Schweres Unwetter in Italien: Fluss tritt über die Ufer – Stadtteil unter Wasser
Angesichts der starken Regenfälle am Dienstagmorgen (31. Oktober) steht Mailand regelrecht unter Wasser. Der italienische Nachrichtenagentur Ansa zufolge trat gegen 6 Uhr der Fluss Seveso über die Ufer. Dadurch wurde der Stadtteil Niguarda im Norden sowie die wichtige Hauptstraße Viale Fulvio Testi überflutet.
Laut der Zeitung Milano Today hatte der Fluss kurz vor den Überschwemmungen einen Pegelstand von 2,26 Metern erreicht, eine Dreiviertelstunde später wurden bereits Pegelstände über drei Metern gemeldet. In wenigen Stunden regnete es mehr als ein Drittel des Monatsdurchschnitts.
Überschwemmungen im Norden Italiens: Park in Mailand wird evakuiert – Bahnhof überschwemmt
Wegen möglicher Überflutungen des gleichnamigen Flusses wurde der Lambro-Park sicherheitshalber evakuiert. Zudem sei eine wichtige Verkehrsader aus und in die Stadt blockiert. Dem Stadtrat zufolge werden die Überschwemmungen in der Mode-Metropole noch einige Stunden andauern. Anwohnerinnen und Anwohnern wird geraten, zu Hause zu bleiben.
Auch der zweitgrößte Bahnhof Mailands Porta Garibaldi stehe vollständig unter Wasser, meldete Milano Today. Zahlreiche Unterführungen waren vollgelaufen. Vor einer Grundschule im Osten der Stadt sei zudem ein Baum auf den Eingang einer Grundschule gestürzt. Dabei seien zwei Erwachsene leicht verletzt worden. In Mediglia wurde eine Frau mit ihren beiden Kindern in ihrem Auto eingeklemmt, als ein Baum wegen des starken Windes umgestürzt war. Die Feuerwehr konnte die Familie aus dem Fahrzeug befreien.
Unwetter in Italien: Einige Stadtteile in Mailand ohne Strom – Anwohner sitzten fest
Die Feuerwehr musste wegen abgetragenen Dächern, vollgelaufenen Kellern und umgestürzten Bäumen ausrücken. Einige Stadtteile waren am Morgen ohne Strom. Seit Montag (30. Oktober) befänden sich die Einsatzkräfte im Einsatz, teilte Verkehrsminister Matteo Salvini beim Kurznachrichtendienst X (vormals Twitter) mit. „Seit gestern verfolgen wir im Ministerium Stunde für Stunde die Wetterlage und die Auswirkungen auf Infrastruktur und Verkehr.“
Piazzale Istria, a Milano. Ora per ora, da ieri al Ministero stiamo seguendo la situazione meteorologica e le ripercussioni su infrastrutture e trasporti. Mezzi e personale qualificato sono in azione da lunedì. Continueremo a fare la nostra parte, al fianco dei cittadini. pic.twitter.com/63T9Mf2teM
In den sozialen Medien teilten Anwohnerinnen und Anwohner Bilder und Videos aus Mailand, die das Ausmaß des Unwetters im Norden Italiens zeigten. Straßen haben sich regelrecht in reißende Flüsse verwandelt, Brunnen laufen über, Autos und Straßenbahnen stecken in den Wassermassen fest. „Wir wohnen in der Viale Sarca“, zitierte Ansa einen Anwohner. „Es ist unmöglich, das Haus zu verlassen.“
Schwere Unwetter toben in Nord-Italien: Erdrutsche und umgestürzte Bäume
Venedig blieb trotz des Starkregens von Überschwemmungen verschont. Zeitweise hatte der Pegel am Süddamm einen Höchststand von 1,54 Metern gemessen. Die Flutschutztore konnte den Pegel im Inneren der Lagune jedoch niedrig halten. Doch auch das Umland im Norden Italiens wurde von dem schweren Unwetter heimgesucht. In der Region Venetien rückte die Feuerwehr zu mehr als 80 Einsätzen wegen umgestürzter Bäume, Erdrutschen und Wasserschäden aus.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
In den Tälern Veltlin und Valchiavenna wurden Erdrutsche gemeldet und Bäche drohten über die Ufer zu treten. In der Gemeinde Carbonera löste sich das Dach eines 300 Quadratmeter großen landwirtschaftlichen Gebäudes vollständig ab. Auch an der Grenze zu Österreich gab es einen verheerenden Erdrutsch, der die Brennerautobahn traf.
Zumindest in Mailand soll das Wetter am Dienstag wieder aufklaren. Lange wird das aber nicht anhalten. Schon am Donnerstag (2. November) werden dem Meteorologen Edoardo Ferrara von 3Bmeteo zufolge neue Regenfälle erwartet. Auch Gewitter seien möglich, die bis in die Nacht zu Freitag (3. November) andauern könnten. Das dürfte jedoch nur der Anfang sein: Zuletzt warnte ein US-Forscher vor extremen „Superstürmen“. (kas)