VonJulia Hanigkschließen
Kai Hartwigschließen
Der Absturz einer Seilbahn-Gondel am Monte Faito in der Nähe von Neapel hat mehrere Todesopfer gefordert. Nun gibt es neue Details zu den Opfern.
Update vom 18. April, 17.30 Uhr: Die Ermittlungen, wie es zu dem tragischen Seilbahn-Unglück kommen konnte, laufen. Umberto De Gregorio, der Chef der Seilbahn-Gesellschaft EAV, reagierte erschüttert auf den Vorfall. Er betonte, dass die ungünstigen Wetterbedingungen nicht Ursache des Unfalls gewesen seien. Bei schlechter Witterung sollte der Betrieb der Seilbahn eigentlich durch eine automatische Sperre eingestellt werden. Dies geschah am Tag des Unglücks jedoch nicht.
Laut eines Berichts der Tageszeitung Corriere della Sera waren unter den Touristen, die gerettet werden konnten, auch eine fünfköpfige deutsche Familie, eine deutsche Studentin und ein französischer Student. In einem Interview mit La Repubblica schildern sie den Vorfall. Ihnen sei nicht direkt klar gewesen, was passiert war, erklärte die Studentin. Die Gondel sei plötzlich mehrere Meter abgesackt, wie bei einer Achterbahnfahrt. Kurz darauf stoppte die Gondel und die Gruppe wartete auf ihre Rettung. Angst hätten sie nicht wirklich gehabt, so die Studentin.
Ermittlungen zur Ursache des Sailbahn-Unfalls am Monte Faito laufen
Update vom 18. April, 13.53 Uhr: Nach dem Unglück mit mindestens vier Verstorbenen in der Nähe der süditalienischen Großstadt Neapel haben die Strafverfolgungsbehörden nun Untersuchungen eingeleitet. Damit soll herausgefunden werden, wie die Gondel am 1.131 Meter hohen Monte Faito kurz vor Erreichen der Bergstation infolge eines durchtrennten Seils abstürzen konnte.
Die Verstorbenen im Alter zwischen 25 und 59 Jahren stammen nach Angaben der Bergwacht aus England, Italien und Israel. Ein weiterer israelischer Staatsbürger liegt mit kritischem Gesundheitszustand im Krankenhaus. Nach ersten Ermittlungen schoss die verunglückte Gondel nach dem Reißen des Kabels mehrere hundert Meter in einer unkontrollierten Fahrt talwärts und fiel an einem Pfeiler schließlich in die Tiefe. Der genaue Hergang ist noch Gegenstand der Untersuchungen. Das Unglück hätte potenziell noch mehr Opfer fordern können: Die Gondeln bieten Platz für bis zu 35 Touristen.
Zu der verunglückten Gondel bestand mehr als anderthalb Stunden keine Verbindung. Wegen der widrigen Witterungsbedingungen - Regen, dichter Nebel und heftiger Wind - gelangten die Rettungskräfte am Berg nur mit Mühe zu der Absturzstelle vor. Schließlich wurden die Kabine und die Opfer mehrere Hundert Meter unterhalb des Gipfels im Gestrüpp entdeckt. Bei dem schwer verletzten Touristen handelt es sich um einen 30 Jahre alten Israeli, der nun künstlich beatmet wird.
Update vom 18. April, 10.51 Uhr: Nach dem Seilbahnunglück am Monte Faito nahe Neapel gibt es neue Details zu den Opfern. Nach Angaben italienischer Behörden befanden sich in der verunglückten Gondel ein Angestellter der regionalen Betreibergesellschaft EAV und vier Touristen. Bei den Todesopfern handelt es sich um zwei Urlauber aus England und einen aus Israel sowie um einen Italiener.
Zwei Kabinen hingen nach dem gerissenen Kabel in der Luft – die Insassen mussten evakuiert werden. Laut dem italienischen Blatt Corriere della Sera saßen in einer der Kabinen auch Deutsche: ein junges Paar, welche als Erasmus-Studenten in Neapel studiert und eine Familie mit drei Kindern. „Sie weinten, umarmten uns und bedankten sich bei uns. Die kleinen Kinder waren verängstigt“, zitiert das Portal einen Feuerwehrmann, der an der Rettungsaktion beteiligt war.
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Mehrere Fahrgäste mussten nach dem Seilbahn-Unglück in Italien aus Gondeln gerettet werden
Update vom 18. April, 07.28 Uhr: Wie inzwischen bekannt ist, sind unter den vier Todesopfern des Seilbahnunglücks drei ausländische Urlauber. Die Gondel stürzte nahe der Ortschaft Castellammare di Stabia auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt ab, nachdem ein Kabel gerissen war, wie die italienische Bergwacht mitteilte.
In der Kabine, die schon fast den Gipfel erreicht hatte, befanden sich ein Angestellter der regionalen Betreibergesellschaft EAV und vier Touristen. Einer der Insassen kam mit schweren Verletzungen davon. Bei den Todesopfern handelt es sich nach Angaben der Behörden um einen Urlauber aus Israel, zwei Engländer sowie einen Italiener.
Aus anderen Gondeln wurden mehr als ein Dutzend weitere Fahrgäste mit Seilen gerettet, darunter mehrere Ausländer. Auch Hubschrauber waren im Einsatz. Die Rettungsarbeiten wurden durch den Nebel erschwert.
Update vom 17. April, 21.41 Uhr: Nach dem Seilbahn-Unglück im italienischen Castellammare di Stabia gibt es weitere Details zu den Todesopfern. Demnach wurden vier Tote von den Behörden bestätigt. Ebenso ein Schwerverletzter, der mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen wurde. Wie napolitoday unter Berufung auf die Einsatzkräfte berichtet, befanden sich in der verunglückten Gondel ein Ingenieur und zwei Touristenpaare.
Auch weitere Einzelheiten zum Unglück wurden bekannt. „In diesen Stunden herrschte eine wirklich sehr angespannte Wetterlage, daher kann ich mir vorstellen, was in 1.500 Metern Höhe passiert sein könnte“, sagte der Präsident der Region Kampanien, Vincenzo De Luca, zu Rainews24: „Ich wiederhole jedoch, dass es sich um technische Kontrollen handelt, die mit größter Sorgfalt und in den nächsten Minuten durchgeführt werden müssen. In der Faito-Seilbahn hatten wir zwei Kabinen: Aus der Kabine bergab, in 100 Metern Höhe, wurden die Personen geborgen und einzeln zum Aussteigen gebracht. Die Kabine bergauf hatte jedoch einige Schwierigkeiten: Sie ist wahrscheinlich mit Höchstgeschwindigkeit hinuntergefahren und gegen einen der Pfeiler geprallt.“
Umberto De Gregorio, der Präsident der Autonomen Körperschaft Volturno (EAV), sagte napolitoday: „Die Seilbahn war vor zehn Tagen regulär und unter allen erwarteten Sicherheitsbedingungen geöffnet worden. Heute ist es eine unvorstellbare und unvorhersehbare Tragödie, die noch aufgeklärt werden muss. Der Betriebsleiter hielt eine Schließung nicht für notwendig, da er offensichtlich nicht davon ausging, dass die Wetterbedingungen eine Aussetzung des Betriebs erforderten.“
Nach Angaben der Lokalzeitung napolitoday hörten Anwohner einen lauten Knall, als das Unglück geschah. Das Kabel der Seilbahn fiel auf ein Dorf. Ursache des Unglücks könnten die heftigen Winde infolge eines Unwetters gewesen sein, heißt es dort weiter. Der Wind wehte mit bis zu 100 km/h.
Das Portal sprach dem Bericht zufolge auch mit Anwohnern von Castellammare di Stabia, diese berichteten von einem sehr starken Wind vor Ort in den vergangenen Tagen. Ein Mann, der nach eigenen Angaben als Pendler regelmäßig die Seilbahn nutzt, gab an: „Ich habe mich an Bord immer sehr sicher gefühlt. Vielleicht haben die letzten Böen die Stabilität untergraben.“
Erstmeldung vom 17. April, 20.06 Uhr: Castellammare di Stabia – In der Nähe von Neapel ist es am Donnerstag (17. April) zu einem schweren Unglück gekommen, vier Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Die Gondel einer Seilbahn am Monte Faito stürzte nach dem Riss eines Kabels in der Ortschaft Castellammare di Stabia in die Tiefe. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Rettungskräfte.
Nach ersten Angaben befanden sich fünf Menschen in der Kabine. Ein weiterer Insasse erlitt schwere Verletzungen. Zunächst wurde der Fahrer der Gondel noch gesucht. Laut der Nachrichtenagentur ist auch er inzwischen tot. Zur Identität der weiteren Todesopfer machten die Behörden zunächst keine Angaben. Aus anderen Kabinen der Bahn wurden mehr als ein Dutzend weitere Fahrgäste mit Seilen gerettet. Auch Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Die Rettungsarbeiten wurden durch den Nebel erschwert. Laut Ansa hatte es vor dem Absturz Kontakt zur verunglückten Seilbahnkabine gegeben. Dieser sei aber später abgebrochen.
Der Bürgermeister von Castellammare di Stabia, Luigi Vicinan, nannte der Agentur zufolge gegenüber Journalisten Einzelheiten zum Unglück: „Das Zugseil riss, die Notbremse bergab funktionierte, aber offenbar nicht die der Kabine, die in die Station oben in Faito einfuhr.“
„Es ist eine Tragödie“ – Anwohner von Castellammare di Stabia hörten lauten Knall
Der Präsident der Autonomen Körperschaft Volturno (EAV), Umberto De Gregorio, bestätigte gegenüber NapoliToday das tödliche Unglück. Auf Facebook schrieb der Chef der lokalen Beförderungs-Behörde: „Es ist eine Tragödie. Leider ist die Gondel bergauf abgestürzt. Wir suchen nach den Vermissten.“ Laut der Zeitung hätten Anwohner von Castellammare di Stabia einen lauten Knall gehört. Ein Kabel sei auf den Ort niedergekommen. Als Unglücksursache werden die Auswirkungen der Unwetter in Italien vermutet, offizielle Angaben dazu gibt es aber noch nicht.
Die Seilbahn führt auf den mehr als 1100 Meter hohen Berg Monte Faito, von dem aus man normalerweise einen Blick auf den Golf von Neapel hat. Die Sicht war an diesem Tag durch dichten Nebel nur schlecht. Auch in anderen Teilen Italiens sorgte das Unwetter für lebensgefährliche Zustände.
Die Seilbahn gibt es bereits seit 1952. Normalerweise dauert die Fahrt knapp zehn Minuten. 1960 hatte sich dort schon einmal ein tödlicher Unfall ereignet. Damals kamen beim Absturz einer Gondel vier Menschen ums Leben, mehr als 30 wurden verletzt. Im Sommer 2021 steckte eine Kabine auf dem Weg nach unten infolge eines Stromausfalls mit 31 Passagieren mehr als eine Stunde fest. Verletzt wurde niemand.
Mehr Glück hatten die 16 Passagiere einer weiteren Kabine der Seilbahn, die ebenfalls abzustürzen drohte. Alle Fahrgäste konnten unverletzt aus der baumelnden Kabine geborgen werden. (kh mit dpa)
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