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Kroatien erlebt Winterchaos: Schnee im Hinterland der Adria – und eine weiße Überraschung in beliebtem Urlaubsort

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Kroatien wird von einem heftigen Wintereinbruch heimgesucht. Seit Tagen schneit es im beliebten Urlaubsland am Mittelmeer ohne Ende.

Dubrovnik/Zagreb – Millionen von Touristen besuchen jedes Jahr das Mittelmeerland Kroatien – wegen seiner Adriaküste und seiner historischen Städte. Die große Mehrheit kennt Kroatien als Sommeridylle mit klarem Badewasser und Bikinitemperaturen. Die Touristen werden Kroatien derzeit kaum wiedererkennen.

Dubrovnik versank unter einer 30 Zentimeter dicken Eishagelschicht.

Dubrovnik versinkt unter einem dicken Eispanzer – Urlauber mit Trolleys geraten ins Straucheln

Mittwochfrüh (11. Dezember) donnerte es plötzlich auf den Dächern der berühmten historischen Küstenstadt Dubrovnik im Süden des Landes – ein Hagelsturm, der eine Stunde lang andauerte: „Es war, als wäre der Himmel auf die Erde gefallen. Dubrovnik ist gerade weiß geworden, aber nicht vom Schnee, sondern vom starken Hagel, der immer noch fällt“, schreibt das Portal dubrovacki.slobodnadalmacija.hr.

Die Autoren sprechen von „unwirklichen Szenen aus dem historischen Zentrum, wo die Straßen zu Eisbahnen geworden sind“. Die weißen Massen wälzte sich langsam durch die leicht abfallenden Straßen der Altstadt.

Die Einheimischen fühlten sich in der historischen Stadt, die als Kulisse für die Fantasy-Serie Game of Thrones diente, geradezu nach Skandinavien versetzt. „Die berühmte Flaniermeile Stradun, die normalerweise voller Besucher ist, ähnelte einer schneebedeckten Straße direkt aus Norwegen und rief Bilder von weißen Weihnachten hervor“, so das Portal. Das Eis bildete eine 30 Zentimeter dicke Schicht, durch die die Einheimischen am Morgen auf dem Weg zur Arbeit stapfen mussten, bevor der Straßendienst den Hagel beiseite geräumt hatte. Auch einige Urlauber mussten ihre Trolleys und Koffer durch das Eis schleppen.

Kroatien von frühem Winter heimgesucht: Zahlreiche Ortschaften ohne Strom

Das Hagelunwetter in Dubrovnik ist aber nur ein neuer Höhepunkt im frühen Winter, der über Kroatien hereingebrochen ist. Im Hinterland der Küste des Kvarner Golfs bei Rijeka, in der Region Gorski Kotar, kämpfen die Menschen seit Tagen mit immensen Schneemassen. Mehrere Dörfer und Siedlungen in den Gemeinden Gračac und Lovinac sind ohne Strom, da Strommasten unter den Schneemassen einknickten oder Leitungen von umgeknickten Bäumen gekappt wurden.

Der Vizechef des regionalen Stromanbieters Elektrolica, Ivan Ivšinović, erklärte der Reporterin des Senders HTV: „Unsere Leitungen liegen abseits der Kreisstraßen. Die Landstraßen, über die wir zu den Störungsstellen gelangen, sind nicht geräumt.“ Zeitweise waren 600 Haushalte betroffen. Einheimische berichteten dem Sender, dass sie schon seit Jahren nicht mehr so viel Schnee hatten.

Strenger Frost nahe der Adria und ein Winteridyll an Kroatiens berühmtesten Seen

Auch die Temperaturen sind sehr winterlich: Im idyllischen Städtchen Pazin in Istrien wurden laut 24Sata.hr am Donnerstagmorgen (12. Dezember) eisige minus vier Grad gemessen. Im Velebitgebirge an der Küste waren es nur sechs Kilometer von der Adria entfernt sogar minus 7,4 Grad. Dort liegen jetzt 62 Zentimeter Schnee. Selbst die berühmten Plitvicer Seen verwandelten sich in ein Winterzauberland.

Der Nationalpark postete bezaubernde Bilder von den Wasserfällen bei Facebook. An den Küsten bläst ein heftiger Bora-Sturm vom Landesinneren in die Adria. Für die Velebit-Meerenge und andere Küstenabschnitte wurde Sturmwarnung herausgegeben.

Auf der anderen Seite der Adria wird auch Italien von einem heftigen Wintereinbruch heimgesucht, der vielen Menschen aber auch Freude bereitet. Bereits im Juli sorgte ein mysteriöser Temperatursturz im Wasser der Adria vor Kroatien für Rätselraten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Grgo Jelavic/PIXSELL

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