Hütten-Zoff in den Alpen durch respektlose Touristen: „Lügen uns ins Gesicht“
VonKarolin Schaefer
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Alpenhütten sind immer wieder eine beliebte Zwischenstation auf Bergtouren. Doch Hüttenwirte klagen zunehmend über rüpelhafte Gäste.
München – Bergsteiger, Wanderer und Kletterer suchen bei ihren Touren in den Bergen auf Hütten Unterschlupf. Ob für eine Mittagspause oder über Nacht: Für viele ist das gerade bei langwierigen Ausflügen unerlässlich. Doch eine Wirtin in Zermatt ist zunehmend besorgt.
„Die Respektlosigkeit ist teilweise unfassbar“: Hüttenwirtin schimpft über Verhalten von Gästen
Edith Lehner bewirtet mit ihrem Mann eine der bekanntesten Berghütten. Die Hörnlihütte ist bereits seit 130 Jahren für viele Bergsteiger der Ausgangspunkt für die Schweizer Seite des Matterhorns – mit 4478 Metern einer der höchsten Berge der Alpen. Die Hütte liegt auf 3260 Metern und bietet Platz für 150 Übernachtungsgäste sowie 130 Restaurantplätze, heißt es auf der Webseite.
Doch offenbar fehlt es den Gästen an Respekt. „Die Respektlosigkeit ist teilweise unfassbar“, schilderte die 58-Jährige dem Schweizer Medienportal Blick. Von den meisten Besuchern werde die Arbeit des Teams auf der Alpenhütte zwar geschätzt. „Natürlich ist der Umgang mit den meisten sehr angenehm. Aber es gibt auch die anderen – die, die nicht zu schätzen wissen, was wir hier oben leisten“, so die Hüttenwirtin. Demnach gibt es jene, die gänzlich aus dem Raster fallen und beispielsweise das Restaurant verlassen, ohne zu zahlen.
„Die lügen uns ins Gesicht“: Hüttenwirtin kam Verhalten kaum fassen
Doch damit nicht genug. Ob auf der Toilette oder in den Zimmern: Gäste würden überall ihren Müll hinterlassen. „Die Hinterlassenschaften auf den Toiletten sind manchmal einfach nur eine Frechheit“, so Lehner gegenüber dem Portal. „Die lügen uns ins Gesicht, wenn wir nachfragen.“
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„Wenn man zu viele negative Erfahrungen macht, hat man irgendwann keine Lust mehr auf den Job“, meinte die Wirtin. Ihre Sorge: Weitere Hüttenwirte könnten das Handtuch schmeißen. In der Vergangenheit beschwerten sich immer wieder Hüttenwirte über das Verhalten ihrer Gäste.
Hüttenwirte beschweren sich häufig über rüpelhafte Gäste
Martin Riz, Leiter der Schutzhütte Antermoia in den Dolomiten, sprach sogar von beängstigenden Zuständen. Der Hüttenwirt klagte über Abfälle auf den Wegen und vor der Hütte, Hundekot und aufgestellten Zelten, obwohl das verboten ist. „Die leeren Alkoholflaschen liegen nach den Feiern in der Gegend herum. Es ist klar, dass es sich bei solchen Leuten nicht um echte Bergliebhaber handelt, sondern um ein paar Rüpel“, schilderte dagegen der Alpinist Carlo Alberto Zanella vom Club Alpino Italiano (CAI) seine Erfahrungen.