VonMartina Lipplschließen
Unwetter wüten in Österreich und Südtirol. Heftige Regenfälle lösen Muren aus. Schlammlawinen donnern ins Tal.
Prägraten – Unwetter in Österreich haben Spuren der Verwüstung hinterlassen. Mit dem Tageslicht zeigt sich das Ausmaß der Naturgewalt in Osttirol. Nach heftigen Regenfällen wälzten sich Schlamm- und Gesteinslawinen am Sonntagabend (25. August) in Prägraten am Großvenediger ins Tal. Mehrere Bäche traten über die Ufer und verlegten eine wichtige Straße. Prägarten ist aktuell über den Straßenweg nicht erreichbar, teilt das Land Tirol mit.
Unwetter-Alarm in Osttirol – Straße nach Erdrutsch bis zu zwei Meter hoch verschüttet
Die L24 Virgentalstraße in Prägraten am Großvenediger in Osttirol zwischen den Ortsteilen Bobojach und Wallhorn ist bis auf Weiteres gesperrt, heißt es weiter in der Mitteilung.
„Die Straße ist im betroffenen Bereich auf einer Länge von rund 60 Metern bis zu zwei Meter hoch verschüttet“, so das Land Tirol. Ein Notweg für Einsatzfahrzeug sei eingerichtet worden. Auch die Strom- und Wasserversorgung der Gemeinde sei sichergestellt.
Ort in Österreich nach Murenabgang abgeschnitten – Hubschrauberflug geplant
Im Laufe des Tages soll das Gebiet aus der Luft abgeflogen werden, um die Lage von Experten besser beurteilen zu können. Dann erst könnten mit den Aufräum- und Sicherheitsarbeiten begonnen werden.
Am Sonntagabend hieß es zunächst noch, dass aus Sicherheitsgründen mehrere Häuser nach Wassereintritt evakuiert werden mussten. Die Bewohner konnten jedoch nach Angaben des Landes Tirol in ihren Häusern bleiben und mussten nicht evakuiert werden. „Es ist jedoch Wasser in die Keller eingetreten. Diese werden aktuell seitens der Freiwilligen Feuerwehr ausgepumpt.“
Die Unwetter-Serie in Österreich reißt diesen Sommer nicht ab. Erst vor kurzem verschüttet eine Mure eine wichtige Bundesstraße in Tirol. Anfang Juni verwandelte sich ein Tal zum Brenner in ein Trümmerfeld.
Unwetter in den Alpen: Zivilschutzwarnung in Kärnten – Sirenensignale warnen Bewohner
Heftige Unwetter mit starken Regenfällen und Murenabgängen lösten am Sonntagabend in Kärnten in der Gemeinde Baldramsdorf (Bezirk Spittal/Drau) Zivilschutzwarnung aus. Diese bleibe laut der Feuerwehr auch am Montag weiter aufrecht, ist auch in den sozialen Medien zu erfahren.
Am Sonntagabend war die Lage in Schweig nach Angaben der Feuerwehr kritisch gewesen. Ein Bach war über das Ufer getreten und habe zu mehreren Murenabgängen geführt. „Auch die L5 in Baldramsdorf ist betroffen und wurde durch Muren blockiert“, teilt die Feuerwehr mit. „In und rund um Spittal sorgen starke Regenfälle für zusätzliche Herausforderungen.“
Heftige Gewitterzelle sorgt in Kärnten für Zivilschutzalarm
Gegen 20.30 Uhr wurden Einwohner der Gemeinde über Sirenensignale gewarnt, berichtet derstandard.at Sie wurden aufgefordert, in den Häusern zu bleiben und sich in höhere Stockwerke zu begeben. Zwischenzeitlich waren 50 Haushalte ohne Strom, berichtet das ORF.
„Um dreiviertel acht hat eine heftige Gewitterzelle und ein Sturm Baldramsdorf erwischt. Nach dem Sirenenalarm und einem Blitzschlag ist der Strom im Bereich Schüttbach ausgefallen. Ein Anwohner schlug Alarm und sagte, dass eine Mure die L5 verlegen würde. Die Schwaiger Brücke musste von der Feuerwehr gesperrt werden“, sagte der Baldramsdorfer Bürgermeister Friedrich Paulitsch dem ORF. „Das Absurde daran ist, ab Windschnur und St. Peter in Holz ist nicht einmal ein Tropfen Regen gefallen.“
Stundenlang habe sich eine Gewitterzelle über der Goldeckgruppe gehalten. Erinnerungen an die Muren-Katastrophe in den 1980er Jahren wären wach geworden.
Schlammlawine wälzt sich erneut durch Bergsteigerdorf Südtirol – Alpen-Idyll wieder getroffen
Gegen 21 Uhr schrillten in Südtirol (Italien) die Alarmglocken. In Campill in der Gemeinde St. Martin in Thurn war eine Schlammlawine in das Plunsara-Tal abgegangen. Nach einem starken Hagelsturm hatte sich laut stol.it das Wasser des Plunsara-Bachs oberhalb gestaut und war dann mit voller Wucht ins Tal abgegangen. Auf einem Video ist zusehen, wie eine graue Brühe aus Schlamm und Geröll unaufhaltsam über eine grüne Wiese strömt. Die Situation vor Ort werde überwacht. Erst im Juni hatte eine Schlammlawine in Campill verwüstet. (ml)

