Klage über Rüpel-Urlauber

Hütten-Zoff in den Alpen durch respektlose Touristen: „Lügen uns ins Gesicht“

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Alpenhütten sind immer wieder eine beliebte Zwischenstation auf Bergtouren. Doch Hüttenwirte klagen zunehmend über rüpelhafte Gäste.

München – Bergsteiger, Wanderer und Kletterer suchen bei ihren Touren in den Bergen auf Hütten Unterschlupf. Ob für eine Mittagspause oder über Nacht: Für viele ist das gerade bei langwierigen Ausflügen unerlässlich. Doch eine Wirtin in Zermatt ist zunehmend besorgt.

„Die Respektlosigkeit ist teilweise unfassbar“: Hüttenwirtin schimpft über Verhalten von Gästen

Edith Lehner bewirtet mit ihrem Mann eine der bekanntesten Berghütten. Die Hörnlihütte ist bereits seit 130 Jahren für viele Bergsteiger der Ausgangspunkt für die Schweizer Seite des Matterhorns – mit 4478 Metern einer der höchsten Berge der Alpen. Die Hütte liegt auf 3260 Metern und bietet Platz für 150 Übernachtungsgäste sowie 130 Restaurantplätze, heißt es auf der Webseite.

Die Hornlihütte in Zermatt, im Hintergrund thront das Matterhorn.

Doch offenbar fehlt es den Gästen an Respekt. „Die Respektlosigkeit ist teilweise unfassbar“, schilderte die 58-Jährige dem Schweizer Medienportal Blick. Von den meisten Besuchern werde die Arbeit des Teams auf der Alpenhütte zwar geschätzt. „Natürlich ist der Umgang mit den meisten sehr angenehm. Aber es gibt auch die anderen – die, die nicht zu schätzen wissen, was wir hier oben leisten“, so die Hüttenwirtin. Demnach gibt es jene, die gänzlich aus dem Raster fallen und beispielsweise das Restaurant verlassen, ohne zu zahlen.

„Die lügen uns ins Gesicht“: Hüttenwirtin kam Verhalten kaum fassen

Doch damit nicht genug. Ob auf der Toilette oder in den Zimmern: Gäste würden überall ihren Müll hinterlassen. „Die Hinterlassenschaften auf den Toiletten sind manchmal einfach nur eine Frechheit“, so Lehner gegenüber dem Portal. „Die lügen uns ins Gesicht, wenn wir nachfragen.“

Wanderwege in Deutschland: Zehn Routen voller wunderschöner Ausblicke

Loreley Felsen am Rheinsteig
Von Bonn über Koblenz bis nach Wiesbaden verläuft der 320 Kilometer lange Rheinsteig – einer der beliebtesten und schönsten Wanderwege Deutschlands. Wanderer erleben unterwegs die vielfältige Kulturlandschaft des Mittelrheintals und des Rheingaus, darunter Spuren der Römer, aber auch mittelalterliche Schlösser und Burgen. Der Weg führt auf überwiegend schmalen und anspruchsvollen Steigen durch Wälder, Weinberge oder Täler. © Alice Dias Didszoleit/Imago
Sonnenuntergang über die Schwäbische Alb
In Baden-Württemberg erwartet Wanderfans der Albsteig. Er führt entlang der nördlichen Steilstufe der Schwäbischen Alb von Tuttlingen bis nach Donauwörth und ist von unzähligen Aussichtspunkten mit einzigartigen Ausblicken auf die umliegende Natur gesäumt. Zudem befinden sich zahlreiche Burgen und Schlösser ganz in der Nähe des Weges, zu denen sich ein Abstecher lohnt. © Franziskus von Lucke/Imago
Ausblick vom Rennsteig auf die Wartburg
Der Rennsteig ist einer der ältesten und bekanntesten Höhenwanderwege Deutschlands. Er schlängelt sich über 169,3 Kilometer über den Kamm des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges sowie in Teilen durch den nördlichen Frankenwald. Unterwegs gibt es blühende Bergwiesen, aber auch tolle Misch- und Nadelwälder zu sehen, die Sie wunderbar vom Alltag abschalten lassen. © Andreas Vitting/Imago
Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide.
Wer in Norddeutschland wandern möchte, darf sich den Heidschnuckenweg nicht entgehen lassen. Auf 223 Kilometern führt er durch mehr als 30 große und kleine Heideflächen. Die Strecke lässt sich in 13 Hauptetappen teilen, die einzeln auch als Tagesausflüge geeignet sind. © Irina Heß/Imago
Lotenbachklamm im Schwarzwald
Geübte Wanderer werden am Schluchtensteig im Schwarzwald ihren Spaß haben: Die Strecke führt an Schluchten, Tunneln und Wasserfällen vorbei – Outdoorfans sollten also trittsicher und schwindelfrei sein. Die Anstrengung wird dafür mit wunderschönen naturnahen Felspfaden und Wurzelwegen sowie spektakulären Tiefblicken entlang von Felsklammen belohnt.  © Susanne Fritzsche/Imago
Aussichtspunkt Mönchskanzel am Oberlausitzer Bergweg in Sachsen.
In Sachsen führt Sie der Oberlausitzer Bergweg über 107 Kilometer durch die Berge der Oberlausitz und des Zittauer Gebirges. Zu den Höhepunkten auf der Route zählen die Umgebindehäuser in den Dörfern, die Burg- und Klosterruine auf dem Oybin oder die Zittauer Schmalspurbahn. Unterwegs haben Sie eine wunderbare Aussicht auf die benachbarte böhmische Bergwelt. © Volker Preusser/Imago
Der wilde Fluss Bode im Nationalpark Harz.
Durch grüne Misch- und Nadelwälder sowie Hochmoore, Schluchten und Klippen führt der Harzer-Hexen-Stieg in Niedersachsen. Die Gesamtlänge des Wanderweges beläuft sich auf 94 Kilometer und führt über den sagenumwobenen Brocken.  © Heiko Küverling/Imago
Schalkenmehrener Maar in der Vulkaneifel.
Auf ihre Kosten kommen Wanderer auch auf dem Eifelsteig: Die Strecke verläuft zunächst durch das größte noch intakte Hochmoor, das hohe Venn, und führt dann durch den Nationalpark Eifel, der durch seine vulkanische Vergangenheit geprägt ist. Start- und Endpunkt des 313 Kilometer langen Fernwanderwegs sind die Städte Aachen und Trier.  © Jochen Tack/Imago
Beschilderung des Goldsteig Wanderweges am Oberfrauenwald.
Der längste zertifizierte Qualitätswanderweg in Deutschland führt mit einer beeindruckenden Länge von 660 Kilometern von Marktredwitz bis Passau – der Goldsteig. Anfänger sind auf den 286 Kilometern der Südroute gut aufgehoben, doch wer es etwas anspruchsvoller mag, kann sich auf die Nordroute – über Hohenbogen, Großer Arber oder Falkenstein – wagen.  © Dominik Kindermann/Imago
Willibaldsburg in Eichstätt
Der Altmühltal-Panoramaweg führt auf 200 Kilometern durch den Nationalpark Altmühltal. Blühende Wacholderheiden, dichte Buchenwälder und schroffe Felsen zeichnen die Landschaft auf der Strecke von Gunzenhausen nach Kelheim aus. Außerdem gibt es unterwegs zahlreiche Zeugnisse aus römischer und keltischer Zeit, darunter Überreste des Limes, zu sehen. © Panthermedia/Imago

„Wenn man zu viele negative Erfahrungen macht, hat man irgendwann keine Lust mehr auf den Job“, meinte die Wirtin. Ihre Sorge: Weitere Hüttenwirte könnten das Handtuch schmeißen. In der Vergangenheit beschwerten sich immer wieder Hüttenwirte über das Verhalten ihrer Gäste.

Hüttenwirte beschweren sich häufig über rüpelhafte Gäste

Erst kürzlich hatte ein Hüttenwirt in Italien über die von Gästen hinterlassenen Zustände geschimpft. Eine Bergsteiger-Gruppe hätte in seiner Schutzhütte kaum etwas bestellt und das von ihm vorbereitete Essen nicht angerührt. Zudem seien die Toiletten übel zugerichtet worden.

Martin Riz, Leiter der Schutzhütte Antermoia in den Dolomiten, sprach sogar von beängstigenden Zuständen. Der Hüttenwirt klagte über Abfälle auf den Wegen und vor der Hütte, Hundekot und aufgestellten Zelten, obwohl das verboten ist. „Die leeren Alkoholflaschen liegen nach den Feiern in der Gegend herum. Es ist klar, dass es sich bei solchen Leuten nicht um echte Bergliebhaber handelt, sondern um ein paar Rüpel“, schilderte dagegen der Alpinist Carlo Alberto Zanella vom Club Alpino Italiano (CAI) seine Erfahrungen.

Bergsteiger-Legende Reinhold Messner fordert bereits Eintritts-Ticket für Südtirol-Regionen, um den Verkehr auf den Dolomitenpässen zu regulieren und einzuschränken. Zwar klagen Touristen immer wieder über Wucherpreise in Alpenhütten, Respektlosigkeiten entschuldigt das allerdings nicht. Dabei erschweren auch Klimawandel und Wassermangel den Betrieb auf Berghütten. (kas)

Rubriklistenbild: © GFC Collection/imago

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