Hurrikan zieht nach Europa

Hurrikan Kirk steuert auf Deutschland zu – Wetter-Experte spricht von Windböen bis 230 km/h

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Laut Vorhersagen steuert Hurrikan Kirk auf Europa zu. Der Sturm hat derzeit die Warnstufe 4 und könnte, wenn auch abgeschwächt, Deutschland erreichen.

München – Was für ein eindrucksvoller Hurrikan, besonders seine Entstehung ist imposant. Binnen nur weniger Stunden ist aus dem anfangs tropischen Wirbelsturm ein riesiger Hurrikan der Stufe 4 geworden. Das ist die zweithöchste Stufe.

„Wir beobachten Spitzenböen bis zu 230 km/h um sein Auge herum. Dazu mehr als 10 Meter hohe Wellen. Der Hurrikan selbst rast übrigens nicht über das Wetter. Er bewegt sich mit eher gemütlich 17 km/h weiter“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net die neusten Daten. In den nächsten Stunden zieht er zunächst ein wenig in Richtung Nordamerika weiter, dreht dann aber laut der Prognosen bei und nimmt Kurs auf Europa.

Der bekannte Diplom-Meteorologe Dominik Jung zeigt den Hurrikan Kirk auf einem aktuellen Satellitenbild.

Hurrikan Kirk erreicht Deutschland als Sturm- oder Orkantief

Es wird noch bis in die nächste Woche hinein dauern, bis der Hurrikan dann auch bei uns in West- und Mitteleuropa ankommen wird. Allerdings passiert das zum Glück nicht mehr als Hurrikan, sondern als außertropisches Sturm- oder Orkantief. Aber auch das hat es nach den aktuellen Prognosen in sich.

Sturm- und Orkanböen sind am Donnerstag (10. Oktober) auch in Deutschland möglich. Dazu schwere Gewitter, wenn die Kaltfront des Orkantiefs vorüberzieht. „Vor allen Dingen im Westen sind mehr als 50 Liter Regen möglich“ so Klimaexperte Jung in seinem neusten Wettervideo. Die Details und damit die exakte Zugbahn von Hurrikan Kirk sind aber noch nicht ganz klar. Ob Deutschland voll getroffen oder nur gestreift wird, bleibt abzuwarten.

Die aktuelle Prognosekarte zeigt die möglichen Spitzenböen von Ex-Hurrikan Kirk, wenn er am kommenden Donnerstagmorgen (10. Oktober) Deutschland im Südwesten erreicht.

Deswegen ist die aktuelle Prognose noch mit Unsicherheiten behaftet

Die genaue Prognose von Hurrikan Kirk ist so schwierig, weil Hurrikane sehr komplexe Wettersysteme sind. Dominik Jung, Diplom-Meteorologe und Klimaexperte, erklärt: „Die Wetterbedingungen ändern sich ständig, und Hurrikane reagieren empfindlich auf Temperaturunterschiede, Winde und Luftdruck.“ Je weiter im Voraus eine Prognose gemacht wird, desto größer wird die Unsicherheit, da viele Faktoren über Tage hinweg schwanken können. „Selbst kleinste Veränderungen im Wetter können die Zugbahn eines Sturms stark beeinflussen“ betont Jung.

Zudem sind Hurrikane normalerweise in warmen Ozeanen aktiv, doch wenn sie auf kühlere Gebiete wie Europa treffen, verlieren sie an Stärke oder verändern ihre Struktur. „Vorhersagen über einen Zeitraum von sechs Tagen können daher ungenau sein, weil das Zusammenspiel der Wetterlagen schwer vorherzusehen ist“, so Jung weiter.

Bereits Ende September steuerte der Ex-Hurrikan Isaac auf Europa zu. Auch damals war von massiven Wetter-Folgen für Deutschland die Rede.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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