„Nicht wieder gegen Corona impfen lassen“

Keine 4. Impfung vor dem Corona-Herbst: Virologe Streeck lehnt den zweiten Booster ab

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Virologe Hendrik Streeck vertritt eine klare Meinung. Vorm Corona-Herbst in Deutschland stellt er klar, die 4. Impfung abzulehnen. Doch warum?

Berlin – Macht die 4. Impfung gegen das Coronavirus Sinn? Oder ist die nunmehr 2. Booster-Impfung nur eingeschränkt zu empfehlen? Fragen, die sich viele Menschen vor dem Corona-Herbst in Deutschland stellen. Der Virologe Hendrik Streeck hat sich die Antwort hierauf bereits selbst gegeben. Er entscheidet sich gegen die 4. Impfung gegen das Coronavirus. Doch welche Beweggründe hat er?

Corona in Deutschland: Virologe Hendrik Streeck verzichtet auf 4. Impfung – doch warum?

Hendrik Streeck ist Virologe am Uniklinikum Bonn und Mitglied des Expertenrats der Regierung. Seit März 2020 beschäftigt sich der 45-Jährige intensiv mit der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. Stehen neue Impfangebote zur Verfügung, ist er ein gern gesehener Gesprächsgast. Auch zur nunmehr 4. Impfung, dem 2. Booster, weiß sich Streeck zu äußern und positioniert sich dabei klar.

Virologe Hendrik Streeck will auf die 4. Corona-Impfung verzichten. Ihm würden seine drei Spritzen reichen.

„Ich werde mich diesen Herbst nicht wieder gegen Corona impfen lassen, weil ich inzwischen dreimal geimpft wurde und im Sommer einmal infiziert war“, verrät Streeck der Bild. Seine Immunantworten seien dadurch bereits „stark genug“, um gut durch den Corona-Herbst in Deutschland zu kommen. Letztendlich würde die Infektion nämlich wie ein zweiter „Booster“ wirken.

„Vierte Impfung nicht nötig“: Virologe Streeck verweist auf guten Schutz bisheriger Impfungen

Doch stellt Hendrik Streeck auch klar, damit gar keine Missverständnisse aufkommen: „Eine vierte Impfung wäre für mich aber auch nicht nötig, hätte ich keine Infektion gehabt“. Selbst dann nicht, „wenn die Infektionszahlen im Herbst und Winter wieder stark ansteigen sollten“. Davon wird gemeinhin ausgegangen, Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt immer wieder vor einem „sehr schweren Corona-Herbst“.

Die 4. Impfung empfahl Lauterbach zunächst uneingeschränkt und stellte sich damit gegen die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Anders verhält es sich mit Hendrik Streeck. Der Virologe verweist auf den guten Schutz seiner bisherigen Impfungen vor schwerer Krankheit oder gar dem Tod. „Die drei Impfungen schützen bei gesunden Menschen unter 60 Jahren hervorragend gegen einen schweren Verlauf“, merkt der 45-Jährige an. Demgegenüber steht aber auch das Ergebnis einer Studie, dass die 4. Impfung die Durchbruchsinfektionen bei Omikron um zwei Drittel reduzieren kann.

Karl Lauterbach (SPD) empfahl im Sommer 4. Impfung für alle – und musste dann wieder zurückrudern

Dementsprechend greift Streeck auch die Empfehlung der Stiko auf, welche die 4. Impfung aktuell nur für Risikogruppen und Menschen ab 60 Jahren empfiehlt. Noch im Sommer 2022 hatte Lauterbach die 2. Booster-Impfung allen Menschen in Deutschland nahegelegt. Dann sollte der Gesundheitsminister aber zurückrudern. Er selbst ist nach eigenen Angaben bereits viermal geimpft, erkrankte aber dennoch an Corona.

Nach Angaben vom Gesundheitsministerium haben übrigens 51,6 Millionen Menschen in Deutschland bereits ihre Auffrischungsimpfung, also den Booster, erhalten. In den meisten Fällen sei dies die 3. Impfung gewesen. Demgegenüber stünden circa 7,4 Millionen Menschen, die schon auf ihre vierte Impfung und somit den 2. Booster zurückblicken können. (Stand der Daten: 14. September 2022)

Rubriklistenbild: ©  Bernd Weißbrod/dpa/imago/Montage

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