VonNatascha Bergerschließen
El Niño sorgte im vergangenen Jahr für Wetter-Rekorde. Die Weltorganisation für Meteorologie prognostiziert nun: Die Folgen des Wetterphänomens werden wir noch länger zu spüren bekommen.
Genf – Das natürliche Wetterphänomen El Niño ist auf weiten Teilen der Erde spürbar. In südamerikanischen Ländern wie Kolumbien oder Peru sorgt das Wettereignis für Verwüstung, auch an dem milden deutschen Winter und den Rekord-Temperaturen im Februar ist El Niño laut Wetter-Experten nicht unbeteiligt. Obwohl der seit Juni 2023 aktive El Niño im Dezember seinen Höhepunkt erreicht haben dürfte, erklärt die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) jetzt: Die Folgen des Phänomens werden noch bis Mai zu erkennen sein.
Bringen El Niño und Klimawandel ein noch heißeres 2024?
Angaben der Welt-Wetter-Organisation zufolge, war 2023 bereits das heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Obwohl der Klimawandel laut WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo einen großen Teil dazu beigetragen habe, sei auch das alle zwei bis sieben Jahre auftretende Wetterphänomen mitverantwortlich. Da der wärmende Effekt von El Niño jedoch meist erst im zweiten Jahr seines Auftretens am stärksten zu spüren ist, gehen die Meteorologen von einem noch heißerem 2024 aus.
Prognose von Wetter-Experten: Folgen von El Niño trotz Abschwächung noch bis Mai spürbar
Forscher prognostizierten bereits zu Beginn des Wetterphänomens, dass 2024 zu einem Rekordjahr in der Wetteraufzeichnung werden könnte: El Niño und der Klimawandel im Zusammenspiel könnten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einem neuen Rekord für die globale Temperatur 2024 führen. Bei einer Durchschnittstemperatur von rund 7,1 Grad im Februar wurde bereits der erste Rekord geknackt. Der vergangene Februar war der wärmste seit 140 Jahren und einer der wärmsten, seit der Wetteraufzeichnung. Einer neuen Prognose der WMO zufolge, soll El Niño noch bis Mai für Rekordhitze sorgen. Auf „fast allen Landflächen“ werde mit „überdurchschnittlichen Temperaturen“ gerechnet.
Extremwetter durch El Niño und La Niña – So entstehen die Klimaphänomene
Das Klimaphänomen El Niño entsteht im Pazifikraum zwischen der Westküste Südamerikas und der Ostküste Asien. El Niño tritt meist im Abstand von etwa zwei bis sieben Jahren auf und hält typischerweise neun bis zwölf Monate an. Durch Änderungen der Luft- und Meeresströmungen werden kältere Wassermassen von wärmeren verdrängt, was zu einer Erwärmung des Oberflächenwassers und der Atmosphäre führt. Die Folgen des berüchtigten Wetterphänomens: Hitze, Trockenheit und Überschwemmungen. Der jetzige El Niño gehört laut den Experten der UN zu den fünf stärksten, die seit mehreren Jahrzehnten verzeichnet wurden.
Folgt auf El Niño sein Gegenstück La Niña? Das sei laut den Wetter-Experten zufolge noch unklar. Laut der WMO besteht aber eine hohe Wahrscheinlichkeit, „dass von April bis Juni neutrale Bedingungen herrschen“. La Niña ist ebenfalls ein Wetterphänomen, das aber im Gegensatz zu El Niño für eine überdurchschnittliche Abkühlung im Ostpazifik führt. Nach Europa bringt La Nina in der Regel eher niedrige Temperaturen. Beide Phänomene treten häufig nacheinander auf. (nbe/dpa)
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