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Erneut heftige Unwetter in Südtirol: Bach wird zu reißendem Schlamm-Strom, Bäume stürzen auf Seilbahn

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Heftige Regenfälle lassen Keller und Erdgeschosse in Südtirol innerhalb kürzester Zeit unter Wasser stehen. Feuerwehrkräfte bis in der Früh im Dauereinsatz.

Gadertal – Heftige Unwetter mit starkem Regen und Sturmböen haben am Mittwochabend (17. Juli) erneut die italienische Provinz Südtirol heimgesucht. Im Osten des Landes, insbesondere im Gadertal, kam es zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen, berichtet das Online Nachrichtenportal stol.it.

Am Dienstagabend (16. Juli) hatten mehrere Muren nach heftigen Gewittern immense Schäden in den Südtiroler Dolomiten gesorgt. Eine Gewitterfront in der Nacht auf Freitag (12. Juli) sorgte indes für Riesenschäden entlang der Brennerautobahn.

Erneut heftige Unwetter in Südtirol – zahlreiche Erdrutsche, Steinschläge sowie Überschwemmungen

Unwetter in Südtirol: Feuerwehrleute im Dauereinsatz

Dem Bericht zufolge hat sich der Rü de Ciamplò (Wengender Bach) infolge heftiger Regenfälle zu einem reißendem Schlamm-Strom entwickelt. Im Weiler Ju seien Wassermassen eines Nebenbaches in ein Haus eingedrungen, eine private Sägemühle sei indes im Weiler Spëscia weiter taleinwärts mitgerissen worden.

Mehrere Feuerwehre mussten wegen „zahlreichen Erdrutschen, Steinschlägen, umgestürzten Bäumen und Überschwemmungen in Wohnungen, Kellern und Garagen ausrücken“, schreibt der Landesfeuerwehrverband Südtirol auf seiner Facebook-Seite.

In Partschins gab es laut dem italienischen Nachrichtensender rainews.it Wasserschäden am Kindergarten und am Probelokal der Musikkapelle. In Rabland wurde ein Aufzugsschacht eines Hotels überschwemmt.

Erst kürzlich hatten lang anhaltende Regenfälle einen bisher einmaligen Fund in den Dolomiten freigelegt.

Heftiger Sturm in Pustertal: Menschen müssen aus Gondelkabine evakuiert werden

In der Dolomitenregion Kronplatz im Pustertal fielen Bäume aufgrund des Sturms auf die Ried-Umlaufbahn. Diese kam infolgedessen zum Stillstand, mehrere Personen mussten per Hubschrauber und Seilwinde aus den Kabinen evakuiert werden. Verletzt wurde nach Angaben des Nachrichtenportals aber niemand.

Überflutungen, Erdrutsche, kaputte Häuser: Unwetter verwüsten Alpenraum – Bilder zeigen Ausmaß

Seit Donnerstag (22. Juni) zieht eine Regen- und Gewitterfront über den Alpenraum. Zudem sind die Böden wegen der Schneeschmelze mit Wasser gesättigt. Das führte zu starken Überflutungen und Erdrutschen.
Seit Donnerstag (22. Juni) zieht eine Regen- und Gewitterfront über den Alpenraum. Zudem sind die Böden wegen der Schneeschmelze mit Wasser gesättigt. Das führte zu starken Überflutungen und Erdrutschen. © Kanton Wallis
Der Pegel der Rhône erreichte am Freitag (21. Juli) seinen Höchststand. Das Wallis war von den Alpen-Unwettern am stärksten betroffen. Vor allem der bekannte Ferienort Zermatt.
Der Pegel der Rhône erreichte am Freitag (21. Juli) seinen Höchststand. Das Wallis war von den Alpen-Unwettern am stärksten betroffen. Vor allem der bekannte Ferienort Zermatt. © Kanton Wallis
Zermatt in Trümmern: „Hunderte Häuser wurde praktisch zerstört“, schreibt ein Twitter-User. Laut Zivilschutz mussten im Wallis rund 230 Menschen ihr Häuser verlassen.
Zermatt in Trümmern: „Hunderte Häuser wurde praktisch zerstört“, schreibt ein Twitter-User. Laut Zivilschutz mussten im Wallis rund 230 Menschen ihr Häuser verlassen. © Screenshot/X
Dramatische Szenen mitten in Zermatt. Im Ortskern der Schweizer Gemeinde entwickelte sich die Mattervispa zur reißenden Flut. Mit einem Bagger versuchen Einsatzkräfte, den Schaden zu begrenzen.
Dramatische Szenen mitten in Zermatt. Im Ortskern der Schweizer Gemeinde entwickelte sich die Mattervispa zur reißenden Flut. Mit einem Bagger versuchen Einsatzkräfte, den Schaden zu begrenzen. © Screenshot/X
Braune Flut im Ferienort. Die Mattervispa überschwemmte Straßen und Fußgängerwege in Zermatt. Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun, die Wassermassen in Grenzen zu halten.
Braune Flut im Ferienort. Die Mattervispa überschwemmte Straßen und Fußgängerwege in Zermatt. Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun, die Wassermassen in Grenzen zu halten. © Screenshot/X
Bei Gewitter und Starkregen traten Flüsse im Wallis über die Ufer und richteten Zerstörung an. Hier hängt ein Auto in Zermatt gerade noch so an der in Teilen weggebrochenen Straßen.
Bei Gewitter und Starkregen traten Flüsse im Wallis über die Ufer und richteten Zerstörung an. Hier hängt ein Auto in Zermatt gerade noch so an der in Teilen weggebrochenen Straßen. © Screenshot/X
Mit provisorischen Sperren und Sandsäcken stoppte die Kantonsverwaltungen die Fluten im Wallis etwas. Dennoch kam es zu großen Schäden. Und im Bündner Südtal Misoux sogar zu vier Vermissten.
Mit provisorischen Sperren und Sandsäcken stoppte die Kantonsverwaltungen die Fluten im Wallis etwas. Dennoch kam es zu großen Schäden. Und im Bündner Südtal Misoux sogar zu vier Vermissten. © Screenshot/X
Auch in Südtirol richteten die Unwetter große Schäden an. Der Landesfeuerwehrverband berichtet von über 200 Einsätzen in der Nacht auf Samstag (22. Juni).
Auch in Südtirol richteten die Unwetter große Schäden an. Der Landesfeuerwehrverband berichtet von über 200 Einsätzen in der Nacht auf Samstag (22. Juni).  © Landesfeuerwehrverband Südtirol
Dauereinsatz für die Feuerwehr in Südtirol. Bäume wurden entwurzelt, Äste auf die Straßen geschleudert und etliche Verkehrswege musste befreit werden.
Dauereinsatz für die Feuerwehr in Südtirol. Bäume wurden entwurzelt, Äste auf die Straßen geschleudert und etliche Verkehrswege musste befreit werden. © Landesfeuerwehrverband Südtirol
Die Alpen-Unwetter zerrissen in Südtirol auch ganze Häuser, deckten Dächer ab und überfluteten Keller. Dazu ging teils großer Hagel nieder.
Die Alpen-Unwetter zerrissen in Südtirol auch ganze Häuser, deckten Dächer ab und überfluteten Keller. Dazu ging teils großer Hagel nieder. © Landesfeuerwehrverband Südtirol
Im strömenden Regen erlebt die Feuerwehr eine schlaflose Nacht. Immerhin scheint sich die Unwetter-Lage am Samstag (22. Juni) zumindest vormittags etwas beruhigt zu haben.
Im strömenden Regen erlebt die Feuerwehr eine schlaflose Nacht. Immerhin scheint sich die Unwetter-Lage am Samstag (22. Juni) zumindest vormittags etwas beruhigt zu haben.  © Landesfeuerwehrverband Südtirol
Häuser in der Gemeinde Lostallo nach einem Erdrutsch, der durch das schlechte Wetter und den starken Regen im Misox-Tal verursacht wurde.
Häuser in der Gemeinde Lostallo nach einem Erdrutsch, der durch das schlechte Wetter und den starken Regen im Misox-Tal verursacht wurde. © Samuel Golay/dpa
Massive Schäden nach Unwetter in der Schweiz: Bei einem Erdrutsch sind 200 Meter Autobahn eingestürzt.
Massive Schäden nach Unwetter in der Schweiz: Bei einem Erdrutsch sind 200 Meter Autobahn eingestürzt.  © Samuel Golay/KEYSTONE/dpa
Nach Unwettern in Schweiz ist die A13 zwischen San Vittore und dem San Bernardino Tunnel Nordportal gesperrt.
Nach Unwettern in Schweiz ist die A13 zwischen San Vittore und dem San Bernardino Tunnel Nordportal gesperrt.  © Graubünden Polizei

Das Wetter in Südtirol soll sich laut wetterprognose.it in den kommenden Tagen deutlich entspannen. Demnach werde das Wetter in den nächsten Tagen sogar hochsommerlich – in Bozen seien Temperaturen bis zu 35 Grad möglich. Nur vereinzelt müsse mit Hitzegewittern gerechnet werden. (vw)

Rubriklistenbild: © Screenshot/ Collage/ @ Landesfeuerwehrverband Südtirol

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