- VonCarmen Mörwaldschließen
Im mehreren Urlaubsländern sollen die Temperaturen auf bis zu 45 Grad ansteigen. Meteorologe Dominik Jung warnt vor Bränden, auch in der Nähe von Hotels.
München – In Urlaubsländern wie Portugal, Griechenland und der Türkei wird eine extreme Hitze mit Tageshöchstwerten von über 40 Grad erwartet. So lautet zumindest die Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Laut Meteorologe Dominik Jung sollen die Temperaturen in Spanien in den nächsten zwei Wochen sogar auf bis zu 45 Grad ansteigen. „Die Hitze kommt aus dem Inneren von Nordafrika, hat sich im Mittelmeerraum regelrecht festgefahren“, erklärt er gegenüber Bild.de.
Demnach können die Menschen vor Ort auch nachts nicht aufatmen. Denn dann sinke das Thermometer auf immer noch sehr warme 25 bis 28 Grad, so Jung. Ähnlich ist es in Italien: In Rom und Florenz herrschen Temperaturen um die 38 Grad, in Bologna sowie Perugia zwischen 36 und 37 Grad. Die Hitzewelle hat bereits vier Todesopfer am Strand gefordert. Wetter-Experte Jung mahnt zur Vorsicht – aber nicht nur wegen einer möglichen Dehydration oder einem Hitzeschlag.
Hitze in Urlaubsländern: Wetter-Experte stuft „Gefahr für Brände rund ums Mittelmeer sehr hoch“ ein
„Generell ist die Gefahr für Brände rund ums Mittelmeer akut sehr hoch“, so Jung gegenüber IPPEN.MEDIA. Allein 2024 hatten schon mehrere europäische Urlaubsländer mit Feuer zu kämpfen, darunter die Türkei, Bulgarien und Griechenland. Nach den verheerenden Waldbränden auf der griechischen Insel Kos mussten Hotels evakuiert werden. Auch in einer Urlaubsregion in Kroatien hat zuletzt ein Brand getobt. Die Flammen vor Ort erreichten teilweise eine Höhe von bis zu 50 Metern.
Jung appelliert daher, in Urlaubsländern vorsichtig zu sein, „besonders bei Ausflügen weiter weg vom Hotel“. „Wenn da Waldbrände ausbrechen, kann das in ungewohnter Umgebung gefährlich sein“, erklärt der Wetter-Experte. Doch auch in der Nähe von Hotels können seiner Ansicht nach jederzeit Feuer ausbrechen, weile diese meist gelegt werden. „Da wird in 99 Prozent der Fälle nachgeholfen.“ In Italien wurde etwa ein Brandstifter mit einer Drohe auf frischer Tat ertappt.
Maßnahmen gegen Hitze: Urlaubsländer schließen Sehenswürdigkeiten und verhängen Arbeitsverbot
Sowohl Jung als auch der DWD prognostizieren, dass Hitze und Trockenheit wohl erstmal kein Ende nehmen. Im Gegenteil: Auf Sizilien warnt der italienische Wetterdienst mit der höchsten Hitzewarnstufe. Deswegen gilt vor Ort bis Ende August an heißen Tagen am Nachmittag ein Arbeitsverbot. Um Touristen vor einem möglichen Hitzeschlag und Dehydration zu schützen, bleiben zudem in Griechenland beliebte Sehenswürdigkeiten wie die Akropolis tagsüber geschlossen.
Schon zuvor sprach Jung von einer „mörderischen Hitze“ in südlichen Urlaubsregionen. Dem Experten von wetter.net zufolge handele es sich um einen echten „Heat Dome“, zu Deutsch „Hitzekuppel“. Der DWD sieht das ganze aber differenzierter: Zwar gebe es durchaus Gemeinsamkeiten der aktuellen Wetterlage in Südeuropa mit einem „Heat Dome“. Dennoch fehle es an einem ausgedehnten, blockierenden Hochdruckgebiet, das die heiße Luft einschließt und weiter absinken lässt.
Wie entsteht ein „Heat Dome“?
Ein „Heat Dome“ entsteht, wenn sich ein Hochdruckgebiet über eine Region festsetzt und die Hitze darunter gefangen hält. Dieses Wetter-Phänomen verhindert, dass kühlere Luft eindringen kann, und die Temperaturen steigen kontinuierlich an. Die Hitze bleibt wie unter einer Kuppel gefangen und kann mehrere Tage oder sogar Wochen anhalten. Dadurch kommt es zu extrem hohen Temperaturen und häufig auch zu Hitzewellen.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD)
Extreme Hitze in Urlaubsländern: Hochdruckgebiet könnte für „Heat Dome“ sorgen
Laut DWD könne sich auf der Iberischen Halbinsel möglicherweise aber noch ein „Heat Dome“ bilden. Grund dafür ist ein vorhergesagtes Hochdruckgebiet, das ebenso in der Türkei für extreme Hitze sorgt. So oder so sollten die hohen Temperaturen nicht unterschätzt werden, denn laut Stressforscherin Claudia Traunmüller bedeuten diese Stress für den Körper. „Den Leuten ist nicht klar, was sie im Urlaub erwartet“, meint die Expertin gegenüber dem Newsportal heute.at.
Schon im Juni sah das Fachmagazin New Scientist auf Basis einer naturwissenschaftlichen Analyse eine problematische Hitzewelle voraus. Grund dafür ist die sinkende Luftverschmutzung und die daraus resultierende intensivere Sonneneinstrahlung. (cln)
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