VonRichard Stroblschließen
Das Sahara-Hoch „Nero“ trifft Italien und bringt enorme Hitze. In etlichen Städten wird schon jetzt Alarm ausgelöst.
Rom – In Italien ist Kaiser Nero ein Begriff für Feuer – regierte er doch im Jahr 64 nach Christus, als Rom zu einem großen Teil niederbrannte. Nomen est Omen, lässt sich aktuell deshalb behaupten, denn auch das afrikanische Hochdruckgebiet, das aktuell drückende Hitze über den italienischen Stiefel treibt, trägt den Namen Nero.
„Die drückende Hitze wird mit fünf aufeinanderfolgenden Tagen sengender Temperaturen alle Rekorde brechen“, schreibt die Repubblica zur aktuellen Wettervorhersage in Italien. Zwar geht man davon aus, dass es die letzte Hitze-Spitze des Sommers 2023 sein könnte, dennoch ist die Vorhersage durchaus außergewöhnlich: An mindestens fünf aufeinanderfolgenden Tagen wird Nero Italien bis zum Samstag (26. August) auf knapp 38 Grad aufheizen.
Sahara-Hitze trifft Italien: Nero lässt Temperaturen steigen
Laut der aktuellen Italien-Prognose von meteo.it wird sich die Hitze in Italien in den nächsten Tagen noch verstärken. Zusätzlich wird die Luftfeuchtigkeit steigen. Es warten tropische Nächte mit über 22 Grad. Die Sahara-Luft, die Nero nach Europa bringt, schiebt die Temperaturen demnach zehn bis zwölf Grad über den Durchschnitt der aktuellen Zeitphase.
Besonders die zentralen und nördlichen Regionen Italiens werden demnach nun von der Hitze getroffen. In der Toskana, der Emilia-Romagna, der Lombardei, Venetien und dem Piemont erreichen die Temperaturen mindestens 37 Grad. Im Süden wird die Hitze dagegen weniger intensiv sein. Lediglich die Städte Taranto, Caserta, Syrakus und Agrigent sowie die ionische Basilikata-Küste erreichen knapp 36 Grad. Ansonsten stagniert das Thermometer bei 32 bis 34 Grad.
Roter Hitze-Alarm in Italien: 17 Städte betroffen – alle Touristen-Hotspots betroffen
Deshalb wurde nun auch in 17 Städten der rote Hitze-Alarm ausgelöst. Dabei hat laut Ansa nun keine einzige Stadt mehr die normale grüne Warnstufe. Rot markiert sind aktuell: Bologna, Bozen, Brescia, Florenz, Frosinone, Latina, Palermo, Perugia, Rieti, Rom, Verona und Turin. Zudem gilt in Genua, Mailand, Neapel, Triest und Venedig aktuell die orange Warnstufe. Hier bestehen demnach Gefahren für die „fragile Bevölkerung“. Diese Städte wechseln aber am Dienstag (22. August) ebenfalls in den roten Warn-Bereich.
Die rote Warnstufe bedeutet eine laut italienischem Gesundheitsministerium „Notfallzustände, die möglicherweise negative Auswirkungen auf die Gesundheit von aktiven und jungen Menschen haben“. Besonders gefährdet sind aber ältere Menschen, Kinder und kranke Personen. Das Gesundheitsministerium gibt für die Städte mit roter Warnstufe unter anderem folgende Verhaltensratschläge:
- Vermeiden Sie es, sich in den heißesten Stunden des Tages (elf bis 18 Uhr) Hitze und direkter Sonneneinstrahlung auszusetzen.
- Vermeiden Sie zu diesen Zeiten anstrengende körperliche Tätigkeiten.
- Verbringen Sie die heißesten Stunden des Tages im kühlsten Raum des Hauses und übergießen Sie sich häufig mit kaltem Wasser.
- Verbringen Sie ein paar Stunden an einem klimatisierten öffentlichen Ort, besonders während der heißesten Zeit des Tages.
- Tragen Sie leichte, leichte Kleidung aus Naturfasern (z. B. Baumwolle, Leinen), bedecken Sie Ihren Kopf mit einem hellen Hut in hellen Farben und tragen Sie eine Sonnenbrille.
- Trinken Sie Flüssigkeiten und mäßigen Sie kohlensäurehaltige oder zuckerhaltige Getränke, Tee und Kaffee. Vermeiden Sie außerdem zu kalte Getränke und alkoholische Getränke.
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Danach scheint Italien die Hitze vorerst überstanden zu haben. Ab dem 27. August könnte ein Zyklon aus dem Vereinigten Königreich für Abkühlung sorgen. Dann könnten die Temperaturen um zehn bis zwölf Grad fallen. Allerdings drohen dann auch heftige Stürme, Hagel und Windböen, wie die Repubblica berichtet.
Die Hitze hat auch große Folgen für die Pflanzen- und Tierwelt. So breitet sich etwa die Blaukrabbe zunehmends aus - eine große Gefahr für Fischer.
