Massentourismus in Italien

„Vandalen, haben keinen Respekt“: Tourismus-Ministerin rastet wegen Italien-Urlaubern aus

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In den sozialen Medien gehen Videos viral, auf denen sich Touristen in Italien respektlos verhalten. Italiens Tourismusministerin fordert nun härtere Strafen für „schlechtes Benehmen“.

Rom – Eine Frau klettert auf den Trevibrunnen in Rom, um ihre Wasserflasche zu füllen und ein Tourist aus Großbritannien ritzt die Initialen seiner Freundin in das Kolosseum – viele Touristen in Italien benehmen sich zunehmend rücksichtslos und beschädigen historische Monumente. In den sozialen Medien gehen diese Videos viral und nun empört sich auch Italiens Tourismusministerin Daniela Santanchè über das respektlose Verhalten einiger Besucher.

Der Massentourismus in Italien sorgt für Unmut bei den Einheimischen. Nun empört sich auch die Tourismusministerin. (Archivbild)

Ärger über Urlauber in Italien: Tourismusministerin kritisiert sich über respektloses Verhalten

Sei es die Frau am Trevibrunnen in Rom, Touristen, die alte Mauerwerke zerkratzen oder ein Mann, der laut US-Fernsehsender CBS bäuchlings in die UNESCO-geschützten Kanäle von Venedig springt, – solche Fälle häufen sich und sind wohl auch ein Resultat des anhaltenden Massentourismus in Italien. Daniela Santanchè, Italiens Tourismusministerin, macht nun ihrem Ärger Luft: „Diese Touristen sind auch Vandalen, weil sie keinen Respekt vor unserem kulturellen Erbe haben, das nicht nur Italien, sondern der ganzen Welt gehört“, sagte sie gegenüber dem Sender CBS.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Auch Italiens Kulturminister Gennaro Sangiuliano ist empört und hofft, dass die Täter entsprechend bestraft werden. Laut t-online können Strafzahlungen bis zu 20.000 Euro bei diesem Vergehen folgen. Er schreibt auf Twitter: „Ich halte es für sehr ernst, unwürdig und ein Zeichen großer Unhöflichkeit, dass ein Tourist einen der berühmtesten Orte der Welt, das Kolosseum, verunstaltet, um den Namen seiner Verlobten einzugravieren.“

Härtere Strafen: Tourismusministerin fordert konsequentes Vorgehen gegen Randalierer

„Wir haben einen Gesetzentwurf mit einem sehr einfachen Konzept vorgelegt: Wer es kaputt macht, zahlt dafür“, sagte Santanchè gegenüber CBS. Sie betont zudem, dass es an der Zeit sei, dass die europäischen Regierungen hart durchgreifen sollen. Schon jetzt gelten in vielen italienischen Tourismusregionen, irre Regeln, die hohe Bußgelder mit sich ziehen können. Das reicht von Verboten von Sandburgen, Küssen in der Öffentlichkeit bis zu Snacks to-go an manchen Orten. Nun geht es vor allem darum, Fehlverhalten, das das Kulturerbe Italiens beschädigt, mit hohen Bußgeldern zu sanktionieren. (eike)

Rubriklistenbild: © Sergio Monti/IMAGO

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