Crew mit riesigem Glück

„Wird etwas Schlimmes passieren“: Killerwal hebt Yacht auf dem Weg nach Mallorca aus dem Wasser

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Gefährliche Orcas: Nächste Attacke der Killerwale auf ein Boot. Dieses Mal traf es eine Crew auf dem Weg nach Mallorca.
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Angriffe von Orcas auf Segelboote sind keine Seltenheit mehr. Während Forscherinnen und Forscher rätseln, kommt eine Crew auf dem Weg nach Mallorca mit dem Schrecken davon.

Mallorca – „Der Wal hob das Boot in die Höhe“, erzählt Jorge Durán, der Eigentümer der Segelyacht, nach dem nächsten Orca-Angriff auf ein Boot. Er und seine Crew hatten Glück, doch wie lange ist dies den Kapitänen auf See noch hold? Erst im Mai sank eine Yacht nach Orca-Attacke vor Spaniens Küste. Im Juni kamen zwei Segeljachten beim Ocean Race in Kontakt mit Orcas. Die Schwertwale rammten die Boote – und bissen sogar in die Ruder.

„Eines Tages wird etwas Schlimmes passieren“: Orcas jagen Segel-Crew Furcht ein

Durán, der Ende Juli bei der Regatta Copa del Rey in der Bucht von Palma in Spanien teilnehmen will, hat da so seine Zweifel. Die Mallorca Zeitung zitiert ein Gespräch im Blatt Gaceta Náutica. Dem sagte er, dass man solchen Geschehnissen Einhalt gebieten müsse. „Sonst werden wir irgendwann aufhören zu segeln oder irgendwo hinauszufahren. Denn eines Tages wird etwas Schlimmes passieren.“ Es sei eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann es zu einer „Tragödie kommt“, zitiert ihn die Zeitung Ultima Hora. Durán habe Angst vor einem weiteren Angriff.

Durán war mit seinem Segelboot auf dem Weg nach Mallorca westlich der Meerenge von Gibraltar als die Schwerwale, die auch Killerwale genannt werden, angriffen. „Es war eine Gruppe von vier Orcas. Drei blieben passiv, der vierte rammte uns frontal.“ Die Besatzung habe dabei das Gefühl gehabt, auf einen Felsen aufgelaufen zu sein, heißt es in den Berichten. Die drei anderen Orcas wirkten offenbar als würden sie dem treiben zusehen. „Der vierte hob uns halb aus dem Wasser“, so Durán.

Killerwal hebt Yacht auf dem Weg nach Mallorca aus dem Wasser

Die Tiere jagen im Rudel, haben etwa Taktiken, um gigantische Eisschollen, auf denen Roben sitzen, zu brechen. Die Crew kam in diesem Fall mit einem Schock davon. „Die Besatzung ist in Sicherheit und unverletzt (von dem großen Schrecken abgesehen)“, meldete auch der offizielle Twitter-Account der Regatta, @CopaReyMAPFRE.

Die „Corsario“, wie die Segelyacht heißt, wurde bei der Attacke vor der Hafenstadt Barbate erheblich beschädigt. Auf die Teilnahme an der Copa del Rey wollen Durán und sein Team dennoch nicht verzichten. In spanischen Medien waren sie hoffnungsvoll, dass die Reparaturarbeiten am Steuerruder (Bilder zeigen die erhebliche Schädigung) rechtzeitig beendet werden, um die Fahrt nach Mallorca fortzusetzen.

Orca-Attacken auf Schiffe nehmen zu – Forschende rätseln

Angriffe von Schwertwalen auf Segelschiffe sind nehmen in den vergangenen Jahren erheblich zu. Berichte über Zwischenfälle mit aggressiven Orcas häuften sich erstmals 2020. Oftmals verliefen sie jedoch glimpflich. Angefangen hatte es mit Jungtieren, die den Rumpf kleinerer Yachten rammen und Ruder beschädigen. Portugiesische Seeschifffahrtsbehörden führten die Attacken damals auf das „neugierige Verhalten junger Orcas“ zurück, die von bewegenden Strukturen an Schiffen wie Rudern oder Propellern angezogen würden.

Es gibt auch Forschende, die das Verhalten als eine „Mode-Erscheinung“ bezeichnen. „Sie sind unglaublich neugierige und verspielte Tiere, daher könnte es sich eher um eine Spielerei als um eine aggressive Handlung handeln“, so Deborah Giles, Orca-Forscherin an der University of Washington.

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