiegel. Schon am Samstag (2. Dezember) hatte es mehrere Eruptionen gegeben, die Aschesäule stieg aber nur 500 bis 700 Meter über dem Gipfel auf. Die Alarmstufe am Anak Krakatau ist derzeit bei Orange (Stand: 3. Dezember 2023) – die mittlere von drei Alarmstufen. Touristenboote dürfen sich nur bis auf eine Distanz von fünf Kilometern nähern.

Krakatau verursachte das lauteste Geräusch der Welt

Beim Ausbruch des Krakatau 1883 waren die Explosionen derart heftig, dass die dadurch ausgelösten Luftdruckwelle noch im 130 Kilometer entfernten Batavia (heute Jakarta) Fensterscheiben zum Zittern brachte und Gegenstände auf den Boden fielen. Der Knall gilt als das lauteste Geräusch, das die Menschheit je gehört hat. Es existiert davon eine Tonaufnahme.

Er war sowohl im 3100 Kilometer entfernten Perth an der australischen Westküste als auch auf der etwa 4800 Kilometer entfernt liegenden Insel Rodrigues nahe Mauritius vor der afrikanischen Küste zu hören. Die Luftdruckwelle der Hauptexplosion war noch nach fünf Tagen messbar, nachdem sie sieben Mal um die Erde gelaufen war.

Weiterer Vulkan bricht auf Sumatra aus – Suche nach 70-köpfiger Wanderergruppe

Am Sonntag (3. Dezember) brach auch auf der indonesischen Insel Sumatra der Vulkan Marapi aus. Er schleuderte eine rund drei Kilometer hohe Aschewolke in den Himmel. Der Ausbruch ereignete sich am frühen Sonntagnachmittag Ortszeit, wie örtliche Behörden mitteilten. Berichte über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor. Die Behörden richtete eine Sperrzone von drei Kilometern rund um den Krater ein. Der Ascheregen habe den Bezirk Agam in der Umgebung des Vulkans erreicht und den Himmel vorübergehend verdunkelt. Die Bewohner seien aufgefordert worden, in ihren Häusern zu bleiben.

Bisnis.com berichtet unter Berufung auf die Naturschutzbehörde von West-Sumatra, dass sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs 70 Wanderer auf dem Feuerberg befanden. Retter seien im Einsatz, um sie in Sicherheit zu bringen. Alle Wanderwege seien vorübergehend gesperrt worden. Ersten Messungen zufolge ist der 2981 Meter hohe Vulkan zunächst fast fünf Minuten lang ausgebrochen, berichtet der Sprecher der Nationalen Katastrophenschutzbehörde, Abdul Muhari. „Weitere Eruptionen sind noch im Gange“, sagte Hendra Gunawan vom indonesischen Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenabwehr (PVMBG).

Auch in Island wird ein bevorstehender Vulkanausbruch befürchtet. Ebenso auf den phlegräischen Feldern – einem Supervulkan im Süden Italiens, hier mehren sich die Zeichen für einen drohenden Ausbruch. Vor den Gewässern Siziliens wurden gerade erst unter der Meeresoberfläche drei neue Vulkane entdeckt. (jw mit dpa)

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