Missbrauchsskandal

Gericht veröffentlicht Liste mit Namen aus Epstein-Geheimakte – zwei überraschende Namen sorgen für Aufsehen

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    Moritz Bletzinger
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Bislang waren die Epstein-Akten geheim, jetzt sind sie an die Öffentlichkeit gekommen. Und dabei fallen prominente Namen.

Update vom 4. Januar, 13.15 Uhr: Eine Liste mit über hundert Namen aus dem Epstein-Prozess wurde veröffentlicht. Dabei handelt es sich allerdings nicht wie zuvor teils spekuliert um eine Klientenliste von Jeffrey Epstein. Eine Nennung bedeutet lediglich, dass der Name der Person im Rahmen des Prozesses gefallen ist und umfasst auch einige der Opfer. Unter den nun bekannt gewordenen Namen befinden sich auch einige bekannte Persönlichkeiten wie der ehemalige US-Präsident Donald Trump. Dessen Verbündete sind darüber alles andere als begeistert.

Es sind bisher jedoch nicht alle der bisher als J. Doe geführten Namen veröffentlicht. Mindestens zwei sind aktuell weiterhin unter Verschluss. Der Anwalt von Doe 107 hat Einspruch gegen die Veröffentlichung eingelegt, wie t-online.de berichtet. Bei Veröffentlichung bestehe Gefahr, dass Doe 107 in ihrem Wohnsitzland Hasspost erhalten würde und körperlicher Gewalt ausgesetzt sei.

Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell auf einem undatierten Foto.

Richterin Loretta Preska wird die Identität deshalb vorerst bis zum 22. Januar weiterhin unter Verschluss halten. Bis dahin muss der Anwalt entsprechende Beweise für seinen Einspruch vorlegen. Die veröffentlichte Liste ist keine Klientenliste von Epstein. Somit kann es sich bei Doe 107 auch um ein Opfer Epsteins handeln.

Ebenfalls nicht veröffentlicht wird die Identität von Doe 16. Die New York Times zitiert die Begründung von Richterin Preska: „“Doe 16 ist ein mutmaßliches minderjähriges Opfer von sexuellem Missbrauch, das sich nicht öffentlich geäußert und seine Privatsphäre gewahrt hat (...) Daher überwiegt das öffentliche Interesse nicht die Interessen der Privatsphäre.”

Geheime Epstein-Liste birgt Überraschungen: Die 15 prominentesten Namen

Jeffrey Epstein und seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell
Jeffrey Epstein soll sich eine Art Prostitutions-Ring aufgebaut und prominenten Bekannten junge Mädchen zum Sex zur Verfügung gestellt haben. Seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell war seine „rechte Hand“. Epstein beging 2019 Selbstmord, bevor er verurteilt werden konnte. Die US-Bezirksrichterin Preska sah keine rechtliche Grundlage dafür, die insgesamt 175 Namen weiterhin zurückzuhalten. Die Liste ist nun öffentlich. Eine Nennung bedeutet nicht, dass die Person aktiver Teil des Missbrauchsnetzwerks um Epstein war, sondern zunächst nur, dass der Name in dem Zivilprozess fiel.  © AFP (Foto undatiert)
Ghislaine Maxwell war Epsteins „rechte Hand“.
2021 wurde Ghislaine Maxwell unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. © Rick Bajornas/Unted Nations via AP/dpa
 Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell.
Die wohl bekannteste Aufnahme aus der Zeit. Dieses undatierte, vom US-Justizministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell. Giuffre behauptet, als Minderjährige vom Sohn der verstorbenen britischen Königin Elizabeth II. missbraucht worden zu sein. Er hat die Anschuldigungen aber stets bestritten.  © Us Department Of Justice/PA Media/dpa
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal.
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal. Auch Zeugin Johanna Sojberg warf ihm vor, als 21-Jährige von ihm sexuell belästigt worden zu sein. © Neil Hall/PA Wire/dpa
Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.
Er hingegen ist keine Überraschung auf der Liste: Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.  © Evan Agostini/Invision/AP/dpa
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010.
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010. Auch der Nobelpreisträger steht offenbar auf der Liste des Gerichts im Missbrauchsprozess um Jeffrey Epstein und seine Frau Ghislaine Maxwell. © dpa
US-Schauspieler Kevin Spacey
US-Schauspieler Kevin Spacey ist wegen dreimaliger unsittlicher Körperverletzung, siebenmaliger sexueller Nötigung, einmaliger Veranlassung sexueller Handlungen ohne Zustimmung und einmaliger Veranlassung penetranter sexueller Handlungen ohne Zustimmung zwischen 2001 und 2005 angeklagt. Auch sein Name taucht in Zusammenhang mit Epstein auf. Details sind allerdings nicht bekannt. © Yui Mok/PA Wire/dpa
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder – allerdings im Kontext der Befragung einer Zeugin, die angab, zu Trump niemals sexuellen Kontakt gehabt zu haben. © Charlie Neibergall/AP
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste.
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste. Er sei bei einem Essen bei Epstein anwesend gewesen und auch über die skandalösen Handlungen Epsteins Bescheid gewusst haben. Das behauptete Zeugin Sjoberg. © Christina Horsten/dpa
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009.
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009. Er soll Gast im Anwesen von Epstein in Palm Beach, Florida, gewesen sein, ist sich Zeugin Johanna Sojberg sicher. © Aaron Lambert/The Santa Maria Times Pool via AP/dpa
Des britische Astrophysiker Stephen Hawking.
Nicht minder überraschend taucht in den nun veröffentlichten Seiten auch der Name des britischen Astrophysikers Stephen Hawking auf. Auch er soll auf mindestens einer Feier Epsteins gewesen sein. Hawking starb 2018. © FACUNDO ARRIZABALAGA/dpa
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Liste, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz.
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Epstein-Liste des Gerichts, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz... © Andrew H. Walker/Getty Images/AFP
Schauspielerin Cate Blanchett
...Diaz‘ Schauspielkollegin Cate Blanchett... © Fabian Sommer/dpa
Supermodel Naomi Campbell.
...oder Supermodel Naomi Campbell. © Jennifer Graylock/PA Wire/dpa
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen.
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen. Allerdings wohl nur, weil Epstein mit ihm und Kollegin Cate Blanchett und ihrem Kollegen Leonardo DiCaprio angegeben habe, berichtete Zeugin Johanna Sojberg, die Epstein zum Sex gezwungen haben soll, vor Gericht. Er habe von Telefonaten berichtet. Getroffen habe sie die beiden aber nicht. © Andy Buchanan / AFP
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt.
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt. © Charles Sykes/Invision via AP/dpa
Auch „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht.
Und „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht. © dpa
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen.
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen. © John Lamparski/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/Getty Images via AFP

Liste mit Namen aus dem Prozess um Jeffrey Epstein öffentlich gemacht

Update vom 4. Januar, 7.15 Uhr: Die Liste mit den bisher anonymen Namen im Epstein-Prozess ist veröffentlicht. Auf ihr befinden sich einige Namen, die bereits zuvor mit dem Prozess in Verbindung standen, aber auch ein paar, von denen die Öffentlichkeit bisher nicht wusste. Eine Nennung bedeutet allerdings nicht gleich, dass eine Person aktiver Teil des Missbrauchsnetzwerkes um Epstein war. Es wurden beispielsweise auch die Namen einiger Verwandter von Opfern bisher nur anonymisiert genannt.

Die nun veröffentlichten Unterlagen enthalten Clintons Namen Dutzende Male, unter anderem in Zeugenaussagen, die ihn in die Nähe der Taten Epsteins rücken. Ebenso häufig und in teils ähnlichem Kontext taucht Prinz Andrew namentlich auf. Der Adelsspross konnte 2022 einen Zivilprozess im Zusammenhang mit Epsteins Missbrauchsring abwenden. Er gab öffentlich trotz der Vorwürfe der US-Klägerin Virginia Giuffre gegen ihn nie zu, Sex mit der damals Minderjährigen gehabt zu haben. 

Auf dem Foto ist die damals minderjährige Virgina Giuffre mit Prinz Andrew und Ghislaine Maxwell zu sehen.

Donald Trump taucht ebenfalls in der Liste auf – allerdings nur im Rahmen einer Zeugenaussage, bei der die Befragte angab, nie sexuellen Kontakt mit ihm gehabt zu haben.

Auf der Liste tauchen auch die Namen von Astrophysiker Stephen Hawking und Michael Jackson auf. Der dpa zufolge lasse sich daraus ableiten, dass beide scheinbar auf einer Veranstaltung von Epstein anwesend waren.

Richterin will Namensliste im Fall Epstein veröffentlichen

Ursprüngliche Meldung vom 3. Januar: New York – Kommt die Epstein-Geheimakte jetzt ans Licht? Anfang Dezember hat ein Gericht in New York bekannt gegeben, dass in der ersten Januarwoche hunderte vertrauliche Dokumente öffentlich gemacht werden sollen. Dies geht auf eine Anweisung der Bundesrichterin Loretta Preska in Manhattan zurück, die Namen von etwa 180 Personen zu enthüllen, die mit Epstein in Verbindung gebracht wurden. Es wird angenommen, dass einige prominente Namen auf der Liste stehen, darunter der britische Prinz Andrew (63) und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton (77).

Wer hatte Kontakt mit Epstein? Namen sollen veröffentlicht werden

Bisher wurden die Personen in den Gerichtsdokumenten nur anonymisiert erwähnt. Sie sind Opfer, Mitarbeiter, Geschäftspartner und mutmaßliche Komplizen von Epstein. Nach Ansicht der Bundesrichterin gibt es keinen Grund mehr für die Anonymisierung, da viele der genannten Personen bereits in den Medien zitiert oder durch Interviews in den vergangenen Jahren leicht zu identifizieren sind. Daher hat die Richterin die Veröffentlichung der Namen für Anfang Januar 2024 festgelegt. Die betroffenen Personen hatten die Möglichkeit, gegen die Entscheidung Einspruch einzulegen.

Finanzier Jeffrey Epstein wurde 2019 festgenommen.

Schwere Vorwürfe gegen Prinz Andrew

Es wird angenommen, dass der britische Prinz Andrew in den Dokumenten genannt wird. Dies steht im Zusammenhang mit einer Verleumdungsklage, die die Amerikanerin Virginia Giuffre 2016 gegen Epsteins ehemalige Geliebte und Komplizin Ghislaine Maxwell erhoben hatte.

Giuffre beschuldigte Epstein und Maxwell, sie im Alter von 17 Jahren zum Sex mit Prinz Andrew und anderen prominenten Männern gezwungen zu haben. Prinz Andrew hat die Vorwürfe zurückgewiesen und behauptet, er könne sich nicht daran erinnern, Giuffre jemals getroffen zu haben. Nach den Vorwürfen wurde Prinz Andrew aus dem Buckingham Palace verbannt.

Die Klage wurde im folgenden Jahr beigelegt, aber der Miami Herald leitete rechtliche Schritte ein, um Zugang zu den Akten zu erhalten und das Epstein-Netzwerk zu untersuchen. Die Namen auf der damaligen Liste waren alle nur mit Nummern und dem Pseudonym „Doe“ aufgeführt.

Er war angeblich auf der Epstein-Insel: Steckt Bill Clinton hinter dem Pseudonym „John Doe 36“?

Es wird auch erwartet, dass der ehemalige US-Präsident Bill Clinton auf der Liste steht. Laut ABC News wurde ihm das Pseudonym „John Doe 36“ zugewiesen. Giuffre hat nie Anschuldigungen gegen Clinton erhoben, behauptete aber, sie habe den Ex-Präsidenten auf Epsteins privater Karibikinsel getroffen.

Clintons Name soll mehr als 50 Mal in den Gerichtsakten auftauchen, aber die Erwähnungen des ehemaligen Präsidenten stehen laut dem US-Sender oft im Zusammenhang mit Bemühungen, ihn „für eine Aussage unter Eid über seine Beziehung zu Epstein“ vorzuladen.

Missbrauchsskandal um Epstein – Komplizin Maxwell zu 20 Jahren Haft verurteilt

Epstein wurde im Juli 2019 verhaftet und im August 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden. Der Geschäftsmann, der bis in die höchsten Kreise vernetzt war, soll zahlreiche minderjährige Mädchen sexuell missbraucht haben. Seine ehemalige Freundin Ghislaine Maxwell wurde im Dezember 2021 für schuldig befunden und im Juni 2022 zu 20 Jahren Haft verurteilt. Nach Ansicht des Gerichts hatte sie Epstein jahrelang bei der Rekrutierung der minderjährigen Mädchen und jungen Frauen unterstützt, die teilweise an andere Männer weitergegeben wurden.

Eine frühere Anklage gegen Epstein führte zu einem für den Unternehmer sehr günstigen Deal, der ihn zum Symbol einer gesellschaftlichen Elite machte, die selbst mit Verbrechen davonkommt. Seine Beziehungen zu Prominenten und sein Tod im Alter von 66 Jahren führten zu zahlreichen Gerüchten und Verschwörungstheorien.

Die Redakteurin oder der Redakteur hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

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