Denkmalschutz

Tourist ritzt Namen von Freundin in Kolosseum in Rom – Urlauber erwartet saftige Strafe

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Ein Tourist kritzelt den Namen seiner Freundin an die Wände des Kolosseum. Ein Video davon kursiert auf Social Media. Ihm droht nun eine hohe Strafe.

Rom – Die italienische Hauptstadt gilt als romantischer Ort für verliebte Paare. Doch ein Tourist hat sich von dieser Atmosphäre in Rom scheinbar blenden lassen. Er kritzelte seinen eigenen Namen und den seiner Freundin an eine Wand des antiken Kolosseum, um ihr seine Liebe zu beweisen, wie das Nachrichtenportal Quotidiano Nazionale zuvor berichtet hatte. Nun ermittelt die Polizei nach dem Urlauber. Ihm droht eine hohe Strafe. Ein Video von der Aktion kursiert auf Social Media.

SehenswürdigkeitKolosseum
Eröffnet80 n. Chr.
Architektonische Höhe48 m
Fläche2 ha

Mann ritzt Namen in Kolosseum-Wand – nun droht ihm Gefängnisstrafe

Demnach habe ein anderer Tourist, der die Szene beobachtet hatte, angefangen, den Mann bei seiner Aktion zu filmen. Zu sehen ist, wie er mit einem Schlüssel auf einen Stein der Kolosseum-Mauer „Ivan+Haley 23“ ritzt, vermutlich die Namen der beiden. Der Beobachter teilte das Video auf Reddit.

Wer das Kolosseum in Rom beschädigt, muss mit einer hohen Strafe rechnen.

Das Video könnte dem Urlauber nun zum Verhängnis werden. Denn auf dieser Grundlage habe die Archäologische Parkbehörde des Kolosseum eine Anzeige gestellt, die Polizei in Italien ermittele derzeit gegen den Touristen. Ihm droht eine hohe Strafe, denn bereits 2014 sei ein Tourist zu 20.000 Euro Bußgeld und einer vierjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil dieser etwas auf die Wände des Kolosseum gemalt hatte.

In diesem Fall dürfte die Strafe ähnlich ausfallen, sogar eine Freiheitsstrafe sei durchaus möglich. Insgesamt setzt Italien immer wieder auf strikte Gesetze gegen Touristen, um den Urlaubs-Ansturm zu bändigen. Immerhin drohe Italien der touristische Kollaps in vielen Regionen.

„Unzivilisierte und sinnlose Geste“: Politiker wüten über Kolosseum-Schändung

Der italienische Kulturminister Gennaro Sangiuliano zeigte sich verärgert über den Vorfall am Kolosseum. Gegenüber Quotidiano Nazionale erklärte er: „Ich halte es für sehr ernst, unwürdig und ein Zeichen großer Unhöflichkeit, dass ein Tourist einen der berühmtesten Orte der Welt, ein historisches Erbe, verunstaltet.“ Das Kolosseum gehört seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Sangiuliano hoffe, „dass derjenige, der diese Geste im Flavischen Amphitheater gemacht hat, gemäß unseren Gesetzen identifiziert und bestraft wird.“

Idiot tourist engraves the name of his girlfriend with keys on the Colosseum, Rome. He is facing a 18.000€ fine. As a Roman, I wish they would ban him from Rome forever.
by u/thoxo in iamatotalpieceofshit

Auch der Bürgermeister von Rom, Roberto Gualtieri, meldete auf Twitter: „Wirklich eine unzivilisierte und sinnlose Geste, das Kolosseum, ein Symbol Roms und Weltkulturerbe, mit Schlüsseln zu verunstalten“ und fügte hinzu: „Wir verurteilen dieses barbarische Verhalten, das die ganze Stadt beleidigt, aufs Schärfste. Ich hoffe, dass der Verantwortliche bestraft wird, wie er es verdient.“ Zuletzt hatte Italien auch die Verkehrsregeln mitten in der Urlaubsregion drastisch verschärft.

Schändung am Kolosseum in Rom keine Seltenheit – Anzeigen überwiegend gegen Touristen

Alleine zwischen 2017 und 2018 sei es zu über 40 Anzeigen wegen Schändung des Kolosseum gekommen. In fast allen Fällen seien die Täter Touristen gewesen. 2018 hatte ein Mann ein Ziegelfragment vom Denkmal entfernt. Am Ende sei es zu einer Anzeige wegen schwerer Beschädigung und illegalen Besitzes staatlichem Kulturgutes gekommen. Auch 2017 fanden Polizisten einen Ziegel des Kolosseum bei einem 15-jährigen Jungen, der auf Klassenfahrt in Rom war.

2019 sei es innerhalb von einer Woche gleich zu drei Anzeigen dieser Art gekommen. Zuerst hielt es eine Frau für gut, die Initialen ihrer Kinder und ihres Mannes auf eine Säule zu schreiben, dann versuchte eine 17-jährige bulgarische Studentin, den Buchstaben „K“ – den ihres Namens – in eine Wand zu gravieren. Aus dem gleichen Grund folgten Beschwerden gegen einen 29-jährigen Ungarn und einen 32-jährigen Uruguayer.

Rubriklistenbild: © Givaga / imago (Archivbild)

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