VonJohannes Welteschließen
Ein Großfeuer im zu Südtirol und Osttirol gehörendem Pustertal hat am Wochenende 6,5 Hektar Wald zerstört. 180 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen.
Sillian – Das Pustertal ist für Urlauber eine einzigartige Urlaubsadresse: Von hier aus kann man die Dolomiten erkunden, die Drei Zinnen und der Pragser Wildsee sind nah. Seine Besonderheit ist, dass es sich seit Ende des 1. Weltkrieges und dem Zusammenbrechen der österreichischen Donaumonarchie über die Länder Österreich und Italien erstreckt – der Westen gehört bis Innichen (San Candido), ab dem Nachbarort SiIlian weiter östlich zu Osttirol.
Mit einem internationalen Feuerwehreinsatz wurden die Flammen bekämpft
Bei einem Großbrand am Wochenende waren die Grenzen schnell vergessen: Das Feuer brach am Freitag (22. März) gegen 16 Uhr bei Forstarbeiten aus. Den Holzarbeitern vor Ort gelang es nicht mehr, das entstandene Feuer zu löschen. Es begann ein riesiger Feuerwehreinsatz. Bei der Brandbekämpfung waren neben etwa 180 Feuerwehrleuten auch vier Hubschrauber im Einsatz. Die Löscharbeiten dauerten bis zum Samstagabend (23. März) an.
Nach derzeitigem Stand wurden keine Personen verletzt. Die Schadenshöhe steht derzeit noch nicht fest. Zur Klärung der Brandursache sind derzeit Ermittlungen im Gange.
„Die Herausforderung ist die, dass am Sillianerberg auch Wohngebiete bzw. einzelne Gehöfte sind“, berichtete Franz Brunner, Feuerwehrinspektor des Bezirks Lienz, im Interview mit dem ORF. „Wenn sich das Feuer in die falsche Richtung entwickelt hätte, hätte das ungut ausgehen können“, so der Bezirksfeuerwehrinspektor weiter.
Trockenheit und Borkenkäfer verschärften die Situation
Weil der Einsatz für die Feuerwehrleute in der Nacht zu gefährlich gewesen wäre, wurden die Löscharbeiten bei Einbruch er Dunkelheit unterbrochen. In der Nacht sei das Feuer wieder aufgeflammt, berichtete Brunner. „Die Schwierigkeit ist bei uns im Bezirk, dass wir so viele Kahlflächen durch die Forstsituation, durch den Borkenkäfer haben.“
Am Samstagmorgen wurden die Löscharbeiten um 5 Uhr wieder aufgenommen. Die Löschtrupps am Boden bekamen Unterstützung aus der Luft. Vier Hubschrauber („Libelle“ Tirol und Kärnten, C7 und Heli Austria) wurden angefordert, drei führten Löschflüge durch. Drohnen halfen bei der Aufklärung der Brandherde. Auch zwei Feuerwehren aus Südtirol unterstützten die Osttiroler Kameraden bei den Löscharbeiten. Am Samstag wurde um 17.17 Uhr schließlich vorläufig „Brand aus“ gegeben.
Auch am Sonntag rückte die Feuerwehr aus – Alarm bis Mitte der Woche
Ein Erkundungsflug am Sonntag (24. März) zeigte laut Kleine Zeitung weiterhin stellenweise leichte Rauchentwicklung. Die Feuerwehr Sillian rückte nochmals zum Löschen aus. Die Brandstelle wird in den kommenden Tagen weiter beobachtet. Bezirksfeuerwehr-Kommandant Harald Draxl sagte dem Blatt: „Endgültiges ,Brand aus´dürfte es am Mittwoch geben.“
Vor kurzem hatte es am Tiroler Plansee gebrannt – nahe der bayerischen Grenze. Ganz im Süden Italiens loderten die Flammen bei Waldbränden auf Sizilien. Im Hafen von Genua brannten mehrere Yachten aus.
