Er wählte im Konklave mit

„Ich kannte ihn gar nicht“: Kardinal Marx gibt tiefe Einblicke in Sensations-Wahl von Papst Leo XIV.

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Kardinal Reinhard Marx freut sich über die Wahl des neuen Papstes Leo XIV. Er verrät in ARD und ZDF erstmals Details aus dem Konklave.

Rom – Gerade einmal etwas über 24 Stunden waren sie eingesperrt, dann wählten die Kardinäle im Konklave den US-Amerikaner Robert Francis Prevost zum neuen Papst Leo XIV. Eine große Sensation im Vatikan – für die meisten Beobachter jedenfalls.

Marx über Papst Leo XIV.: „Habe im Vorkonklave schon gedacht, das könnte jemand sein“

Wie wichtig das neuntägige Vorkonklave ist, zeigen Aussagen des deutschen Kardinals Reinhard Marx auf. Er hatte es kommen sehen. In den ARD-Tagesthemen sagte er wenige Stunden nach der Wahl und endlich wieder „auf freiem Fuße“: „Mir war im Vorkonklave schon klar, unser neuer Papst Leo XIV. ist jemand, der verschiedene Kulturen kennengelernt hat. Er ist in den USA geboren, dann 30 Jahre Missionar und Bischof in Peru und General seines Augustinerordens in Rom zwölf Jahre lang. Wenn ich mir das anschaue, ist da eine Vielfalt an Erfahrung, auch Leitungserfahrung. Da habe ich schon gedacht, das könnte jemand sein. Und offensichtlich haben andere ebenso gedacht.“

Marx wählte in der Sixtinischen Kapelle mit, wollte aber auch auf Nachfragen nicht verraten, für wen er denn gestimmt hatte. Jedoch: Er sei „sehr glücklich“.

Marx ehrlich: „Ich kenne den jetzigen Papst gar nicht so gut“

Im ZDF-„heute journal“ wurde Marx noch deutlicher. Man wollte einen Brückenbauer, das wurde im Vorkonklave klar. „Dieser Mann ist schon ein Zeichen. Als ich im Vorkonklave überlegt habe, dachte ich sofort: das könnte jemand sein, den wir jetzt brauchen.“

Der deutsche Kardinal musste in der ARD jedoch zugeben: „Ich kenne den jetzigen Papst gar nicht so gut, erst seit einem Jahr. Ich habe gesehen, dass er aus Peru kommend Chef der Bischofskommunikation ernannt wurde. Ein sehr wichtiges Gremium. Ich meldete mich an, weil ich ihn nicht kannte. In unserem ersten Gespräch hatte ich sofort einen sehr guten Eindruck.“ Deswegen habe er gedacht, das sei jemand, auf den man schauen müsse. Leo XIV. könne „zuhören, argumentativ sein, verstehen, was meine Probleme sind oder wo wir Fragen haben“, betonte der 71 Jahre alte Marx. Leo scheint auf Linie Franziskus. Auch wenn die Auswahl der Robe dem ein oder anderen Vatikan-Kenner zu denken gab. Pikant ist zudem eine Anzeige gegen den neuen Papst aus dem März.

Deutscher Kardinal gibt tiefe Einblicke ins Papst-Konklave – und will Leo nach Deutschland holen

Marx gab in den Interviews weitere Einblicke in die „Black Box“ Konklave: Die Diskussionen im Vorkonklave waren so: „Viele waren der Meinung, dass das Pontifikat von Franziskus ein großes Geschenk ist. Und es war ziemlich einhellig, dass man den Weg weitergehen müsse. Aber es war ebenso klar, dass wir keine Kopie von Franziskus bekommen können“, sagte der Erzbischof von München und Freising.

Neuer Papst Leo XIV.: Vatikan veröffentlicht die ersten Bilder nach der Wahl

Pope Leo XIV American Cardinal Robert Francis Prevost Successor of Pope Francis
Robert Francis Prevost wurde zum neuen Papst gewählt. Er trägt den Namen Leo XIV. © IMAGO / ABACAPRESS
Der neu gewählte Papst Leo XIV., der US-Amerikaner Robert Prevost, erscheint nach dem Konklave auf dem Balkon des Petersdoms im Vatikan.
Der neue Papst Leo XIV., der US-Amerikaner Robert Prevost, erscheint nach dem Konklave auf dem Balkon des Petersdoms im Vatikan. © Marijan Murat/dpa
Erste Rede von Papst Leo XIV
In seiner ersten Rede als Papst bedankte sich Papst Leo XIV. unter anderem bei den Kardinälen und sprach über den Frieden. © Screenshot/Vativan News
Segen Papst
Am Freitagabend (8. Mai) sprach der neu gewählte Papst Leo XIV. zum ersten Mal seinen Segen aus. © Screenshot/Vativan News
Menschen am Petersplatz
Tobender Jubel auf dem Petersplatz, wo die Gläubigen sich massenhaft versammelt haben, um den ersten Segen von Papst Leo XIV. zu empfangen. © Screenshot/Vatican News
Besucher auf dem vollen Petersplatz
Mit Papst Leo XIV. kommt erstmals das Kirchenoberhaupt aus Nordamerika. © Screenshot/Vatincan News
Konklave zur Wahl des neuen Papstes
Weißer Rauch über der Sixtinischen Kapelle verkündet die Entscheidung: Ein neuer Papst wurde gewählt – ein bedeutender Moment für die katholische Kirche.  © Andrew Medichini/dpa
Konklave zur Wahl des neuen Papstes
Auf dem Petersplatz wartete eine Menschenmenge darauf, den neuen Papst zu begrüßen. © Markus Schreiber/dpa
Vor dem Konklave
Die Wahl zum Papst begann am 7. Mai, schon am 8. Mai wurde der neue Papst bekannt gegeben. © Alessandra Tarantino/dpa
Menschenmenge am Petersplatz
Auf dem Petersplatz drängten sich die Leute dicht an dicht, um beim ersten Auftritt des Papstes dabei zu sein. © Screenshot/Vatican News
Konklave zur Wahl eines neuen Papstes beginnt
Insgesamt 133 Kardinäle haben den neuen Papst gewählt. © Oliver Weiken/dpa
Konklave zur Wahl eines neuen Papstes
Gläubige richten ihre Handys und Kameras auf die schwarzen Rauchwolken der Sixtinischen Kapelle – das Konklave wird auch auf einem Monitor live begleitet. © Emilio Morenatti/dpa
Papst Franziskus gestorben - Argentinien
Der neue Papst folgt auf Papst Franziskus, der im Jahr 2013 gewählt wurde und in diesem Jahr verstarb. © Martin Cossarini/dpa
Erst im März 2025 leitete der Papst als Kardinal Robert Francis Prevost ein Rosenkranzgebet auf dem Petersplatz.
Erst im März 2025 leitete der Papst als Kardinal Robert Francis Prevost ein Rosenkranzgebet auf dem Petersplatz. © Kirsty Wigglesworth/dpa
Als Kardinal erhielt Leo XIV. (rechts) im September 2023 seine Biretta vom verstorbenen Papst Franziskus.
Als Kardinal erhielt Leo XIV. (rechts) im September 2023 seine Biretta vom verstorbenen Papst Franziskus. © Riccardo De Luca/dpa
Mitte der 1980er Jahre war Papst LEO XIV. als Missionar in Peru tätig.
Mitte der 1980er Jahre war Papst LEO XIV. als Missionar in Peru tätig. Dort gründete er Pfarreien, leitete ein Priesterseminar und war in der Bischofsausbildung aktiv. 2015 ernannte ihn Franziskus zum Bischof von Chiclayo, einer Diözese im Norden des Landes. © Diocese of Chulucanas/dpa
Papst Leo XIV. Konklave Wahl Papstwahl Vatikan Bilder erste Aufnahmen
Papst Leo XIV. wenige Augenblicke nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche. © Rai News
Kardinal Robert Francis Prevost Papst Leo XIV
Bevor Kardinal Robert Francis Prevost zu tausenden Menschen am Petersplatz spricht, hat er Augenblicke nach der Wahl zum Papst noch innige Momente im Vatikan. © Rai News
Erste Glückwünsche für den neu gewählten Papst Leo XIV.
Erste Glückwünsche für den neu gewählten Papst Leo XIV.  © Rai News
Papst Leo XIV beim Verlassen der Sixtinischen Kapelle Vatikan
Unter tosendem Applaus der Kardinäle: Papst Leo XIV beim Verlassen der Sixtinischen Kapelle. © Rai News

Prevost sei als Name im Vorkonklave aber noch nicht öffentlich diskutiert worden. „Jeder denkt natürlich nach, alles andere wäre ja unsinnig. Und dann ergibt sich das ganze mit der Dynamik des Heiligen Geistes“, so Marx. Das Konklave selbst sei in einer gewissen „Einmütigkeit“ vergelaufen. Angesichts der kurzen Zeit der Suche nach einem Franziskus-Nachfolger sei logisch, dass es weder große Debatten noch Streit hinter den Mauern des Vatikans gegeben habe.

Mit Blick auf die katholische Kirche in Deutschland und ihre Reformbemühungen sieht Marx bei Leo XIV. eine große Bereitschaft, in die gemeinsame Diskussion zu gehen. Nach Deutschland eingeladen hat Marx Leo XIV. bisher nicht. Er habe dem neuen Pontifex nach dessen Wahl Gehorsam versprochen. „Heiliger Vater, wir stehen an deiner Seite. Wir stehen zu dir. Wir helfen, wo wir helfen können“, habe er ihm gesagt. „Aber da fängt man nicht an, gleich wieder Programme zu machen und von ihm was zu erwarten“, so Marx. Er könne sich aber gut vorstellen, dass Leo XIV. eines Tages auch Deutschland besuchen wird. (mke)

Rubriklistenbild: © Andrej ISAKOVIC / AFP / Screenshot ZDF

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