„Vandalen, haben keinen Respekt“: Tourismus-Ministerin rastet wegen Italien-Urlaubern aus
VonEileen Kelpe
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In den sozialen Medien gehen Videos viral, auf denen sich Touristen in Italien respektlos verhalten. Italiens Tourismusministerin fordert nun härtere Strafen für „schlechtes Benehmen“.
Rom – Eine Frau klettert auf den Trevibrunnen in Rom, um ihre Wasserflasche zu füllen und ein Tourist aus Großbritannien ritzt die Initialen seiner Freundin in das Kolosseum – viele Touristen in Italien benehmen sich zunehmend rücksichtslos und beschädigen historische Monumente. In den sozialen Medien gehen diese Videos viral und nun empört sich auch Italiens Tourismusministerin Daniela Santanchè über das respektlose Verhalten einiger Besucher.
Ärger über Urlauber in Italien: Tourismusministerin kritisiert sich über respektloses Verhalten
Sei es die Frau am Trevibrunnen in Rom, Touristen, die alte Mauerwerke zerkratzen oder ein Mann, der laut US-Fernsehsender CBS bäuchlings in die UNESCO-geschützten Kanäle von Venedig springt, – solche Fälle häufen sich und sind wohl auch ein Resultat des anhaltenden Massentourismus in Italien. Daniela Santanchè, Italiens Tourismusministerin, macht nun ihrem Ärger Luft: „Diese Touristen sind auch Vandalen, weil sie keinen Respekt vor unserem kulturellen Erbe haben, das nicht nur Italien, sondern der ganzen Welt gehört“, sagte sie gegenüber dem Sender CBS.
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Auch Italiens Kulturminister Gennaro Sangiuliano ist empört und hofft, dass die Täter entsprechend bestraft werden. Laut t-online können Strafzahlungen bis zu 20.000 Euro bei diesem Vergehen folgen. Er schreibt auf Twitter: „Ich halte es für sehr ernst, unwürdig und ein Zeichen großer Unhöflichkeit, dass ein Tourist einen der berühmtesten Orte der Welt, das Kolosseum, verunstaltet, um den Namen seiner Verlobten einzugravieren.“
Reputo gravissimo, indegno e segno di grande inciviltà, che un turista sfregi uno dei luoghi più celebri al mondo, il Colosseo, per incidere il nome della sua fidanzata. Spero che chi ha compiuto questo gesto venga individuato e sanzionato secondo le nostre leggi. pic.twitter.com/p8Jss1GWuY
— Gennaro Sangiuliano (@g_sangiuliano) June 26, 2023
Härtere Strafen: Tourismusministerin fordert konsequentes Vorgehen gegen Randalierer
„Wir haben einen Gesetzentwurf mit einem sehr einfachen Konzept vorgelegt: Wer es kaputt macht, zahlt dafür“, sagte Santanchè gegenüber CBS. Sie betont zudem, dass es an der Zeit sei, dass die europäischen Regierungen hart durchgreifen sollen. Schon jetzt gelten in vielen italienischen Tourismusregionen, irre Regeln, die hohe Bußgelder mit sich ziehen können. Das reicht von Verboten von Sandburgen, Küssen in der Öffentlichkeit bis zu Snacks to-go an manchen Orten. Nun geht es vor allem darum, Fehlverhalten, das das Kulturerbe Italiens beschädigt, mit hohen Bußgeldern zu sanktionieren. (eike)