Tödliche Titanic-Expedition

Bergung der „Titan“-Trümmer: „Mutmaßliche sterbliche Überreste“ gefunden

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Die „Titan“ sollte fünf Touristen zum Titanic-Wrack führen. Doch das U-Boot implodierte, alle Insassen starben. Nun wurden die Trümmer geborgen.

Update vom 29. Juni 2023, 6.35 Uhr: Gut eine Woche nach dem Verschwinden der „Titan“ im Nordatlantik sind Trümmerteile des verunglückten Tauchboots an Land gebracht worden. Wie die US-Küstenwache am Mittwochabend (28. Juni) mitteilte, wurden auch „mutmaßlich menschliche Überreste“ geborgen, die „vorsichtig im Wrack an der Unglücksstelle sichergestellt“ worden seien. Eine offizielle Analyse der mutmaßlichen sterblichen Überreste von Fachleuten in den USA solle folgen.

„Es gibt noch viel zu tun, um all die Faktoren zu ergründen, die zu dem katastrophalen Verlust der „Titan“ geführt haben“, teilte Jason Neubauer von der US-Küstenwache mit, der die Untersuchungen der Behörde leitet. Die Ermittlungen seien notwendig, damit sich eine solche Tragödie nicht wiederhole. Die Beweismittel würden „wichtige Erkenntnisse über die Ursache dieser Tragödie liefern“, so Neubauer weiter.

Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen.

Trümmerteile geborgen: Erste Aufnahmen vom Unglücks-U-Boot „Titan“ nach Implosion

Erstmeldung vom 28. Juni 2023: St. John‘s (Neufundland) – Mehr als eine Woche nachdem das Tauchboot „Titan“ am Sonntag (18. Juni) im Atlantik verschwunden war, konnten Trümmerteile des verunglückten U-Bootes geborgen werden. Die fünf Insassen der „Titan“ waren auf einer Expedition zum Wrack der Titanic, doch dort sollte das Tauchboot nie ankommen. Es implodierte, alle fünf Touristen starben.

Die ersten Trümmerteile des implodierten Tauchboots konnten nun geborgen und in den Hafen von St. John‘s (Neufundland) gebracht werden.

Die Bilder zum Drama um das Titanic-U-Boot: Das letzte Foto der „Titan“ – und die ersten Trümmer

Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“
Sie schufen den Mythos um die 1912 gesunkene „Titanic“: Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“. Der Film gewann elf Oscars. 130 Millionen Besucher zog es in den USA ins Kino, immerhin 18 Millionen in Deutschland. © imago/EntertainmentPictures
Titanic
Die überreste des gesunkenen Luxusdampfers „Titanic“ liegen in rund 3800 Metern Tiefe (undatiertes Archivfoto). © epa PA/epa/dpa
Das Wrack der Titanic.
Titanic Wrack U-Boot.jpg © Atlantic Productions/Magellan/Imago
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.  © Atlantic Productions/dpa
Atlantik
Hier liegt das Wrack der „Titanic“ im Atlantik. © Google/dpa
Titan
Dieses vom American Photo Archive herausgegebene Foto zeigt das Tauchboot „Titan“ von OceanGate Expeditions, das zur Besichtigung der Wrackstelle der „Titanic“ eingesetzt wurde. © American Photo Archive/Alamy/PA Media/dpa
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus.
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus: Eine Reise zur Titanic kostet Privatpersonen mit dem U-Boot rund 250.000 Dollar. © OceanGate Expeditions / AFP
Dieses Archivbild zeigt das Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik.
Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik verschollen (Archivfoto). Das kleine U-Boot ist knapp sieben Meter lang und fünf Personen bis in eine Tiefe von 4.000 Metern befördern.  © OceanGate Expeditions/AP/dpa
Der Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“.
Dieses von American Photo Archive zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“ von OceanGate Expeditions mit den damals reisenden Passagieren. Im Inneren des Tauchboots hat die Besatzung wenig Platz und nur eine bestimmte Menge Sauerstoff, wie eine ältere Fotoaufnahme zeigt. © American Photo Archive Alamy
Hamish Harding
Hamish Harding im Juni 2023 in London. Der britische Geschäftsmann und Abenteurer ist an Bord des Tauchboots, das in der Nähe des „Titanic“-Wracks im Atlantik vermisst wird. © Dirty Dozen Productions/PA Media/dpa
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde.
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde. © Greg Gilbert/dpa/Archivbild
U-Boot wird nahe Titanic-Wrack vermisst
Das U-Boot Titan ist auf dem Weg zur untergegangenen Titanic verschollen. © Dirty Dozen Productions/dpa
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt.
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt. © FP PHOTO / DIRTY DOZEN PRODUCTIONS / HANDOUT
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache, leitet die Suche nach dem verschwundenen U-Boot. Ein Wettlauf gegen die Zeit. © Joseph Prezioso / AFP
Karte wo das Tauchboot vermisst wurde
Die Trümmer des Tauchbootes auf dem Weg zur Titanic wurden gefunden. Eine Karte zeigt, wie nahe es dem versunkenen Schiff gekommen ost.  © Google/dpa
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes.
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes. © AFP PHOTO/DAWOOD HERCULES CORPORATION
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben.
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben. © imago
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks.
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks. © Paul Daly/dpa

Erste Aufnahmen vom Unglücks-U-Boot „Titan“ nach Implosion – Trümmerteile geborgen

Videoaufnahmen, die unter anderem auf Twitter kursieren, zeigen, wie das Expeditionsschiff „Horizon Arctic“ die Südseite des Hafens erreicht. Zuvor hatte sich das Schiff auf die Suche nach den „Titan“-Trümmern gemacht. Im Verlaufe der Videos ist dann auch zu sehen, wie ein Kran an Bord der „Horizon Arctic“ beginnt, die Überreste der „Titan“ auf Lastwagen zu transportieren.

Hierbei wurden ungefähr zehn Teile verladen, angefangen beim Bullauge. Ebenso lag ein Schiff der US-Küstenwache in der Nähe der Südseite des Hafens. Ob die Lkw mit den Trümmern auf dieses Schiff oder an einen anderen Ort fuhren, ist unklar. Gegenüber CBC-News konnte ein Sprecher der Bergungsfirma auf jeden Fall bestätigen, dass die Offshore-Operation nun erfolgreich abgeschlossen sei. Die US-Küstenwache hätte mit der Beweissicherung am Meeresgrund begonnen.

Warum implodierte die „Titan“? Ursachenforschung dauert an – Ermittler aus vier Ländern beteiligt

Weshalb die „Titan“ implodierte, ist derweil immer noch nicht bekannt. Unter der Leitung der US-Küstenwache dauern die Ermittlungen an. Ebenfalls Untersuchungen zum Verlust der „Titan“ und ihrer Passagiere leiteten die „Transportation Safety Board“ – eine Behörde, die für die Transportsicherheit in Kanada zuständig ist – und die Royal Canadian Mounted Police ein.

Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen.

Nicht nur Behörden aus den USA sowie Kanada, sondern auch Ermittler aus Großbritannien und Frankreich sind an der Aufklärung der Katastrophe beteiligt. Um herauszufinden, was genau zur Implosion der „Titan“ führte, sei aber eine detaillierte Analyse der Trümmer notwendig. Sie könnte bereits Aufschluss geben.

Tödliche Titanic-Expedition: U-Boot „Titan“ soll bereits am Tag des Abtauchens implodiert sein

„Die Trümmer stehen im Einklang mit dem katastrophalen Verlust der Druckkammer“, hatte John Mauger im Rahmen einer Pressekonferenz nach der Entdeckung der Trümmer gesagt. Der Konteradmiral der US-Küstenwache verwies auch auf den Tauchroboter Odysseus, der die Einzelteile des Tauchboots am Donnerstag (22. Juni) an einer anspruchsvollen Stelle des Atlantiks gefunden hätte.

Vier Tage nach dem Start der tragischen Expedition zum Titanic-Wrack musste die US-Küstenwache dann auch den Tod der fünf Insassen bestätigen. Indes gehen Experten davon aus, dass das U-Boot bereits am Tag seines Abtauchens implodiert ist. (han)

Rubriklistenbild: © Paul Daly/dpa

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