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Gewitter-Streifen zieht über Deutschland: Schwerpunkt der Unwetter-Front verlagert sich nach Norden

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Das Wetter bleibt weiter ungemütlich in Deutschland. Am Mittwoch drohen vor allem im Norden und Nordosten heftige Unwetter mit Gewitter und Starkregen. Der News-Ticker.

Update vom 22. Mai, 5.30 Uhr: Die heftigen Regenfälle haben in der Nacht auf Mittwoch (22. Mai) vor allem im Norden und Osten von Bayern für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr und Polizei gesorgt. Die Situation sei insgesamt aber nicht dramatisch, niemand sei ernsthaft zu Schaden gekommen, heißt es seitens der Polizei. Auch in den vom Pfingst-Hochwasser betroffenen Gebieten im Saarland und Rheinland-Pfalz kam es über Nacht zu keinen wetterbedingten Einsätzen, zitiert die dpa einen Polizeisprecher am Mittwochmorgen.

Zum jetzigen Zeitpunkt (Stand: 5.42 Uhr), gelten nur für Teile von Sachsen-Anhalt Unwetterwarnungen. Laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kommt es in der Früh von Ostbayern über die Mitte bis in den Nordwesten Deutschlands erneut zu „schauerartigen Regenfällen und einzelnen Gewittern“, mit stellenweise Starkregen. Im Verlauf des Mittwochvormittags verlagern sich die Schwerpunkte der Unwetter dann nach Norden und Nordosten. Betroffen sollen vor allem Schleswig-Holstein, Vorpommern und die Uckermark sein, mit möglichen Regenfällen von bis zu 50 Liter pro Quadratmeter.

Update vom 21. Mai, 20.04 Uhr: Von Borken bis Passau – die Gewitterfront zieht derzeit quer über Deutschland hinweg. In weiten Teilen Bayerns, Thüringen, NRW, Nordhessen, Niedersachsen und Sachsen kommt es aktuell zu unwetterartigen Regen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt deshalb vor möglichen Überschwemmungen. Ungemütlicher kann es auch im Norden Deutschlands und Richtung Schwarzwald werden.

Für die bayerischen Landeskreise hat der DWD seine Warnstufe herabgesetzt – derzeit wird die Wetterlage nirgendwo schlimmer als Stufe 2 eingestuft. Nach Prognosen des DWD zieht das Unwetter im Laufe des Dienstagabends Richtung Norden.

Leichtes Aufatmen auch im Saarland. Derzeit sehe es nicht so aus, als würde die Wetterlage das Hochwassergebiet verschlimmern. Darüber berichtet die Deutsche Presseagentur. Zu einem kurzen Schreckmoment sei es aber am Dienstag dennoch gekommen: Wie die Bild schreibt, habe es im Saarland am Nachmittag einen kleineren Erdrutsch gegeben.

Update vom 21. Mai, 18.21 Uhr: Für die Dienstagabendstunden hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor heftigen Unwetter gewarnt. In weiten Teilen Bayerns kracht es allerdings schon jetzt. Wie der DWD schreibt, fegen vor allem über den Nordosten des Freistaates schwere Gewitter mit Starkregen und Hagel. Es kann zudem zu starken Windböen kommen. Für 16 Landkreise Bayerns gilt die zweithöchste Warnstufe des DWD:

  • Kreis und Stadt Coburg
  • Kreis Kronach
  • Kreis Lichtenfels
  • Kreis Kulmbach
  • Kreis und Stadt Bamberg
  • Kreis Forchheim
  • Kreis und Stadt Bayreuth
  • Kreis Neustadt a.d. Waldnaab
  • Kreis Amberg-Sulzbach
  • Stadt Amberg
  • Kreis Nürnberger Land
  • Kreis Cham
  • Kreis Regen
  • Kreis Freyung-Grafenau
  • Kreis Deggendorf
  • Kreis und Stadt Passau

„Es besteht die Gefahr von Überschwemmungen, Erdrutschen sowie vollgelaufenen Kellern und Unterführungen“, warnt der DWD und gibt Handlungsempfehlung für Menschen in betroffenen Regionen.

Bis in die späten Abendstunden hinein erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) heftige Unwetter in Teilen Deutschlands. In Bayern herrscht schon am frühen Abend in vielen Landkreisen Warnstufe Rot. (Symbolfoto/Collage)

Update vom 21. Mai, 17.17 Uhr: Nach den verheerenden Überschwemmungen im Saarland über Pfingsten gibt es im Saarland Entwarnung: Landesinnenminister Reinhold Jost (SPD) gab am Dienstag bekannt, dass „das Wettergeschehen herabgestuft“ werden könne. Der Innenminister des Landes zeigt sich am Dienstag vorsichtig zuversichtlich. Er erwartet nun nur noch „mit einem mäßigen Hochwassergeschehen“. „Das ist, wie ich finde, eine gute Nachricht“, sagte er bezogen auf die vorhergesehenen Wetterverhältnisse.

Nichtsdestotrotz sind die Einsatzkräfte vorbereitet „und warten auf einen hoffentlich nicht stattfindenden Einsatz, weil die Wetterlage sich so entwickelt, dass es keine weitere Verschärfung der Lage gibt.“ Eine vollständige Entwarnung für weitere Teile Deutschlands seitens der Meteorologen wurde noch nicht ausgesprochen.

Update vom 21. Mai, 15.45 Uhr: Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) kommt es im Norden und Osten Bayerns sowie in Teilen Baden-Württembergs bis zum späten Abend zu heftigen Gewittern und Unwettern mit starkem Regen. Der DWD gab bekannt, dass mit Starkregen von 40 Litern innerhalb kurzer Zeit gerechnet werden muss. An einigen Orten könnten sogar 80 Liter nicht ausgeschlossen sein.

In Nordrhein-Westfalen prognostizierten die Meteorologen ebenfalls Unwetter mit Starkregen an einigen Stellen, insbesondere in der südwestlichen Hälfte und in Teilen der Mitte des Bundeslandes. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie warnt, dass die im Laufe des Tages drohenden Unwetter mit heftigen Regenfällen die Flüsse und Bäche in Hessen deutlich anschwellen lassen könnten.

Update vom 21. Mai, 14.38 Uhr: Gleich mehrere Tiefs beeinflussen die Wetterlage in Deutschland: Nicht nur Katinka – auch das kleine Tief Lisa beeinflusst das Unwetter. LISA zeiht von Bayern im Laufe des Tages in den Nordwesten und kommt Abends in Nordrhein-Westfalen an. Das Tief trennt die kühle Luft im Südwesten, von der wärmeren und feuchteren im Nordosten. So entsteht ein Streifen in der Mitte des Landes, der besonders stark von Gewittern betroffen ist.

Update vom 21. Mai, 14.05 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat dazu aufgefordert, die Warnungen vor Unwettern ernst zu nehmen: „Hören Sie auf das, was an Warnmeldungen kommt!“ Im Ernstfall könne dies Leben bewahren, betonte die SPD-Politikerin am Dienstag in Berlin.

In Anbetracht der anhaltenden Gefahrenlage bleiben die Bundes-Hilfskräfte wachsam: „Wir werden mit allen verfügbaren Kräften helfen, wenn es notwendig wird.“ Laut Aussagen der Innenministerin waren am Wochenende allein im Saarland und in Rheinland-Pfalz etwa 2500 Helfer des Technischen Hilfswerks sowie rund 120 Bundespolizisten im Einsatz.

Update vom 21. Mai, 11.35 Uhr: Ein Experte von The Weather Channel warnt: „Vorsicht, Tornado-Gefahr in Deutschland!“ Besonders am Dienstagnachmittag solle es im betroffenen Streifen vom Rheinland bis Bayern oder sogar bis Sachsen, zu Sturmböen und eventuell sogar zu Tornados kommen. Beginnend zu Mittag kommt es zu starken Gewittern. Bis 15 Uhr könnten sich daraus laut dem Experten Superzellen, also besonders gefährliche Gewitterwolken, gebildet haben. Diese ziehen anschließend nach Westen weiter. Abends könnte es aber auch im Norden nochmal ungemütlich werden. Bis ungefähr 20 Uhr besteht Tornado-Gefahr, danach nimmt die Intensität ab.

Ein Experte warnt vor möglichen Tornados in Deutschland. (Symbolbild)

Update vom 21. Mai, 10.27 Uhr: Es sei noch zu früh, um die Schäden in den von heftigen Regenfällen und Überschwemmungen betroffenen Gebieten im Saarland und in Rheinland-Pfalz auszuwerten, so die Versicherungsagenturen. Erst in einigen Tagen könne das Ausmaß eingeschätzt werden. Bevor eine Begutachtung der Schäden überhaupt möglich ist, muss das Wasser vollständig abgelaufen sein, erklärte der Gesamtverband der Versicherer (GDV) am Dienstag in Berlin. Dies könnte noch einige Tage in Anspruch nehmen und hängt von der Entwicklung der weiterhin vorhergesagten Regenfälle ab. 

Im Schnitt sind nur 54 Prozent der Haushalte gegen alle Naturgefahren versichert. „Viele Hausbesitzer sind sich ihrer individuellen Bedrohung durch Naturgefahren nicht bewusst“, so ein Sprecher der GDV.

Update vom 21. Mai, 10.26 Uhr: Am Dienstagvormittag gibt es laut DWD Dauerregen vom Nordschwarzwald bis zur Eifel. Am Nachmittag kommt es in einem Streifen vom Südosten Bayerns bis zur Eifel und zum Niederrhein zu schweren Gewittern. Zudem bringen diese Hagel und Sturmböen mit sich. Auch von Saarbrücken bis Stuttgart wird vor markantem Wetter gewarnt. Im Norden kann es zu starken Windböen kommen, dort zeigt die Karte eine Küstenwarnung auf.

Ursprungsmeldung vom 21. Mai: München – Besonders Menschen im Saarland und Rheinland-Pfalz hatten am Pfingstwochenende mit heftigen Unwettern zu kämpfen. Augenzeugen sichteten in Niedersachsen zudem einen möglichen Tornado. Nun bringt das Wetter in Deutschland erneut Unwetter. Allerdings sind am Dienstag (21. Mai) auch andere Regionen von Gewittern und Starkregen betroffen.

Weitere Bundesländer von Unwettern betroffen: In diesen Regionen drohen Gewitter und Starkregen

Am verlängerten Wochenende wurde vor allem der Südwesten des Landes getroffen. Durch die enormen Niederschläge kam es zu Hochwasser, Erdrutschen sowie überfluteten Straßen und Kellern. Im Saarland starb eine Frau bei einem Rettungseinsatz. In Österreich wurde nahezu ein ganzer Ort verwüstet.

Überflutungen, Erdrutsche, gesperrte Straßen: Die Bilder des Unwetter-Chaos in Deutschland

Starkregen überflutete auch die Saarbrücker Flughafenstraße.
Starkregen überflutete auch die Saarbrücker Flughafenstraße.  © IMAGO/BeckerBredel
Ein Hangrutsch hat die Fahrbahn der L 108 zwischen St. Ingbert und Heckendalheim massiv unterspült. Die Strecke wird tagelang gesperrt sein.
imago0477927164h.jpg © IMAGO/BeckerBredel
Wassermassen strömen durch die Innenstadt von Saarbrücken und sorgen für komplettes ,,Land unter“.
Wassermassen strömen durch die Innenstadt von Saarbrücken und sorgen für komplettes ,,Land unter“. © IMAGO/EinsatzReport24
Ein überflutetes Auto nach dem Dauerregen in Saarbrücken im Saarland.
Ein überflutetes Auto nach dem Dauerregen in Saarbrücken im Saarland. © IMAGO/Fabian Kleer
Treppe ins Nass: Starker Dauerregen sorgte am Freitag (17.05.2024) dafür, dass viele Straßen im Saarland gesperrt wurden.
Treppe ins Nass: Starker Dauerregen sorgte am Freitag (17.05.2024) dafür, dass viele Straßen im Saarland gesperrt wurden. © IMAGO/Fabian Kleer
Überflutete Straßen in Saarbrücken.
Überflutete Straßen in Saarbrücken. © IMAGO/Fabian Kleer
Flutdrama im Saarland: In Fischbach-Camphausen wurde Katastrophenalarm ausgelöst, die Gemeinden stehen wortwörtlich unter Wasser.
Flutdrama im Saarland: In Fischbach-Camphausen wurde Katastrophenalarm ausgelöst, die Gemeinden stehen wortwörtlich unter Wasser. © Bernd März/Imago
Feuerwehr und Polizei im Dauereinsatz: Hier kämpft sich ein Streifenwagen durch die überflutete Fischbachstraße in Saarbrücken.
Feuerwehr und Polizei im Dauereinsatz: Hier kämpft sich ein Streifenwagen durch die überflutete Fischbachstraße in Saarbrücken. © Harald Tittel/picture alliance/dpa
Schlauchboote liegen bereit an der Absperrung der Polizei in der Fischbachstrasse in Saarbrücken.
Schlauchboote liegen bereit an der Absperrung der Polizei in der Fischbachstraße in Saarbrücken. © Harald Tittel/picture alliance/dpa
Anwohner wurden aufgerufen, Wertgegenstände möglichst in höhere Stockwerke zu bringen: Innenhöfe und Keller sind größtenteils ohnehin überflutet.
Anwohner wurden aufgerufen, Wertgegenstände möglichst in höhere Stockwerke zu bringen: Innenhöfe und Keller sind größtenteils ohnehin überflutet. © Harald Tittel/picture alliance/dpa
Auch in der Landeshauptstadt Saarbrücken ist die Lage kritisch: „Land unter“ in der Innenstadt, mehrere Gebäude wurden evakuiert.
In der Landeshauptstadt Saarbrücken ist die Lage kritisch: „Land unter“ in der Innenstadt, mehrere Gebäude wurden evakuiert. © EinsatzReport24/Imago
Nur in Gummistiefeln geht es in Saarbrücken auf die Straße: Der DWD warnt allerdings vor Aufenthalt im Freien.
Nur in Gummistiefeln geht es in Saarbrücken auf die Straße: Der DWD warnt allerdings vor Aufenthalt im Freien. © Harald Tittel/picture alliance/dpa
Wasser schießt durch Sasbachwalden im Nordschwarzwald: Die Flussufern halten dem Dauerregen nicht Stand.
Wasser schießt durch Sasbachwalden im Nordschwarzwald: Die Flussufern halten dem Dauerregen nicht Stand. © Bonny Kornmeier / EinsatzReport2/Imago
Etliche Straßen sind wegen des massiven Dauerregens unbefahrbar: Hier die Saarbrücker Stadtautobahn A620.
Etliche Straßen sind wegen des massiven Dauerregens unbefahrbar: Hier die Saarbrücker Stadtautobahn A620. © Harald Tittel/picture alliance/dpa

Jetzt könnten weitere Bundesländer ebenfalls von Unwettern getroffen werden. „Der Schwerpunkt liegt diesmal voraussichtlich nicht im Saarland und südlichen Rheinland-Pfalz, sondern etwas weiter im Norden, im Gebiet von der Eifel über Mittelhessen, bis nach Südostbayern“, erklärte Meteorologe Nico Bauer vom DWD.

In diesen Bundesländern droht gebietsweise erhöhte Unwettergefahr:

  • Baden-Württemberg – Warnung vor Dauerregen
  • Bayern – Unwetter mit schweren Gewittern
  • Hessen – Unwetter mit schweren Gewittern
  • Nordrhein-Westfalen – Unwetter mit schweren Gewittern
  • Rheinland-Pfalz – Unwetter mit schweren Gewittern
  • Saarland – Warnung vor Dauerregen
  • Thüringen – Unwetter mit schweren Gewittern

„Immer wieder treffen neue Starkregenfälle auf Deutschland und sorgen für Schäden“, sagte auch Wetter-Experte Dominik Jung von wetter.net voraus. „Ein Ende dieser Wetterlage ist nicht in Sicht.“ Auch in Bayern drohen erneut Unwetter. Laut DWD geht es am Dienstagmorgen bereits mit ersten Schauern und Gewittern im Südwesten des Landes los. Im Verlauf des Tages können über mehrere Stunden bis zu 20 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Ab dem frühen Nachmittag nimmt die Gewitteraktivität dann zu.

Der DWD warnt erneut vor Unwettern mit Starkregen und Gewitter in Teilen Deutschlands.

Die Tiefdruckrinne bewegt sich in einem Streifen von Südost- und Ostbayern über Hessen bis nach Nordrhein-Westfalen und in das nördliche Rheinland-Pfalz. In diesen Gebieten sind nicht nur Starkregen, sondern auch kleinkörniger Hagel und örtlich begrenzte Sturmböen möglich. Die Gewitter könnten bis in die Nacht zum Mittwoch (22. Mai) andauern, wobei örtlich bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter drohen. Der DWD warnt vor Überschwemmungen, Erdrutschen sowie vollgelaufenen Kellern und Unterführungen. In den bereits von Hochwasser betroffenen Gebieten werden hingegen geringere Regenmengen erwartet.

Unwetter werden durch Klimawandel „häufiger und intensiver“

In der zweiten Nachthälfte verschiebt sich die Gewitterfront in den Nordosten Deutschlands. Dabei sind der Norden von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen betroffen. Laut DWD ist mit vereinzelten Unwettern zu rechnen. Insgesamt nehme die Gefahr aber ab.

Starkregen, wie er zuletzt im Saarland und in Rheinland-Pfalz auftrat, kommen laut dem DWD-Meteorologen Bauer durch den Klimawandel häufiger vor: „Die werden häufiger und intensiver, einfach aus dem Grund, dass eine wärmere Atmosphäre mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann und dadurch die Niederschläge heftiger ausfallen.“ Derweil warnt Wetter-Experte Kachelmann nach einem Blitz-Einschlag in Dresden vor einem „mörderischen Sommer“. (kas/dpa)

Rubriklistenbild: © Florian Gaertner/Imago

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