VonMarcel Priggeschließen
Die Hitze und Trockenheit hält an: Eine weitere Hitzewelle rollt auf Deutschland zu und diesmal können Temperaturen von 40 Grad erreicht werden. Ein Experte erklärt wann es wo heiß wird.
Berlin – Höchsttemperaturen von fast 40 Grad: Die Hitzewelle in Deutschland kommt richtig ins Rollen. Das ist jedenfalls die Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die kommende Woche in Teilen der Bundesrepublik. Eine Hitzewelle rollt auf uns zu, die in den südlichen Ländern Europas schon zu Notständen geführt hat.
Neue Hitzewelle kommt nach Deutschland: Diese Woche noch „kühl“ danach über 40 Grad möglich
Momentan herrschen in Deutschland meist sommerliche Temperaturen. In den kommenden Tagen werden vor allem die Menschen im Südwesten durch das Hoch „Iosif“ ins Schwitzen kommen, denn dort seien laut der Wetterprognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bis zu 32 Grad möglich. Andernorts wird es zwischen 25 und 31 Grad warm – nur an den Küsten sei es zunächst etwas kühler.
Hitzewelle in Niedersachsen: Nordseetief bringt vorerst kühle Luft
Am Wochenende bleibt aufgrund des Nordseetiefs „Anij“ im Norden „kühl“. Mit 18 bis 25 Grad bleibt der Norden inklusive Niedersachsen zunächst von der großen Hitzewelle verschont. Im Süden und Südwesten pendelt sich die Temperatur derweil bei etwa 30 Grad ein. Danach nimmt die Hitze jedoch im Süden Europas einen weiteren Anlauf und lässt auch Deutschland nicht verschont.
Hitzewelle in Deutschland: Hitze kommt ab Mitte nächster Woche
In der Zehn-Tage-Vorhersage des DWD heißt es demnach, dass die Hitzewelle den Südwesten Deutschlands am kommenden Mittwoch trifft. Örtlich soll es bis zu 39 Grad heiß werden. Auch im Norden könnten die Temperaturen auf bis zu 33 Grad ansteigen; im Rest Deutschlands sind bis zu 36 Grad möglich. Dass dies durchaus gefährlich werden kann, wissen auch die Rettungskräfte. Denn aufgrund der kommenden Hitzewelle wappnen sich nun auch Krankenhäuser für einen Patientenansturm.
„Wetterkarte des Schreckens“: Meteorologe Dominik Jung über die neue Hitzespitze
„Der aktuelle Trend für nächste Woche: heiß“, so die Prognose des Meteorologen Dominik Jung von wetter.net. Im Gegensatz zum DWD sieht er die Hitzewelle schon einen Tag früher Deutschland erreichen. Dienstags könne es demnach schon im Westen Deutschlands bis zu 39 Grad heiß werden. Am Mittwoch seien 40 Grad wahrscheinlich, da die Hitze über Nordfrankreich knappe 42 Grad betrage.
„Die Hitze schwappt dann nach Westdeutschland rein“, so Jung. Die Trockenheit der vergangenen Wochen gehe demnach weiter. Es biete sich eine „Wetterkarte des Schreckens“, so die Wettervorhersage. „Das ist wirklich dramatisch, da hilft auch alles schönreden nichts“, sagt der Meteorologe schon beim Blick auf die Juliprognosen.
Hitze in Deutschland bringt Trockenheit: Experten fürchten eine Folge des Klimawandels
Auch aus einer Bilanz des DWD geht hervor, dass es in der jüngsten Vergangenheit ungewöhnlich trocken war. So habe es in diesem Jahr bereits zwölf Tage mit über 30 Grad gegeben. Damit liegt die Zahl der sogenannten Hitzetage schon jetzt über dem Gesamtjahresdurchschnitt, der im Zeitraum von 2011 bis 2020 laut einer DWD-Analyse bei 11,1 Tagen lag. Experten fürchten, dass dies eine Folge des Klimawandels sei.
Hitze und Trockenheit: Hitzewelle bringt Waldbrände nach Europa – auch in Deutschland wird gewarnt
Dass der Durchschnitt jetzt schon übertroffen wurde, lag vor allem an der Hitzewelle im Juni, erklärt Britta Siebert-Sperl vom Wetterdienst Wetterkontor gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Ungewöhnlich seien aber auch die zwei Tage im Mai mit über 30 Grad gewesen. Besonders beunruhigt die Meteorologin die Entwicklung der Zahl der Hitzetage in den vergangenen Dekaden. „Der große Sprung nach 1990 fällt besonders auf. Der Anstieg der Hitzetage in Deutschland ist ein Ergebnis des Klimawandels“, so Siebert-Sperl. So steigt auch die Gefahr vor Brände. In Südeuropa hat es aufgrund der Hitzewelle schon viele Waldbrände gegeben und die Feuerwehr warnt in Niedersachsen aufgrund der Hitzewelle vor einer hohen Brandgefahr.
Hitzewelle in Europa: Deutlich über 40 Grad, Wetterlage bleibt angespannt
Auch in den beliebten Urlaubsländern in Südeuropa bleibt die Hitzewelle bestehen und damit die Wetterlage angespannt. In den kommenden Tagen soll es in Spanien bis zu 42 Grad heiß werden. Und das Wetter soll anhalten. Auch Frankreich trifft die Hitzewelle. Dort sollen die Temperaturen zu Beginn kommender Woche örtlich auf bis zu 39 Grad steigen – in Griechenland wird dann die 40-Grad-Marke überschritten werden. In Italien ist hingegen bereits in fünf Regionen im Norden der Notstand ausgerufen worden.
Hitzewelle in Deutschland: Erst Hitze, dann kräftige Unwetter
Wie lange die Hitzewelle in Deutschland, vor der schon Lauterbach gewarnt hat, anhalten wird, sei zurzeit noch nicht absehbar. Der DWD prognostiziert für die zweite Hälfte der kommenden Woche nach Osten und Süden hin zunächst teils kräftige Gewitter. Von Westen her könnte es durch einen Hochdruckeinfluss eine Wetterberuhigung geben, die einen Temperaturrückgang bis zu 32 Grad bringen kann.


