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Am Tag nach seiner Wahl feierte Papst Leo XIV. seine erste heilige Messe zusammen mit den Kardinälen. In Rom wird aber noch über die Wahl selbst gesprochen.
Update vom 9. Mai, 6.50 Uhr: Nach der Wahl von Kardinal Robert Francis Prevost zum neuen Papst Leo XIV. sickern nun mehr und mehr Details zum Konklave selbst durch. Eigentlich ist es an dem Konklave beteiligten Kardinälen verboten, Infos über die Wahl nach außen zu tragen. Doch in den Straßen Roms verbreiten sich dennoch einige Spekulationen zur Papst-Wahl. Prevost habe etwa den lange als Topfavoriten genannten Pietro Parolin erst am Donnerstag (8. Mai), dem Tag seiner Wahl, stimmenmäßig ausgestochen, berichtet ein gut vernetzter Verleger aus der italienischen Hauptstadt.
Entsprechend der alten Vatikanweisheit ging Parolin als Papst in die Wahl, verließ das Konklave aber als Kardinal. Italienische Medien berichteten gar von einem „Kampf im Untergrund“, der sich zwischen Kardinälen aus Nord- und Südamerika abgespielt habe. Daraus sei Prevost als idealer Vermittler hervorgegangen, zum Leidtragen von Parolin. Gerüchten zufolge war es aber der Italiener selber, der sich letztendlich aus dem Rennen nahm und somit Prevost den Weg ebnete.
Schwieriges Verhältnis zwischen Papst und deutscher Kirche: Hoffnung auf neuen Pontifex
Update vom 9. Mai, 13.39 Uhr: Das Verhältnis zwischen dem verstorbenen Papst Franziskus und der katholischen Kirche in Deutschland galt streckenweise als angespannt. Gerade, weil Franziskus den Reformprozess mit kritischen Bemerkungen begleitet und sich gegenüber Vertretern des Synodalen Wegs herablassend geäußert hatte, wie AFP berichtet. Dies führte zu mehreren Krisengesprächen mit der Deutschen Bischofskonferenz im Vatikan, bei denen der heutige Papst Leo XIV. anwesend war. Seitdem sei von einer „positiven, offenen und konstruktiven Atmosphäre“ die Rede, auch wenn unklar bleibt, welche Rolle Leo XIV. konkret spielte.
Kardinal Reinhard Marx zeigte sich gegenüber dem Sender ZDF erfreut: Er sei „sehr glücklich“ über die Wahl und lobte Leo XIV. als jemanden, der zuhören könne und Verständnis für die deutsche Situation zeige. „Er konnte zuhören, argumentativ sein, verstehen, was meine Probleme sind“, so Marx. Eine Einladung nach Deutschland gebe es noch nicht, sei aber denkbar: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir das einmal machen.“ Papst Franziskus hatte während seines Pontifikats keine Einladung angenommen.
Nach Messe: Papst Leo XIV. steht größtes Event noch bevor
Update vom 9. Mai, 12.35 Uhr: ARD-Experte Tillmann Kleinjung fragt sich nach der Messe: Wo wird Leo XIV. künftig wohnen? Bleibt er auch im Gästehaus, wie damals Papst Franziskus? „Mein Tipp: Er macht es anders. Aber jetzt muss er erstmal die Siegel brechen, die vor dem Apartment im Apostolischen Palast und der Casa Santa Marta angebracht sind.“
Papst Leo XIV. steht noch mindestens ein großes Event bevor: die offizielle Amtseinführung. Der Termin ist allerdings noch unklar. Dort werden zahlreiche Prominente erwartet, darunter US-Präsident Donald Trump.
Update vom 9. Mai, 12.22 Uhr: Papst Leo XIV. spricht das Schlussgebet: Als Beweis der Liebe von Gott solle mit Gegenliebe geantwortet werden. „Mache uns zum Sauerteig dieser Welt.“ Anschließend verlässt der 267. Pontifex die Sixtinische Kapelle und beendet somit seine erste Messe. Die Kardinäle erheben sich und verlassen nach und nach den Saal. Das Konklave ist zu Ende.
Update vom 9. Mai, 12.08 Uhr: Der neue Papst fordert die Anwesenden auf, ein Zeichen des Friedens auszutauschen. Bereits bei seiner ersten Ansprache auf dem Balkon des Petersdoms hat er sich als Bekenner des Friedens zu verstehen gegeben.
„Dramatische Begleiterscheinungen“: Papst Leo XIV. findet klare Worte für Ungläubige
Update vom 9. Mai, 11.38 Uhr: Laut Papst Leo XIV. befinden wir uns in einem Umfeld, in dem „Technologie, Geld, Erfolg, Macht und Vergnügungen“ bevorzugt würden. In diesem Umfeld, in dem „Gläubige verspottet werden“, sei es nicht leicht, das „Evangelium zu verkünden“. Von vielen Menschen werde der christliche Glaube als „etwas Absurdes angesehen, als etwas für schwache und wenig intelligente Menschen“, so der 69-Jährige in seiner Predigt.
Der Mangel an Glauben habe „dramatische Begleiterscheinungen“, mahnte Leo XIV. So gerieten der „Sinn des Lebens“ und die Barmherzigkeit in Vergessenheit, und die Würde des Menschen werde „in den dramatischsten Formen verletzt“. Da Jesus als „Übermensch“ angesehen werde, können selbst Gläubige „in einen faktischen Atheismus geraten“. Zum Ende seiner Ansprache verweist er auf seinen Vorgänger Papst Franziskus, der predigte, „den Erlöser zu bezeugen“.
Update vom 9. Mai, 11.33 Uhr: Papst Leo XIV. wendet sich in seiner ersten großen Messe als Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Muttersprache Englisch an die Kardinäle, die ihn zum Nachfolger von Papst Franziskus gewählt haben. Er lädt sie ein, „an die Wunder zu denken, an die vielen Gaben, die der Herr uns schenkt“. „Ihr habt mich dazu berufen, dieses Kreuz zu tragen.“ Dann geht es auf Italienisch weiter: „Jesus ist der einzige Erlöser. Er offenbart das Antlitz des Vaters.“
Neuer Papst Leo XIV.: Vatikan veröffentlicht die ersten Bilder nach der Wahl




Update vom 9. Mai, 11.10 Uhr: In weißen Gewändern betritt der 267. Pontifex die Sixtinische Kapelle, zugleich ertönt Chorgesang. Laut einem Welt-Experten trage er den Stab von Papst Benedikt XVI. Er segnet die Kardinäle, während er sich dem Altar und Michelangelos „Jüngstem Gericht“ nähert. Der 69-Jährige spricht die Eröffnungsgebete auf Latein und lässt eine Nonne die erste Lesung übernehmen. In seiner ersten Ansprache am Donnerstag hatte Leo XIV. Italienisch und Spanisch gesprochen.
Update vom 9. Mai, 11 Uhr: In der Sixtinischen Kapelle haben sich die Kardinäle zum Abschluss des Konklaves zusammengefunden. Die erste Messe von Papst Leo XIV. beginnt.
Update vom 9. Mai, 10.47 Uhr: Noch am Abend seiner Wahl hat der neue Papst Leo XIV. seine bisherige Unterkunft im Palazzo del Sant‘Uffizio besucht und mit Gläubigen gescherzt. In einem Video, das der Vatikan auf der Plattform X verbreitete, ist er bei der Segnung Umstehender zu sehen.
Pope Leo XIV blesses several people, including Sr. Nathalie Becquart, Undersecretary of the General Secretariat of the Synod, at the Palace of the Holy Office on the same evening he was elected Pope. pic.twitter.com/afOk2uYJVh
— Vatican News (@VaticanNews) May 9, 2025
Leo XIV. wurde bei seiner Ankunft mit Applaus empfangen, viele Umstehende haben das Handy gezückt, wie auf einer längeren Aufnahme auf der italienischen Website „Fanpage“ zu sehen ist. Als er aus dem Auto stieg, wurde er mit „Es lebe der Papst“-Rufen begrüßt. Der 69-Jährige schüttelte Geistlichen und anderen Anwesenden die Hände, einige küssten seine Hand.
Ein Mädchen bat den 267. Pontifex um eine Segnung und eine Unterschrift für ein Buch. Ob er seine nun überholte alte Unterschrift nutzen solle, fragte der frisch gebackene Papst scherzhaft, der bisher unter seinem bürgerlichen Namen Robert Francis Prevost bekannt war. Dann schrieb er einige Zeilen in ihr Buch und fragte zur Erheiterung der Anwesenden: „Heute ist …?“, so als hätte er das Datum seiner Papstwahl nicht im Kopf.
Papst Leo XIV. kann „normale Unterhaltung“ auf Deutsch führen
Update vom 9. Mai, 10.30 Uhr: Der 69-jährige Pontifex kann nach Angaben des katholischen Augustinerordens in Deutschland auf Deutsch Gespräche führen. „Papst Leo XIV. kann Deutsch. Eine ‚normale‘ Unterhaltung auf Deutsch ist mit ihm möglich“, so der Leiter der Augustiner in Deutschland, Lukas Schmidkunz, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Der frühere Kardinal Robert Francis Prevost gehört selbst zum Männerorden der Augustiner und besuchte die deutschen Augustiner in seiner Amtszeit als Oberer des Ordens zwischen 2001 und 2013 mehrmals. Soweit er sich erinnere, habe Prevost sich dabei „mit allen Brüdern ohne Dolmetscher“ unterhalten können, erklärte Schmidkunz.
Die deutschen Augustiner reagierten freudig auf die Wahl ihres Mitbruders zum Papst. Sie hätten mit diesem Ausgang des Konklaves nicht gerechnet, seien „wirklich baff, erstaunt und gerührt“ gewesen, erklärte der Orden. Während der Suche nach einem Nachfolger für den verstorbenen Papst Franziskus hätten sie manchmal scherzhaft zueinander gesagt: „Was, wenn Bob es wird?“
Erstmeldung: Rom – Es gibt einen neuen Papst – und Leo XIV. wird direkt heute starten: Um 11 Uhr soll er eine erste große Messe in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan feiern. Mit dabei sind dann auch die Kardinäle – und es wird einen Livestream geben. Den Namen gab sich der US-Kardinal Robert Francis Prevost nach seiner Wahl im Konklave im Vatikan am Donnerstagabend. Dabei sorgte er für Kenner auch für einen „klaren Bruch“ bei der Kleiderwahl.
Papst Leo XIV.: Seine erste Messe heute im Live-Video, Stream und TV
Leo XIV. gilt als Brückenbauer und als einer, „der zuhören kann“, wie nicht nur der deutsche Kardinal Marx am Abend in ARD und ZDF verkündete. Nachdem am 8. Mai gegen 18.08 Uhr weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle ausgetreten war, betrat Leo eine gute Stunde später den Balkon von St. Peter und zeigte sich den Menschen. Keine 24 Stunden später, am Vormittag des 9. Mai, wird er die erste heilige Messe feiern. Sie ist besonders. Mit dabei sind auch die in Rom anwesenden Kardinäle.
Übertragen wird die erste heilige Messe mit Papst Leo XIV. wohl von zahlreichen TV-Sendern in Deutschland. ntv, welt, aber auch ARD oder das ZDF dürften auf Sendung gehen. Neben den Livestreams der Sender bietet auch das Katholische Fernsehen ein Live-Video auf Youtube an. Der Stream beginnt um 10.55 Uhr.
Für Sonntag steht bereits ein weiterer Termin fest: Dann soll sich der neue Pontifex für das Mittagsgebet Regina Coeli vom Balkon des Petersdoms der Öffentlichkeit zeigen. Spannend bleibt bislang, wann genau die große Amtseinführung sein wird, mit hochkarätigen Gästen aus aller Welt. Bei Franziskus war es 2013 eine knappe Woche nach der Wahl im Konklave - damals war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel dabei.
Allerdings muss sich der neue Papst auch mit Anschuldigungen auseinandersetzen. Prevost wurde vorgeworfen, in seiner Zeit in Chicago sowie als Bischof in Chiclayo Missbrauchsfälle nicht konsequent verfolgt zu haben.
Als einer von sechs prominenten Kardinälen ist er erst im März dieses Jahres von der internationalen Missbrauchsopfer-Vereinigung Snap angezeigt worden. Neben ihm stehen Peter Erdö, Victor Fernandez, Mario Grech, Luis Tagle und Kevin Farrell im Fokus. Snap steht für Survivors Network of those Abused by Priests (Netzwerk von Überlebenden, die von Priestern missbraucht wurden). Der neue Papst bestritt die Vorwürfe vehement, auch die Diözese in Chiclayo wies die Anschuldigungen zurück.
Die Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“ erwartet vom neuen Papst Leo XIV. strukturelle Veränderungen in der katholischen Kirche. „Die Herausforderungen sind groß. Die notwendigen strukturellen Veränderungen reichen von der Reform des Kirchenrechts, die Einführung von klaren Verfahren und transparenten Prozessen, wenn es um den Umgang mit Verdachtsfällen geht, hin zu einer veränderten Haltung der katholischen Kirche zur menschlichen Sexualität“, sagte der Sprecher der Initiative, Matthias Katsch. (cln/dpa/AFP)
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