VonDaniel Geradtzschließen
Als Thorsten Block mit in den Bauernprotesten der Hilferuf einer Lehrerin erreicht, zögert er nicht lange. Der Landwirt fährt zur Grundschule.
Husum – Einige Schüler einer Grundschule in Husum haben sicherlich große Augen gemacht, als am Montag nicht wie gewohnt ihre Lehrerin die Klasse der 3b betrat. Landwirt Thorsten Block sprang ein, weil die Lehrerin wegen der Bauernproteste nicht zur Schule kam.
Lehrerin ruft nach Hilfe, da sie wegen Bauernprotesten im Stau steht
Block war zur Stelle, nachdem sich die Lehrerin bei seiner Frau gemeldet hatte. Laut einem Bericht von t-online habe sie geschrieben, dass es schön sei, wenn sich jemand um die Versorgung der Schüler kümmere, wenn die Lehrer aufgrund der Bauernproteste die Schule nicht erreichen könnten. Andernfalls würden Hunderte Schüler vor der Schule stehen bleiben.
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„Ich hatte den Impuls, das so nicht auf uns Landwirten sitzen zu lassen“, sagt Block. „Und wollte mal gucken, ob da was dran ist.“ Dabei sah er, dass es gar nicht so schlimm war, wie die Lehrerin befürchtet hatte. Es standen keine Kinder vor der Tür und der Unterricht konnte fast wie geplant stattfinden. Nur eine Lehrerin fehlte.
Block, der unter anderem Galloway-Rinder hält, nahm sich der Aufgabe dennoch an. Er betrat die Klasse, als ob es nichts Außergewöhnliches für ihn wäre, mit den Worten: „Guten Morgen! Hier bin ich, Aushilfslehrer Block. Welche Klasse soll ich übernehmen?“ Dann legte er für etwa 20 Minuten los, bis die Lehrerin in der Schule eintraf.
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„Es hat Spaß gemacht. Vor allem war es schön, die strahlenden Augen der Kinder zu sehen“, resümiert er. Er habe den Schülern die Demonstrationen seiner Kollegen und deren Beweggründe erklärt. Am Ende habe er sogar noch ein bisschen Matheunterricht gemacht. Die Schulrektorin bedankte sich im Anschluss für seinen Einsatz.
Obwohl sich Block am Montag nicht an den Protesten beteiligte, hat er Verständnis für seine Kollegen. „Wir Landwirte wollen keinem wehtun oder keinen um seinen Lohn bringen“, sagt er. „Aber wir müssen auch mal sagen: Stopp, hier geht es nicht mehr weiter.“
Bundesweit protestierten am Montag Landwirte, um auf die geplanten Sparmaßnahmen der Bundesregierung aufmerksam zu machen. Dabei kam es zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. Schon in der vergangenen Woche haben die Ampel-Parteien allerdings mehrere Vorhaben wieder kassiert. So werden landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge weiterhin steuerbefreit sei. Die Subventionierung von Agrardiesel wird schrittweise reduziert und nicht wie zunächst vorgesehen vollständig eingestellt.
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