Mysteriöses Schiffswrack soll angehoben werden – Experten erwarten riesigen Goldschatz darunter
VonStella Henrich
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Die kolumbianische Marine hat in der Karibik ein altes Schiffswrack gefunden. Unter der „San José“ wird ein riesiger Goldschatz vermutet. Der soll nun gehoben werden.
Bogota – Vor mehr als 300 Jahren sank das Schiff „San José“ vor der Küste Kolumbiens. Es war auf dem Weg von den spanischen Kolonien in Lateinamerika zum spanischen Hof des damaligen Königs Philip V. von Spanien. Es kam dort allerdings nie an. Denn in der Nacht des 7. Juni 1708 wurde es nach Gefechten von einer britischen Flotte im Karibischen Meer versenkt.
Nicht nur die rund 600 Besatzungsmitglieder, von denen nur wenige laut Deutscher Welle (DW) überlebten, waren an Board der San José. Sondern auch etliche Reichtümer im Wert mehrere Milliarden Dollar befanden sich auf dem Schiff. Als das Wrack im Jahr 2015 entdeckt wurde, stellte es der damalige kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos als „den wertvollsten Schatz, der je in der Geschichte der Menschheit gefunden wurde“ vor, heißt es in dem DW-Bericht weiter. Darunter sollen sich 200 Tonnen Gold, Silber und Smaragde befinden. Auch in Deutschland wurde erst kürzlich ein 400 Jahre altes Wrack geborgen.
Mysteriöses Schiffswrack soll gehoben werden – „archäologisches Wrack, kein Schatz“
Zwar dauert der Rechtsstreit um die Schätze auf dem gesunkenen spanischen Kriegsschiff an, das nach wie vor in der Tiefe des Ozeans liegt. Nun hat der Kulturminister Kolumbiens, Juan David Correa, laut des britischen Guardian angekündigt, im April oder Mai kommenden Jahres erste Bergungsversuche zu unternehmen. Correa versprach, dass es sich um eine wissenschaftliche Expedition handeln würde. „Dies ist ein archäologisches Wrack, kein Schatz“, sagte Correa nach einem Treffen mit Präsident Gustavo Petro. „Dies ist eine Chance für uns, ein Land zu werden, das an der Spitze der archäologischen Unterwasserforschung steht“, so der Minister in dem Bericht weiter. Rein zufällig entdeckte dieser Taucher vor der Küste Sardiniens antike Münzen im Sand.
Um das Material aus dem Schiffswrack der San José entnehmen zu können, sollen Roboter und Tauchbote bei der Bergung eingesetzt werden. Anschließend soll es zur weiteren Analyse an Bord eines Marineschiffes gebracht werden. Basierend auf den Ergebnissen könnte ein zweiter Versuch geplant werden, zitiert der Guardian den Minister.
Mysteriöses Schiffswrack soll geborgen werden: Wem gehört der Goldschatz?
Im Jahr 2018 gab die kolumbianische Regierung ihr Vorhaben, das Wrack auszugraben, auf. Es kam zu Streitigkeiten mit einer Firma, die Ansprüche auf de Hälfte des Schatzes angemeldet hatte. Es soll sich dabei laut stern.de um das US-amerikanische Bergungsunternehmen Glocca Morra handeln, das behauptete, 1981 die San José entdeckt zu haben. Die Firma soll demnach die Koordinaten an die kolumbianische Regierung übermittelt und zugleich Ansprüche geltend gemacht haben. Die kolumbianische Regierung hingegen will das Wrack der San José an einem anderen Ort gefunden haben.
Auch Spanien betrachtet laut DW das historische Schiff als sein staatliches Eigentum. Außerdem beanspruche die indigene Volksgruppe der Qhara Qhara aus Bolivien den Schatz an Bord der San José ebenfalls für sich, da sie als Zwangsarbeiter während der Kolonialzeit zum Silberabbau verpflichtet worden seien.
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Ungeachtet der Streitigkeiten soll die Bergung beginnen und das offenbar mit hohem Tempo. Denn für den jetzigen Präsidenten habe die Bergung eine Priorität. Gemeint ist damit laut Stern, dass mit der Bergung noch in der Amtszeit von Petro begonnen wird. Sie endet 2026. (sthe)