Bilder zeigen Ausmaß

Gerölllawine, Stromausfälle, kaputte Autos – heftige Unwetter treffen Österreich und Südtirol

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Unwetter in Österreich und Italien haben sichtbare Schäden angerichtet. Feuerwehren waren im Einsatz. Bilder dokumentieren das Ausmaß.

München – Die Österreichische Unwetterzentrale (UWZ) warnte für den gestrigen Mittwoch (7. August) halb Österreich. Die Ausmaße zeigen: zu Recht. Enorme Gewitter-Gewalten mit großen Regenmengen in kurzer Zeit, Hagel und teils stürmischen Böen überzogen das Land, trafen auch das italienische Südtirol.

Österreich-Unwetter: Bilder zeigen reißende Fluten

In Tirol (Österreich) traf es den Raum Wörgl und die Wildschönau. Die Hahntennjochstraße war vorsorglich wegen Gewittern für rund zwei Stunden gesperrt worden. Die Feuerwehr Wörgl meldete eine „heftige Unwetterfront mit Starkregen und Hagel“ über dem Großraum der Stadt. Am Nachmittag wurden die Einsatzkräfte zu mehreren Wasserschäden im Stadtgebiet alarmiert, erklärte man IPPEN.MEDIA.

„In Summe mussten 27 Keller ausgepumpt werden. Ebenso entstanden an mehreren Stellen regelrechte Seen, da die Wassermassen nicht in die Kanalisation abfließen konnten“, so ein Sprecher der Feuerwehr. In diesem Zusammenhang mussten mehrere Kanaldeckel geöffnet und/oder von Ästen befreit werden. Knapp 30 Mitglieder mit sieben Fahrzeugen waren ab 14.20 Uhr bis kurz vor 17 Uhr im Einsatz. 

Schwere Unwetter haben Österreich und Südtirol am 7. August heimgesucht und Schäden angerichtet.

Feuerwehren im Dauereinsatz – Orte in Österreich unter Wasser

Wie heute.at berichtet, waren gerade in den an stärksten betroffenen Gebieten Liezen, Bruck/Mürzzuschlag, Feldkirchen und Wolfsberg Feuerwehren in den Abendstunden im Dauereinsatz. Tausende Haushalte waren zwischenzeitlich offenbar ohne Strom, Bäume stürzten auf Bundesstraßen und Autobahnen, blockierten dort den Verkehr. In Kärnten verlegten dem Bericht zufolge Muren etwa die Millstätter Bundesstraße (B 98).

Heftige Auswirkungen gab es auch in der Steiermark. Die Gemeinde Stanz im Mürztal, mit ihren nicht einmal 2000 Einwohnern, traf es gewaltig. „Alarm wegen starker Regenfälle“, meldete die Freiwillige Feuerwehr vor Ort und musste mit 17 Mann ausrücken. Bilder zeigen reißende Fluten nahe einem Fußballplatz.

Auch Italien betroffen: Murenabgang in Südtirol

Doch die Unwetter waren auch in Südtirol und weiteren Regionen Norditaliens zu spüren. Auch hier wurden Bäume aus dem Boden gerissen, als Starkregen und kräftiger Wind einsetzten. Wie die Freiwillige Feuerwehr berichtet, stürzte ein Baum am Nachmittag auf den Parkplatz der Seilbahn nach Verdins auf drei Autos. Wie Rai berichtet, musste die Bahnstrecke zwischen Meran und Bozen aufgrund Ästen auf den Gleisen kurz unterbrochen werden. Erst im Juli stürzten Bäume auf eine Seilbahn. Vor einer Woche verwüsteten Unwetter Teile der Gardasee-Region.

Überflutungen, Erdrutsche, kaputte Häuser: Unwetter verwüsten Alpenraum – Bilder zeigen Ausmaß

Seit Donnerstag (22. Juni) zieht eine Regen- und Gewitterfront über den Alpenraum. Zudem sind die Böden wegen der Schneeschmelze mit Wasser gesättigt. Das führte zu starken Überflutungen und Erdrutschen.
Seit Donnerstag (22. Juni) zieht eine Regen- und Gewitterfront über den Alpenraum. Zudem sind die Böden wegen der Schneeschmelze mit Wasser gesättigt. Das führte zu starken Überflutungen und Erdrutschen. © Kanton Wallis
Der Pegel der Rhône erreichte am Freitag (21. Juli) seinen Höchststand. Das Wallis war von den Alpen-Unwettern am stärksten betroffen. Vor allem der bekannte Ferienort Zermatt.
Der Pegel der Rhône erreichte am Freitag (21. Juli) seinen Höchststand. Das Wallis war von den Alpen-Unwettern am stärksten betroffen. Vor allem der bekannte Ferienort Zermatt. © Kanton Wallis
Zermatt in Trümmern: „Hunderte Häuser wurde praktisch zerstört“, schreibt ein Twitter-User. Laut Zivilschutz mussten im Wallis rund 230 Menschen ihr Häuser verlassen.
Zermatt in Trümmern: „Hunderte Häuser wurde praktisch zerstört“, schreibt ein Twitter-User. Laut Zivilschutz mussten im Wallis rund 230 Menschen ihr Häuser verlassen. © Screenshot/X
Dramatische Szenen mitten in Zermatt. Im Ortskern der Schweizer Gemeinde entwickelte sich die Mattervispa zur reißenden Flut. Mit einem Bagger versuchen Einsatzkräfte, den Schaden zu begrenzen.
Dramatische Szenen mitten in Zermatt. Im Ortskern der Schweizer Gemeinde entwickelte sich die Mattervispa zur reißenden Flut. Mit einem Bagger versuchen Einsatzkräfte, den Schaden zu begrenzen. © Screenshot/X
Braune Flut im Ferienort. Die Mattervispa überschwemmte Straßen und Fußgängerwege in Zermatt. Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun, die Wassermassen in Grenzen zu halten.
Braune Flut im Ferienort. Die Mattervispa überschwemmte Straßen und Fußgängerwege in Zermatt. Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun, die Wassermassen in Grenzen zu halten. © Screenshot/X
Bei Gewitter und Starkregen traten Flüsse im Wallis über die Ufer und richteten Zerstörung an. Hier hängt ein Auto in Zermatt gerade noch so an der in Teilen weggebrochenen Straßen.
Bei Gewitter und Starkregen traten Flüsse im Wallis über die Ufer und richteten Zerstörung an. Hier hängt ein Auto in Zermatt gerade noch so an der in Teilen weggebrochenen Straßen. © Screenshot/X
Mit provisorischen Sperren und Sandsäcken stoppte die Kantonsverwaltungen die Fluten im Wallis etwas. Dennoch kam es zu großen Schäden. Und im Bündner Südtal Misoux sogar zu vier Vermissten.
Mit provisorischen Sperren und Sandsäcken stoppte die Kantonsverwaltungen die Fluten im Wallis etwas. Dennoch kam es zu großen Schäden. Und im Bündner Südtal Misoux sogar zu vier Vermissten. © Screenshot/X
Auch in Südtirol richteten die Unwetter große Schäden an. Der Landesfeuerwehrverband berichtet von über 200 Einsätzen in der Nacht auf Samstag (22. Juni).
Auch in Südtirol richteten die Unwetter große Schäden an. Der Landesfeuerwehrverband berichtet von über 200 Einsätzen in der Nacht auf Samstag (22. Juni).  © Landesfeuerwehrverband Südtirol
Dauereinsatz für die Feuerwehr in Südtirol. Bäume wurden entwurzelt, Äste auf die Straßen geschleudert und etliche Verkehrswege musste befreit werden.
Dauereinsatz für die Feuerwehr in Südtirol. Bäume wurden entwurzelt, Äste auf die Straßen geschleudert und etliche Verkehrswege musste befreit werden. © Landesfeuerwehrverband Südtirol
Die Alpen-Unwetter zerrissen in Südtirol auch ganze Häuser, deckten Dächer ab und überfluteten Keller. Dazu ging teils großer Hagel nieder.
Die Alpen-Unwetter zerrissen in Südtirol auch ganze Häuser, deckten Dächer ab und überfluteten Keller. Dazu ging teils großer Hagel nieder. © Landesfeuerwehrverband Südtirol
Im strömenden Regen erlebt die Feuerwehr eine schlaflose Nacht. Immerhin scheint sich die Unwetter-Lage am Samstag (22. Juni) zumindest vormittags etwas beruhigt zu haben.
Im strömenden Regen erlebt die Feuerwehr eine schlaflose Nacht. Immerhin scheint sich die Unwetter-Lage am Samstag (22. Juni) zumindest vormittags etwas beruhigt zu haben.  © Landesfeuerwehrverband Südtirol
Häuser in der Gemeinde Lostallo nach einem Erdrutsch, der durch das schlechte Wetter und den starken Regen im Misox-Tal verursacht wurde.
Häuser in der Gemeinde Lostallo nach einem Erdrutsch, der durch das schlechte Wetter und den starken Regen im Misox-Tal verursacht wurde. © Samuel Golay/dpa
Massive Schäden nach Unwetter in der Schweiz: Bei einem Erdrutsch sind 200 Meter Autobahn eingestürzt.
Massive Schäden nach Unwetter in der Schweiz: Bei einem Erdrutsch sind 200 Meter Autobahn eingestürzt.  © Samuel Golay/KEYSTONE/dpa
Nach Unwettern in Schweiz ist die A13 zwischen San Vittore und dem San Bernardino Tunnel Nordportal gesperrt.
Nach Unwettern in Schweiz ist die A13 zwischen San Vittore und dem San Bernardino Tunnel Nordportal gesperrt.  © Graubünden Polizei

Gewaltige Bilder gab es auch aus Pflersch. Dort lösten sich wegen der starken Regenfälle Geröll und Schlamm. Die Freiwillige Feuerwehr Pflersch spricht von Alarmstufe 4. „Wir wurden heute Nachmittag zu einem Murenabgang gerufen. Aufgrund der starken Regenfälle löste sich Material eines Seitengrabens und verlegte einen Fußgängerweg. Dies führte zu einer kleineren Verklausung des Talbaches, die beobachtet werden musste.“ Fußgängerwege seien gesperrt worden, da auch andere Gewässer Material mitführten.

Wetter-Prognose für Österreich

Auch für den Donnerstag gibt es zahlreiche Vorwarnungen für Österreichs Regionen. Die Unwetterzentrale sieht eine Kaltfront auf den Alpenraum zukommen. Schauer und Gewitter seien zu erwarten.

  • Donnerstag (8. August): Unwetter-Vorwarnungen für nahezu alle Teile Österreichs.
  • Freitag (9. August): In weiten Teilen sonnig und trocken. Nur im südlichen Berg- und Hügelland vereinzelt lokale Wärmegewitter.
  • Samstag (10. August): Hochsommerliche Temperaturen (um die 30 Grad).
  • Sonntag (11. August): Hochsommerliche Temperaturen. Im Bergland drohen lokale Hitzegewitter.

Quelle: uwz.de

Dann aber soll es besser werden. Die Aussichten für das Wochenende deuten sogar auf Hitze hin. Bei vorhergesagten Temperaturen jenseits der 30 Grad locken Freibad, Seen und Flüsse.

Rubriklistenbild: © FF Pflersch, FF Stanz, FF Verdins

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