Mallorca kämpft gegen Sauf-Tourismus – neue Alkohol-Regeln am Ballermann geplant
VonRobin Dittrich
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Alina Schröder
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Die Ballermann-Saison auf Mallorca zieht jedes Jahr Scharen von Partytouristen an. Der Tourismusminister ist über den teils exzessiven Alkoholkonsum verärgert.
Palma – Von Frühjahr bis Herbst ist die Feiermeile auf Mallorca prall gefüllt – denn im April startet die alljährliche Ballermann-Saison in El Arenal. „Sauf-Tourismus“ wird der Zustrom auf Schinkenstraße und Co. auch genannt, denn an Alkohol mangelt es dort sicher nicht. Mallorcas Tourismusminister Jaume Bauzà will aber nicht länger tatenlos zusehen. Und plant einige neue Regeln auf der spanischen Insel.
Start der Feier-Saison auf Mallorca – Einschränkungen beim Alkoholkonsum geplant
Die Szenen, in denen Menschen unter starkem Alkoholeinfluss den Ballermann unsicher machen, sind vielen wohl bekannt. Bauzà, der seit 2023 im Amt ist, strebt an, das Trink-Image der besonders bei Deutschen beliebten Insel zu verändern. Schon bei seinem Amtsantritt versprach der Minister, er wolle „das Beste der bereits bestehenden Regelungen beibehalten und aus den Erfahrungen der Vergangenheit lernen“. Darüber berichtet die Mallorca Zeitung.
Zum Schutz des Tourismus auf Mallorca beabsichtigt er, strenge Maßnahmen zu ergreifen. Insbesondere das „unzivilisierte Verhalten“ vieler Touristen sei ihm ein Dorn im Auge. Jedoch wurde das „erste Arbeitspapier für die Anpassung des Anti-Sauftourismus-Gesetzes von der Branche zurückgewiesen“. Doch Bauzà wolle nicht einfach aufgeben: Nach einem Treffen mit Vertretern der lokalen Etablissements erklärte der Tourismusminister, dass weitere strengere Regelungen geprüft werden sollen. Um die Folgen des Partytourismus zu stoppen, erließ der Bürgermeister von Palma de Mallorca erst knallharte Regeln. Auch wurden die Bußgelder deutlich erhöht.
Die Pläne von Tourismusminister Jaume Bauzà für Mallorca
Um andere Urlauber nicht zu vergraulen, plant Bauzà unter anderem ein Alkoholverbot im Freien. Andere spanische Städte wie Barcelona und Madrid haben bereits ähnliche Maßnahmen ergriffen. Auch strengere Kontrollen und ein Verkaufsverbot von Alkohol in der Nacht sind auf der spanischen Insel geplant. Die Vertreter von Restaurants, Bars und anderen Einrichtungen sind mit den geplanten Änderungen laut Mallorca Zeitung alles andere als zufrieden. Sie befürchten demnach, dass die Touristen möglicherweise abgeschreckt werden könnten und somit Einnahmen verloren gehen.
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Ein generelles Alkoholverbot im Freien hielten sie zudem für nicht durchsetzbar. Darüber hinaus würde das nächtliche Schließen von Geschäften, die Alkohol verkaufen, diese erheblich schädigen. Tourismusminister Bauzà will nun prüfen, wie die Kritikpunkte der Branche berücksichtigt werden könnten. Laut der mallorquinischen Zeitung könnten hingegen Geschäfte, deren Angebot fast ausschließlich aus alkoholischen Getränken besteht, nachts geschlossen werden. (rd)