Kein Ende der Hitzewelle in Italien in Sicht: Nach „Cerberus“ bringt sich „Charon“ in Stellung. Historische Temperaturen erwarten Wetterexperten in Rom (Symbolfoto).
Hitzewellen quälen Urlaubsländer in Europa. „Cerberus“ lässt Italien, Spanien und Griechenland leiden. Entspannung ist keine in Sicht, die nächste rollt schon heran.
München – Italien verzeichnet Rekordtemperaturen beim Wetter. 43,5 Grad sind es aktuell auf Sardinien. Jetzt könnten Temperaturen auf bis 48,8 Grad schnellen. Für zehn Städte, darunter Rom, Bologna und Florenz gilt die Alarmstufe Rot. Die aktuelle Hitzewelle „Cerberus“ – benannte nach dem vierköpfigen Höllenhund Cerberus in der griechischen Mythologie – sorgt für extremes Wetter. Ab dem Wochenende wird „Charon“ (ital: Caronte) alle Hitze-Rekorde brechen, prophezeit das italienische Wetterportal ilmeteo.it.
In Spanien herrschen seit Tagen Temperaturen von bis zu 45 Grad. In der Nacht kühlen die Werte nicht unter 25 Grad ab. Auf einer Satellitenaufnahme des europäischen Wetterbeobachtungsprogramms Copernicus wurden in der Region Extremadura am Dienstag 60 Grad Celsius gemessen.
Nach Informationen der nationalen spanischen Wetterbehörde Aemet ist das schlimmste der Hitzewelle überstanden. Allerdings liegen am Donnerstag die Temperaturen auf der iberischen Halbinsel über 36 Grad. Spanien ist Hitze gewöhnt. Für die Jahreszeit typisch sind 35 Grad Celsius oder mehr in den südlichen Gebieten.
Doch dieser Sommer ist selbst für Spanien alles andere als normal – jedenfalls nach den Daten, twittert Aemet. In Valencia verzeichnet der Wetterdienst einen Temperaturanomalie für den Juli von plus 1,9 Grad Celsius. Im Vergleich zu den normalen Durchschnittswerten aus den Jahren 1991 bis 2020 lag der aktuelle Wert bisher jeder Tag darüber. Im Juni verzeichnete der Wetterdienst die erste „Ola De Calor“.
— 🇪🇺 DG DEFIS #StrongerTogether (@defis_eu) July 12, 2023
Griechenland wappnet sich für Hitzewelle – Akropolis für Urlauber gesperrt
Seit Tagen liegen auch in Griechenland die Temperaturen deutlich über 37 Grad. Seit Montag gilt die Warnstufe Rot. Der griechische Wetterdienst erwartet einen Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle am Freitag mit Maximalwerten bis zu 44 Grad Celsius. Die Hitze wird nach den Prognosen bis Mitte nächster Woche anhalten. Im Osten und im Norden des Landes sei mit einem Temperaturrückgang zu rechnen.
Die Akropolis und andere archäologische Sehenswürdigkeiten sollen während der Hitze von 12 Uhr bis 17 Uhr schließen, ordnete das Kulturministerium angesichts der drohenden Hitzewelle an. Die Kosten für bereits gebuchte Tickets würden zurückerstattet, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Auf Eselreiten oder Ausflüge müssen Touristen verzichten, wenn die Temperaturen im Schatten zwischen 35 und 39 Grad liegen. Bei Hitzewellen dieser Art hat das griechische Ministerium für Landwirtschaft strikte Regeln für „arbeitende Tiere“ aufgestellt.
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Hitzewelle in Italien – „Charon“ löst „Cherberus“ mit sengender Hitze ab
„Charon“, ist in der griechischen Mythologie, der Fährmann, der die Toten für einen Obolus über Fluss Acheron zum Eingang der Unterwelt bringt. Der Name für die nächste Hitzewelle verheißt schon nichts Gutes. Wetterexperten warnen vor einer extremen Hitzewelle mit Spitzenwerten bis zu 43 Grad in Rom. Es wäre ein historischer Wert für die italienische Hauptstadt. Der Rekord liegt bei 40 Grad.
48 Grad auf Sardinien
Auf Sardinien könnte es 48 Grad werden! In Apulien, Basilikata und Sizilien wird es sehr heiß. Entlang der Adria-Küste bis 47 Grad. Das afrikanische Hochdruckgebiet „Charon“ dominiert allerdings erst am Sonntag (16. Juli) das Wetter in Italien, zuvor lässt „Cerberus“ die Italienerinnen und Italiener schwitzen. Auch in Deutschland ist kein Ende der Hitze in Sicht. Am Wochenende droht auch hierzulande die nächste Hitze-Spitze.
Extreme Hitze und Gewitter: Wetter in Italien voller Gegensätze
Trotz der andauernden Hitze haben einige Regionen in Italien unter dem Durchzug einer Sturmfront kämpfen. In Südtirol donnerte Riesen-Hagel vom Himmel. In der Nacht von Mittwoch traf das Unwetter Venetien. Bäume stürzten um und heftige Windböen bis 130 km/h deckten Dächer ab. Das Unwetter forderte die italienische Feuerwehr. Über 200 Einsätze verzeichneten die Vigili del Fuoco nach eigenen Angaben bis Donnerstagmorgen.
Alarmstufe Orange gilt weiter am Donnerstag (13. Juli) für den Norden Italiens. Im Piemont, der Lombardei, Venetien, der Autonomen Provinz Trient, der Autonomen Provinz Bozen und Friaul-Julisch Venetien warnt der Katastrophenschutz erneut vor kräftigen Gewittern mit Starkregen, Hagel und starken Windböen. (ml)