Über 40 Grad möglich

Hitzewelle über Südeuropa: Krankenhäuser in Italien überfüllt – „Spanien schmilzt“

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  • Robin Dittrich
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    Karolin Schaefer

Die nächste Hitzewelle rollt über Südeuropa. In vielen Regionen gilt die höchste Alarmstufe. Deshalb geraten italienische Krankenhäuser unter Druck.

Update vom 19. Juli, 6.45 Uhr: Am Dienstag hat Spanien den bislang wärmsten Tag der Hitzewelle erreicht – und damit wohl auch vorerst den Höhepunkt. Am schlimmsten habe es dabei Mallorca getroffen. In Sa Pobla rund 40 Kilometer nordöstlich der Inselhauptstadt Palma wurden 44 Grad gemessen. Der vorläufig höchste Tageswert wurde aber im katalanischen Figueres mit 45,3 Grad verzeichnet. Die Digitalzeitung Ok Diario titelte währenddessen: „Spanien schmilzt“.

Italien erwartet in den kommenden Tagen weitere Spitzen der Hitzewelle.

In vielen Teilen des Landes galt deshalb auch am Dienstag die höchste Alarmstufe des Wetterdienstes Aemet. Am Donnerstag soll die Hitzewelle in Spanien laut Daten von Wetter.de vorerst etwas zurückgehen. Dennoch müssen sich Einheimische und Touristen weiterhin auf Temperaturen deutlich über 30 Grad einstellen.

Hitzewelle in Südeuropa: Höchste Alarmstufe in 23 italienischen Städten – Krankenhäuser unter Druck

In vielen Teilen Italien hingegen ist auch am Mittwoch und Donnerstag kaum mit Entspannung in der Hitzewelle zu rechnen. Bereits am Dienstag wurde die höchste Alarmstufe in 23 italienischen Städten ausgerufen. Die italienische Tageszeitung La Repubblica berichtete am Dienstag, dass viele italienische Krankenhäuser bei der Hitze unter Druck geraten würden.

Giulio Ricciuto, Präsident von Simeu del Lazio, einer Regionalgruppe der Italienischen Gesellschaft für Notfallmedizin, erklärt gegenüber La Repubblica: Am Mittwoch „rechnen wir mit dem Schlimmsten, da es drei aufeinanderfolgende Tage mit extremer Hitze geben wird.“

Hitze in Italien: 20 Prozent mehr Fälle in der Notaufnahme als am Vortag

Bereits am Dienstag sei ein deutlicher Anstieg von Rettungseinsätzen zu verzeichnen gewesen – insgesamt um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vortag: „Mittlerweile sind es ein Viertel der Patienten in der Notaufnahme, die Probleme haben, die direkt oder indirekt mit hohen Temperaturen zusammenhängen“. Trotz der Warnungen seien die Touristen-Attraktionen weiterhin gut besucht. Laut dem Präsidenten würden besonders in Rom viele Touristen derzeit einen Hitzeschlag riskieren.

Update vom 18. Juli, 22.30 Uhr: In den spanischen Regionen Katalonien und Aragonien sowie den Balearen gilt seit Dienstag ebenfalls die höchste Alarmstufe für Hitze. Die 27-jährige Lidia Rodriguez aus Madrid sagte: „Man kann sich nicht auf der Straße aufhalten, es ist furchtbar.“ Die bereits dritte Hitzewelle in diesem Jahr in Spanien führte zu Spitzentemperaturen von 44,9 Grad im andalusischen Andujar.

Das Innenministerium in Spanien warnte im Zuge der Rekordtemperaturen vor einer „sehr hohen bis extremen“ Waldbrandgefahr im gesamten Land. Vor allem die Kanareninsel La Palma ist betroffen, wo die Feuerwehr seit Samstag gegen einen großen Waldbrand kämpft. Die WHO erklärte, dass es „keine Anzeichen eines Rückgangs“ der Hitzewellen gäbe.

In mehreren spanischen Regionen gilt die höchste Alarmstufe für Hitze – Menschen versuchen, sich an Brunnen abzukühlen.

Bereits am Dienstag wurde in Italien für 20 größere Städte die höchste Alarmstufe für Hitze ausgerufen. Am Mittwoch gilt diese Alarmstufe sogar für 23 Städte. In der Hauptstadt Rom wurden zur Mittagszeit Höchsttemperaturen von 41,8 Grad im Schatten gemessen. Freiwillige wurden gebeten, andere Menschen in Rom zu unterstützen, die unter der Hitze litten. An mehreren Attraktionen wurden Wasserflaschen an die Touristen verteilt. Bürgermeister Roberto Gualtieri sagte jedoch weiterhin, dass das Baden in den Brunnen weiterhin tabu ist.

Hitzewelle über Südeuropa: Teil schwere Gewitter erwartet

Update vom 18. Juli 2023, 14.12 Uhr: In Spanien und Italien bleibt es am Dienstag nach wie vor heiß. Inzwischen gilt auch in einigen Gemeinden in Südtirol die Alarmstufe Rot, berichtete Südtirol News. Bis zu 37 Grad werden in Bozen und Meran erwartet.

Am Abend und am Mittwoch soll es dann Abkühlung geben. In Italien werden teils schwere Gewitter erwartet, meldete Landesmeteorologe Dieter Peterlin beim Kurznachrichtendienst Twitter. Infolgedessen sinken die Temperaturen leicht. Auch in Österreich werden im Laufe des Nachmittags Gewitter mit kräftigen Regenfällen, Orkanböen und Hagel befürchtet, informierte die Kronen Zeitung. Lediglich der Osten des Landes bleibe verschont.

In Italien und Österreich werden schwere Gewitter erwartet. (Symbolbild)

Rund um Tirol und Kärnten sind sogar Gewitter-Superzellen möglich. Vor Kurzem sorgte eine solche Superzelle für Chaos im nordhessischen Kassel. Am Mittwoch geht es dann weiter mit dem Unwetter in Österreich. Die Wetter-Lage soll sich erst am Donnerstag wieder beruhigen.

Hitzewelle über Südeuropa: La Palma brennt – Alarmstufe Rot auf Mallorca und in Italien

Erstmeldung vom 18. Juli 2023: Rom/Madrid – Während in Deutschland einem Wetter-Experten zufolge, der „Wohlfühlsommer“ beginnt, geraten die Länder im Süden Europas erneut ins Schwitzen. Einheimischen und Touristen stehen Temperaturen von über 40 Grad bevor. Auf der spanischen Kanareninsel La Palma war zuletzt ein verheerender Brand ausgebrochen.

Wetter in Südeuropa: Dritte Hitzewelle beginnt in Spanien – Alarmstufe Rot auf Mallorca

Demnach ist in Spanien die dritte offizielle Hitzewelle des Sommers gestartet. In zwölf der insgesamt 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften rief am Montag (17. Juli) der nationale Wetter-Dienst Aemet Hitze-Alarm aus. Der TV-Sender RTVE berichtete vielerorts von leeren Straßen und vollen Stränden. Bis Mittwoch (19. Juli) soll die Hitzeblase über Spanien anhalten. Diesmal soll es neben der Region Andalusien und Teilen von Katalonien und Navarra auch auf der deutschen Urlauberhochburg Mallorca richtig heiß werden.

Die Gletscher schmelzen – So verändert der Klimawandel die Erde

Die Erde erwärmt sich, die Gletscher schmelzen. Links zu sehen ist der Okjökull-Gletscher auf dem Gipfel des Vulkans Ok auf Island im September 1986. Im August 2019 (rechtes Bild) ist von dem einstigen Gletscher nur noch ein kleiner Eisfleck übrig geblieben.
Die Erde erwärmt sich, die Gletscher schmelzen. Links zu sehen ist der Okjökull-Gletscher auf dem Gipfel des Vulkans Ok auf Island im September 1986. Im August 2019 (rechtes Bild) ist von dem einstigen Gletscher nur noch ein kleiner Eisfleck übrig geblieben. © dpa/NASA/AP
„Zieht die Notbremse“ steht auf dem Schild, das ein Mädchen in Island trägt. Sie ist unterwegs zu einer Gedenkveranstaltung für den früheren Gletscher Okjökull. Forschende zeigen immer wieder, dass die Zeit drängt: Die Eismassen der Erde schmelzen immer schneller, der Meeresspiegel steigt und die Ozeane werden warm und sauer.
„Zieht die Notbremse“ steht auf dem Schild, das ein Mädchen in Island trägt. Sie ist unterwegs zu einer Gedenkveranstaltung für den früheren Gletscher Okjökull. Forschende zeigen immer wieder, dass die Zeit drängt: Die Eismassen der Erde schmelzen immer schneller, der Meeresspiegel steigt und die Ozeane werden warm und sauer. © Felipe Dana/dpa
Wichtige Gletscherteile des Titlisgletschers werden vor dem Sommer 2018 mit Vlies bedeckt, um sie in den warmen Sommermonaten vor dem Schmelzen zu schützen. Rund 6000 Quadratmeter Vlies sollen bis zum Herbst die Eishöhe von bis zu anderthalb Metern schützen.
Wichtige Gletscherteile des Titlisgletschers werden vor dem Sommer 2018 mit Vlies bedeckt, um sie in den warmen Sommermonaten vor dem Schmelzen zu schützen. Rund 6000 Quadratmeter Vlies sollen bis zum Herbst die Eishöhe von bis zu anderthalb Metern schützen. © Urs Flueeler/dpa
Der Nevado Huascarán ist mit 6768 Metern der höchste Berg Perus. Das Eis am Gipfel des Bergs ist tausend Jahre alt und soll Forschenden Informationen rund um den Klimawandel liefern. Bei einer Expedition im Jahr 2019 wurden Eisproben entnommen.
Der Nevado Huascarán ist mit 6768 Metern der höchste Berg Perus. Das Eis am Gipfel des Bergs ist tausend Jahre alt und soll Forschenden Informationen rund um den Klimawandel liefern. Bei einer Expedition im Jahr 2019 wurden Eisproben entnommen. © Oscar Vilca/INAIGEM/afp
Auch der Rhonegletscher, der älteste Gletscher der Alpen, wird durch spezielle Decken vor dem Schmelzen geschützt. So soll verhindert werden, dass die Gletscher in den Alpen verschwinden.
Auch der Rhonegletscher, der älteste Gletscher der Alpen, wird durch spezielle Decken vor dem Schmelzen geschützt. So soll verhindert werden, dass die Gletscher in den Alpen verschwinden. © Urs Flueeler/dpa
Ein Eisberg schwimmt im Juni 2019 durch die Bonavista Bay in Neufundland. Wasser von Eisbergen gilt als „rein“ und wird für bestimmte Produkte vermarktet – unter anderem für Wodka, Likör, Bier und Kosmetik. Gleichzeitig schmilzt das Eis dieser Erde immer schneller – eine schlechte Kombination.
Ein Eisberg schwimmt im Juni 2019 durch die Bonavista Bay in Neufundland. Wasser von Eisbergen gilt als „rein“ und wird für bestimmte Produkte vermarktet – unter anderem für Wodka, Likör, Bier und Kosmetik. Gleichzeitig schmilzt das Eis dieser Erde immer schneller – eine schlechte Kombination. © Johannes Eisele/afp
Ein Eisberg an der südöstlichen Küste Grönlands kalbt: Eine große Eismasse bricht vom Apusiajik-Gletscher ab und stürzt ins Wasser.
Ein Eisberg an der südöstlichen Küste Grönlands kalbt: Eine große Eismasse bricht vom Apusiajik-Gletscher ab und stürzt ins Wasser. © Jonathan Nackstrand/afp
Der Aletsch-Gletscher ist der größte Gletscher in den Alpen. Wenn nichts getan wird, um den Klimawandel aufzuhalten, könnte er bis zum Ende des Jahrhunderts komplett verschwinden, hat eine Studie im Jahr 2019 gezeigt.
Der Aletsch-Gletscher ist der größte Gletscher in den Alpen. Wenn nichts getan wird, um den Klimawandel aufzuhalten, könnte er bis zum Ende des Jahrhunderts komplett verschwinden, hat eine Studie im Jahr 2019 gezeigt. © Fabrice Coffrini/afp
Das Foto stammt aus dem Jahr 2007, doch an der Situation hat sich seitdem nicht viel geändert: Die massiven Gletscher Tibets leiden unter dem Klimawandel und schmelzen. In den vergangenen Jahrzehnten sei das Eis in dieser Region zehnmal schneller geschmolzen als in den Jahrhunderten davor, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2019. Seit der letzten kleinen Eiszeit seien zwischen 400 und 600 Kubikkilometer Eis verschwunden – das entspricht dem gesamten Eisvolumen der europäischen Alpen, des Kaukasus und von Skandinavien.
Das Foto stammt aus dem Jahr 2007, doch an der Situation hat sich seitdem nicht viel geändert: Die massiven Gletscher Tibets leiden unter dem Klimawandel und schmelzen. In den vergangenen Jahrzehnten sei das Eis in dieser Region zehnmal schneller geschmolzen als in den Jahrhunderten davor, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2019. Seit der letzten kleinen Eiszeit seien zwischen 400 und 600 Kubikkilometer Eis verschwunden – das entspricht dem gesamten Eisvolumen der europäischen Alpen, des Kaukasus und von Skandinavien. © Peter Parks/afp
Der Gletscher Nr. 12 im Laohugou-Tal im westlichen Teil des Qilian-Gebirges in der nordwestchinesischen Provinz Gansu ist der längste Gletscher im Qilian-Gebirge. Da er aufgrund des Klimawandels schrumpft, sind Ausflüge zu dem Gletscher verboten.
Der Gletscher Nr. 12 im Laohugou-Tal im westlichen Teil des Qilian-Gebirges in der nordwestchinesischen Provinz Gansu ist der längste Gletscher im Qilian-Gebirge. Da er aufgrund des Klimawandels schrumpft, sind Ausflüge zu dem Gletscher verboten. © imago/Xinhua
Im Sommer 2010 ist vom Petermann-Gletscher vor der Nordwestküste Grönlands ein gewaltiger Eisbrocken abgebrochen. Das Bruchstück hat etwa zweieinhalb Mal die Fläche der Insel Sylt, mit dem Wasser, aus dem der Eisbrocken besteht, könnte der gesamte Wasserverbrauch der USA für vier Monate gestillt werden.
Im Sommer 2010 ist vom Petermann-Gletscher vor der Nordwestküste Grönlands ein gewaltiger Eisbrocken abgebrochen. Das Bruchstück hat etwa zweieinhalb Mal die Fläche der Insel Sylt, mit dem Wasser, aus dem der Eisbrocken besteht, könnte der gesamte Wasserverbrauch der USA für vier Monate gestillt werden.  © NASA Earth Observatory/Jesse Allen und Robert Simmon/United States Geological Survey/dpa
Während seiner Zeit als Bundesaußenminister besucht Heiko Maas (l., SPD) Gletscher bei Pond Inlet in der kanadischen Arktis. Die Erderwärmung ist in dieser Region zwei bis drei Mal so stark wie in anderen Weltregionen.
Während seiner Zeit als Bundesaußenminister besucht Heiko Maas (l., SPD) Gletscher bei Pond Inlet in der kanadischen Arktis. Die Erderwärmung ist in dieser Region zwei bis drei Mal so stark wie in anderen Weltregionen. © Kay Nietfeld/dpa

Bereits am Montag wurden am Ballermann 36 Grad gemessen. Für Dienstag rief Aemet für den Norden, Nordosten sowie das Zentrum der Insel sogar die höchste Alarmstufe Rot aus. Etwa 30 Kilometer östlich der Inselhauptstadt Palma sollen die Höchstwerte auf 44 Grad klettern. Das wäre dann der dieses Jahr bisher höchste auf Mallorca gemessene Wert. Zudem wird angesichts der Trockenheit mit einer hohen Staubbelastung gerechnet. Am Mittwoch dürfte es dank kleinerer Wolkenfelder zu etwas Abkühlung kommen.

Hitzewelle über Südeuropa: Brände auf Urlaubsinsel La Palma

Auf der spanischen Urlaubsinsel La Palma wüteten zuletzt heftige Brände. Das Feuer war am frühen Samstagmorgen (15. Juli) nahe der Ortschaft Puntagorda ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet. Tausende Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Inzwischen haben die Behörden teilweise Entwarnung gegeben. Sinkende Temperaturen hätten die Ausbreitung des Feuers verlangsamt, sagte der Chef der Regionalverwaltung, Sergio Rodríguez. Nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes, Montserrat Román, wurden durch die Flammen rund 4000 Hektar zerstört.

Derzeit wird Spanien von einer ungewöhnlichen Hitze und Trockenheit getroffen. Das Land erlebte den heißesten Frühling seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Wetter-Experten führen das auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurück. „Eines ist klar: Der Klimawandel verstärkt extreme Wetterereignisse“, sagte Aemet-Sprecher Ruben del Campo.

Hitze in Italien: Gesundheitsministerium ruft Alarmstufe Rot aus

Auch nahezu ganz Italien leidet unter der nächsten Hitzewelle. Das italienische Gesundheitsministerium hatte am Montag für 17 größere Städte die höchste Alarmstufe ausgerufen. In der Hauptstadt Rom wurden vom Wetterdienst der Luftwaffe Höchsttemperaturen von 39 Grad im Schatten angekündigt. Heiß wurde es auch in Florenz und Bologna sowie in Teilen der Mittelmeerinsel Sardinien sowie in Apulien im Süden.

Und die Hitze hält an: Wetter-Experten zufolge soll es in Italien am Dienstag noch heißer werden. Demzufolge gilt in 20 größeren Städten die Alarmstufe Rot. Das Thermometer könnte auf bis zu 42 Grad steigen, meldete der Wetterdienst ilmeteo.it. Um in Rom Schatten zu spenden, sollen unter anderem an Bushaltestellen Bäume in Kübeln aufgestellt werden.

Die hohen Temperaturen können zur gesundheitlichen Gefahr werden. Bei anhaltender Hitze und wenig Abkühlung drohen auch gesunden Menschen negative körperliche Auswirkungen. (kas/dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Domenico Stinellis/dpa

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