Update vom 23. Juni, 13:30 Uhr: Das Sturmtief „Lambert“ machte auch in Bayern Halt. Bei einem Gewitter im oberbayerischen Valley sind am Donnerstagabend golfballgroße Hagelkörner niedergegangen. Größere Schäden blieben aber offenbar aus. Das restliche Bayern blieb vom Unwetter nicht verschont: Im Landkreis Fürstenfeldbruck rückten die Feuerwehren zu rund 80 unwetterbedingten Einsätzen aus – in Esting stürzte ein fünf Stockwerke hohes Gerüst teilweise um. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Bayern Starkregen, Hagel und Sturmböen angekündigt – und Hagelkörner mit einem Durchmesser bis fünf Zentimeter.
Update vom 23. Juni, 10:25 Uhr: Die Nachwirkungen des extremen Unwetters über Hessen sind auch am Freitag zu spüren. In Kassel fällt die Schule aus, der nordhessische Verkehrsverbund NVV berichtet von größeren Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr. Die Lage sei unübersichtlich, man sei damit beschäftigt, den Betrieb „so weit wie vertretbar zu organisieren“. Über 800 Notrufe waren in den ersten beiden Stunden nach Beginn des Unwetters bei der Leitstelle der Feuerwehr eingegangen, wie die Stadt Kassel mitteilte. Auch am Freitagvormittag ist vor allem im Norden und Osten Hessens noch mit starkem Regen und stürmischen Böen zu rechnen.
Auch in NRW sorgt das Tief Lambert für einzelne Ausfälle und Einschränkungen im Bahnverkehr. Im Fernverkehr betrifft dies die IC-Zugstrecke zwischen Siegen und Letmathe. Diese sei derzeit noch gesperrt, wie die Deutsche Bahn am Freitag mitteilte. Alleine in Duisburg musste die Feuerwehr in der Nacht zum Freitag zu rund 420 Einsätzen ausrücken.
Update vom 22. Juni, 21:30 Uhr: In Hessen hat sich das Unwetter mit voller Kraft über Kassel und Umgebung entladen. Das Gewitter führte zu starken Überschwemmungen und umgestürzten Bäumen. Es gab über 1000 Polizei- und Feuerwehreinsätze. Durch die bis zu fünf Zentimeter großen Hagelkörner erlitten zahlreiche Menschen Platzwunden. Es kam demnach auch zu erheblichen Problemen bei Bus und Bahn.
Auch Frankfurt wurde vom Unwetter getroffen. Laut der Feuerwehr Frankfurt gab es zahlreiche Einsätze. Von umgestürzten Bäumen ist die Autobahn A66 in beide Richtungen betroffen.
Unwetter in Kassel: Fotos zeigen Ausmaß der Verwüstung
Auch die Hochwassermeldestufe wurde überschritten, so das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). In Eppstein im Main-Taunus-Kreis wurden demnach drei Warnstufen überschritten.
Auch uns hat das heutige Unwetter getroffen, seit 18:30 Uhr sind wir insbesondere in den westlichen Stadtteilen zu vielen Einsatzstellen unterwegs. Die #A66 ist in beide Richtungen von umgestürzten Bäumen betroffen. ^tg
Schweres Unwetter: Überschwemmungen im Sauerland haben Polizei- und Feuerwehreinsätze zur Folge
Update vom 22. Juni, 18:59 Uhr: Nachdem der DWD am Nachmittag die höchste Unwetterwarnstufe für Teile des Sauerlands herausgab, kam es nun vielerorts zu Überschwemmungen. Dies hatte zahlreiche Polizei- und Feuerwehreinsätze zur Folge. So liefen etwa im Märkischen Kreis Keller voll, Straßen wurden überflutet und Gullys hochgedrückt. Da das Tief nur klein war, war das Unwetter nur stellenweise spürbar.
Südniedersachsen: Lebensgefahr durch Blitzschlag, Sturmschäden und umstürzende Bäume
In Südniedersachsen empfiehlt der DWD, nicht nach draußen zu gehen, da ein extremes Unwetter mit Tornadogefahr, Orkanböen, Starkregen und Hagel von Nordhessen heraufziehe. Der Wetterdienst rät, von Bäumen, Türmen, Gebäuden, Gerüsten und Masten Abstand zu halten. Auch zu Hochspannungsleitern sollte eine Distanz von mindestens 20 Metern gewahrt werden. Des Weiteren bestehe Lebensgefahr durch Blitzschlag, Sturmschäden und umstürzende Bäume. Veranstaltungen im Freien wurden vielerorts abgesagt.
Nachdem die Gewitter über Nordrhein-Westfalen und Südniedersachsen gezogen sind, sollen sie in Richtung Nordosten weitergehen. In Bayern und Sachsen-Anhalt warnen Meteorologen in der Nacht zum Freitag vor schweren Gewittern, die in der zweiten Nachthälfte nach Osten ziehen sollen.
Warnung vor Orkanböen und bis zu fünf Zentimeter großen Hagelkörnen
Update vom 22. Juni, 16.53 Uhr: Für Donnerstagnachmittag und -abend warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Gewittern mit Starkregen und Hagel. Im Süden und Südwesten erreichten die Gewitter rasch Unwetterpotential. Bis zum Abend sollen diese bis in den Osten ziehen, so DWD. Hier sei neben Starkregen mit schweren Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometern pro Stunde und auch Orkanböen möglich. Bis zu fünf Zentimeter große Hagelkörner seien nicht ausgeschlossen, so der Warnlagebericht.
Außerdem gebe es Tornadogefahr: Im Streifen vom östlichen Nordrhein-Westfalen über Hessen bis nach Unterfranken, Thüringen und das südliche Niedersachsen. Dabei gab es in diesem Raum sogar eine Gefahrenmitteilung wegen des schweren Gewitters und den Orkanböen auf dem Smartphone.
Starkregen in Südwestniedersachsen: Meteorologen warnen vor Aufenthalt im Freien
Zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen könne es zudem in Südwestniedersachsen zu Starkregen kommen. Auch Deutschlands Norden ist von Unwetterwarnungen betroffen. Die zweithöchste Unwetter-Warnstufe wurde in den Städten Hamburg, Bremen, Hannover und Schwerin ausgesprochen. Dabei sind Gewitter schon seit den Mittagsstunden möglich, während Starkregen am frühen Abend erwartet wird.
Meteorologen raten, alle Fenster und Türen zu verschließen und sich nicht draußen aufzuhalten. Vor Überschwemmungen von Kellern und Straßen warnte außerdem der Deutsche Wetterdienst in Essen.
Unwetter-Meldung: Mittags soll es losgehen
Update vom 22. Juni, 13.57 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet im Tagesverlauf vielerorts schwere Gewitter und teils heftigen, mehrstündigen Starkregen. Einzelne Gewitter sollen ab Mittag vom west- und südwestdeutschen Mittelgebirgsraum im Richtung Nordbaden, Rheinland-Pfalz und Hessen ziehen. Am Nachmittag werden Unwetter in Franken und Thüringen erwartet.
In einigen Regionen des Landes gilt laut DWD die zweithöchste Unwetter-Warnstufe 3 (Stand: 13.42 Uhr). Von der roten Warnstufe betroffen ist ein Streifen, der sich von Aachen und dem Niederrhein über Düsseldorf und das Ruhrgebiet bis nach Münster und Bielefeld erstreckt. In Nordrhein-Westfalen soll das Unwetter gegen 14 Uhr mit heftigem Starkregen eintreffen. Dort könnte es innerhalb von sechs Stunden zwischen 30 und 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter geben.
Auch Teile Niedersachsens bis nach Hamburg sind betroffen. Fachleute warnten vor Hochwassern. „Ab heute Nachmittag bis in die Morgenstunden zum Freitag sind aufgrund von lokal teils extrem heftigem Starkregen starke Wasserstandsanstiege insbesondere in Bächen und kleineren Flüssen möglich“, hieß es seitens der Hochwasservorhersagezentrale in Hildesheim.
Die Flusspegelstände könnten in Niedersachsen je nach Ort und Stärke der Niederschläge am Abend die sogenannte Meldestufe drei überschreiten, meldete die Behörde. Das bedeutet: Es sind Überschwemmungen von größeren Flächen, Grundstücken, Straßen und Kellern möglich – auch „fern von Gewässern“.
Unwetter trifft Deutschland: DB warnt vor Einschränkungen im Zugverkehr
Update vom 22. Juni, 12.02 Uhr: Angesichts des Unwetters warnt die Deutsche Bahn in „großen Teilen Deutschlands“ vor Einschränkungen im Zugverkehr. „Reparaturtrupps und Einsatzfahrzeuge sind in Bereitschaft versetzt, um Unwetterschäden an Oberleitungen und Hindernisse im Gleisbett, wie umgestürzte Bäume oder Teile von Dächern, Planen und Unrat, zu beseitigen“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Reisende sollten sich deshalb vor Fahrtantritt über ihren Zug informieren.
Gebuchte Tickets für Donnerstag oder Freitag können auf einen späteren Termin verschoben werden. „Die Zugbindung ist aufgehoben. Das Ticket gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden“, meldete die Bahn.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
In Nordrhein-Westfalen trifft das Unwetter mit Starkregen, Gewittern und Hagel den Reiseverkehr am ersten Tag der Sommerferien. Deshalb appellierte die Polizei Duisburg an alle Autofahrer, bei starkem Niederschlag und Gewitter langsamer zu fahren, mehr Abstand zu halten und das Licht einzuschalten. An den Flughäfen Köln/Bonn sowie Düsseldorf befürchtet man vorerst keine Auswirkungen auf den Betrieb.
Gewitter-Front zieht über Deutschland: Tornado und Hagel möglich
Update vom 22. Juni, 10.15 Uhr: Über Deutschland ziehen ab Donnerstagnachmittag und in der Nacht zu Freitag heftige Unwetter mit Starkregen, Gewittern und Hagel. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) herrsche in der Mitte des Landes sogar ein erhöhtes Tornado-Risiko. Ein Tief sorge in Verbindung mit heißer subtropischer Luft für „eine Schwergewitterlage“.
Es sind demzufolge vor allem zwei Unwetter-Schwerpunkte auszumachen. In der Mitte und im Osten stehen Gewitter und Starkregen bevor. Im Süden und Südwesten Deutschlands könnte es zu Gewitterzellen und Orkanböen von bis zu 120 Kilometern pro Stunde kommen. Der DWD rechnet sogar mit Hagelkörnern von fünf bis sieben Zentimetern Größe.
Unwetter in Deutschland: „Lage könnte ziemlich brisant werden“
Erstmeldung: Wiesbaden – „Die Lage könnte ziemlich brisant werden“, meint Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net: Am Donnerstag ziehen Gewitter vom Süden Deutschlands in den Norden – wo sie niedergehen, ist noch schwer vorherzusehen. Der Deutsche Wetterdienst warnt für Donnerstag vor einer „Schwergewitterlage“. Gebietsweise sei laut DWD mit teils extrem „heftigem Starkregen, großem Hagel und Sturm- bzw. Orkanböen“ zu rechnen. Für die Mitte und den Osten Deutschlands kann der DWD derzeit nicht ausschließen, dass sogar Tornados auftreten.
Die gute Nachricht folgt aber: Das Wetter wird sich laut Jung am Freitag wieder beruhigen. Nur in der Südosthälfte seien dann noch Gewitter oder gewittriger Starkregen möglich – aber auch hier zeige sich die Tendenz, dass die Wahrscheinlichkeit dafür sinkt. Die heftigsten Unwetter sind also für Donnerstag, einen Tag nach dem Beginn des kalendarischen Sommers, zu erwarten.
Was ist eine Gewitter-Superzelle?
Superzellen sind in ihrer mächtigsten Ausprägung die räumlich und zeitlich größten und gefährlichsten Gewittergebilde. Sie können an ihrer Basis einen Durchmesser von 20 bis 50 km erreichen“, schreibt der Deutsche Wetterdienst. Sie wüten meist wenige Stunden, können aber auch bis zu 12 Stunden anhalten. Im Inneren hat die Gewitterzelle demnach starke Aufwinde, die ihren Motor darstellen. Dadurch, dass im vorderen Bereich der Superzelle Luft angesaugt wird, können hier Tornados entstehen.
Wetter in Deutschland: Superzellen wüten - in manchen Regionen kann es heftig werden
Davor sind am Donnerstag aber erstmal Höchsttemperaturen angesagt: Spitzenwerte von 35 bis 37 Grad können erreicht werden. Wetteronline prognostiziert für den Süden Deutschland Werte zwischen 29 und 34 Grad, für die Nordhälfte leicht kühlere 25 bis 28 Grad. Ab dem späten Nachmittag ist dann aber mit Gewittern zu rechnen.
„Es wird nicht jeden treffen, aber dort, wo eine Superzelle wütet, kann es zu großen Schäden kommen“, warnt Jung. Wo genau, lässt sich bisher nicht festlegen. Erst „wenn die ersten Gewitterzellen entstanden sind, kann man genau abschätzen, wie sich diese entwickeln werden und wohin sie ziehen, dann können die Wetter- und Unwetterwarnungen sehr konkretisiert werden.“ Jung rät daher dazu, die aktuellen Warnungen vor Gewitter und Unwetter genau im Auge zu behalten.
Unwetter in Deutschland: Hagel, Starkregen und Orkanböen können für Chaos sorgen
Die Schwüle der vergangenen Tage vertreibt das anstehende Unwetter zwar, aber: Am Donnerstag tobt das Wetter noch durch Deutschland - auch dort, wo keine Superzellen oder Tornados auftreten. „Hagel, Starkregen und Orkanböen können für heftiges Chaos sorgen“, meint Jung. Wetteronline.de sieht die Prognose für heftige Gewitter durch zwei Faktoren bestätigt: Gewittern stehe derzeit besonders viel Energie (Convective Available Potential Energy) zur Verfügung. Andererseits sei die Windscherung erhöht - die Unterschiede zwischen Windrichtungsänderungen und Windgeschwindigkeiten in oberen und unteren Luftmassen. Das mache Gewitter langlebiger.
Durch die schweren Gewitter und Unwetter wird dann aber immerhin die ganz große Schwüle aus Deutschland vertrieben. „Besonders am Samstag und Sonntag scheint dann meist wieder die Sonne vom wolkenlosen Himmel herab. Dann stellt sich wieder ideales Bade- und Ausflugswetter ein“, so Jung. (kat/kas/dpa)