Italien macht Hitzefrei: Arbeitsverbot in etlichen Regionen
VonRichard Strobl
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Italien reagiert auf die extreme Hitze. Viele Regionen erlassen Arbeitsverbote. Diese gelten jedoch nur unter bestimmten Umständen und in ausgewählten Sektoren.
Mailand – Italien verhängt Arbeitsverbot bei extremer Hitze. Viele Regionen stoppen Outdoor-Jobs zwischen 12:30 und 16 Uhr. Betroffen sind Baustellen, Landwirtschaft und Straßenbau.
Die Maßnahme erinnert an Schulzeiten, ist aber nun Realität für Millionen Arbeiter.
Etliche Verwaltungen in Italien haben mittlerweile Hitzeschutzgesetze erlassen. Das jüngste Hitze-Arbeitsverbot kommt aus der Lombardei, wie unter anderem die Repubblica berichtet.
„Unsere Priorität ist der Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer“
Betroffen sind alle Outdoor-Arbeitsplätze: Baustellen, Straßenbau, Landwirtschaft, Baumschulen und Steinbrüche. Bei direkter Sonneneinstrahlung droht Arbeitsstopp.
Hitze-Arbeitsverbot in Italien: Diese Regionen sind betroffen
In all diesen Bereichen darf in Italien nun an Tagen mit besonders hoher Sonneneinstrahlung zwischen 12.30 Uhr und 16 Uhr nicht mehr gearbeitet werden.
Ob die Arbeiter Hitzefrei bekommen, ist auf einer Website einsehbar. Ist der Arbeitsort auf der dortigen Karte rot, droht hohes Gesundheitsrisiko und es darf nicht gearbeitet werden.
Diese italienischen Regionen haben Hitze-Arbeitsverbote
Neben der Lombardei haben am Montag auch Sardinien, die Abruzzen sowie die Emilia-Romagna ähnliche Verordnungen erlassen.
Zuvor gab es solche Hitzeschutzverordnungen in Italien auch in der Toskana, Sizilien, Ligurien, Apulien, Kalabrien, Kampanien, Basilikata und dem Vorreiter Latium.
Die einzelnen Hitze-Regelungen unterscheiden sich. In der Lombardei greift das Hitze-Arbeitsverbot etwa bis zum 15. September, in anderen Gebieten nur bis zum 31. August.
In der Emilia-Romagna gilt das Verbot zudem auch für den Logistiksektor. Hier war zuletzt in Folge der Hitze ein Bauunternehmer ums Leben gekommen.
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Hitze-Arbeitsverbot in Italien: Regionale Unterschiede und Strafen
Im Kern haben die Hitzeschutz-Maßnahmen allerdings immer das gleiche Ziel: Die Arbeiter in den heißesten Stunden und an besonders heißen Tagen vor direkter Sonne zu schützen. Ausgenommen ist meist die öffentliche Verwaltung, Sicherheit sowie der Katastrophenschutz.
Bei Verstößen drohen Arbeitgebern in Italien Sanktionen. So sind laut Corriere Geldstrafen von bis zu 206 Euro und sogar Freiheitsstrafen von bis zu drei Monaten möglich.
Mit den Hitzeschutz-Gesetzen schaffen die Regionen in Italien einheitliche rechtliche Grundlagen. So schafft man etwa Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Was fehlt, ist ein nationales Gesetz, um einen Flickenteppich zu vermeiden. Das fordern nun die Gewerkschaften laut Corriere.
Allerdings sind Arbeitgeber bei extremer Hitze verpflichtet, Schutzmaßnahmen für die Arbeiter zu ergreifen, erklärt Rechtsanwalt und Arbeitsrechtsexperte Paul Krusenotto von Allright.
Zu möglichen Gegenmaßnahmen zählen demnach regelmäßige Pausen im Schatten, kühlende Kleidung, Sonnenschutz und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Bei extremer Hitze und akuter Gesundheitsgefahr kann die Arbeit auch vorübergehend eingestellt werden. Allerdings sollten Arbeitnehmer nicht eigenmächtig früher gehen. (rjs)