- VonJulia Stantonschließen
Auf Facebook regt sich ein Gastwirt über eine respektlose Wandergruppe auf und sorgt damit für Aufsehen. Jetzt reagiert sogar der zuständige Bergsteigerverein.
Trentino – Der Kunde ist König, lautet ein bekanntes Sprichwort. Doch Kunden und Gäste verhalten sich eben nicht immer richtig. Vor kurzem beschwerte sich der Betreiber einer Berghütte auf dem Marmolata in den Dolomiten öffentlich auf Facebook über das Benehmen einer Wandergruppe. Der Vorfall wird derzeit in den Sozialen Medien viel diskutiert.
Hüttenwirt aus dem Trentino fassungslos über Verhalten von Wandergruppe
Der Gastwirt Carlo Budel berichtet in seinem Facebook-Post, dass eine 18-köpfige Wandergruppe des italienischen Bergsteigervereins CAI (Cai Alto Adige) sich in sein Lokal, der Capanna Punta Penia, setzte und fast nichts bestellte. Stattdessen spielten sie an den Tischen Karten und aßen ihre selbst mitgebrachte Sandwiches: „18 von ihnen kamen herein, setzten sich und packten Essen und Getränke aus ihren Rucksäcken aus. Sie bestellten nur 7 Kaffees“, schrieb er in seinem Facebook-Post. Er habe sie auch auffordern müssen, Platz für andere Gäste zu machen, die tatsächlich in der Hütte essen wollten. Zudem hinterließen sie die Außentoilette der Hütte in einem „unanständigen Zustand“. Der 51-jährige Budel leitet die höchstgelegene Hütte in den Dolomiten auf 3.343 Metern Höhe.
Budel fordert in seinem Post: „Der CAI sollte seinen Kursteilnehmern eigentlich Respekt vor den Bergen und den dort Arbeitenden beibringen.“ Gleichzeitig betonte er aber, dass es auch CAI-Gruppen gebe, die sich anders verhielten.
Respektloses Benehmen von Wandertouristen ist keine Seltenheit. In Südtirol konnten Anwohner im März das Verhalten von Alpen-Touristen kaum fassen.
Wanderer hinterlassen Chaos auf Hütte im Trentino: Präsident von Bergsteigerverein entschuldigt sich bei Wirt
Für seinen Beitrag erhielt Budel in den Sozialen Medien viel Unterstützung. Und der Präsident des CAI, Carlo Alberto Zanella, rief den Wirt sogar persönlich an, um sich für das Verhalten der Wandergruppe zu entschuldigen. Bei Il Dolomiti sagte Zanella: „Bildung und Respekt sind wichtig. Viele Menschen haben in diesem Bereich noch viel zu lernen.“ Hütten wie die von Budel seien Wetterbahängig, nur drei oder vier Monate im Jahr geöffnet und daher auf zahlende Gäste angewiesen.
„Deshalb sollten Menschen, die ihr eigenes Essen dabei haben, auf Bänken im Freien oder auf Felsen sitzen“, erklärte der Präsident weiter. Es sei wichtig, die Berge und die Menschen, die dort arbeiten, zu respektieren.
In Tirol sorgt derzeit ein Bergsteigerunglück für Aufsehen: Im Stubaital rutschte ein Bergsteiger ab und verursachte einen Massensturz. „Dabei wurden drei Alpinisten aus Österreich sowie eine 27-jährige Alpinistin und ein gleichaltriger Alpinist aus Italien mitgerissen“, teilt die Tiroler Polizei damals mit. (jus)
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