Jagdverhalten von Orcas

Berichte von seltenen Aufnahmen: Orca tötet Weißen Hai – in nur zwei Minuten

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Orcas jagen Weiße Haie, das ist bekannt. Dass sie den Kampf mit den Haien auch alleine aufnehmen, haben Forschende nun erstmals beschrieben.

Kapstadt – Orcas gelten als enorm intelligente und berüchtigte Jäger. Diese Qualität stellen sie vor allem in der Gruppe unter Beweis, denn in solcher jagen Orcas ihre Beute vorwiegend. Dabei schrecken sie auch nicht vor dem gefürchtetsten Raubtier der Weltmeere, dem weißen Hai, zurück.

Im August vergangenen Jahres haben Meeresforscher vor der Küste Südafrikas allerdings eine erstaunliche Beobachtung gemacht, die den bisherigen Forschungsstand verändert: Dort hatte ein Orca ganz alleine den Kampf mit einem Weißen Hai gesucht. Und ihn nach nur zwei Minuten für sich entschieden, in dem es den Weißen Hai tötete, wie die Wissenschaftler nun im African Journal of Marine Science berichten. Der Studie zufolge ist es den Forschenden damit das erste Mal Fall überhaupt gelungen, einen Orca bei einem solchen Jagdverhalten zu beobachten.

Orcas nutzen virtuose Jagdtechniken – dass sie Weiße Haie alleine jagen, ist eine neue Erkenntnis

Nach dem bisherigen Forschungsstand gingen Wissenschaftler davon aus, dass Orcas lediglich kleinere Beutetiere wie Robben oder Seelöwen alleine jagen und sich größeren Feinden wie dem weißen Hai nur in Gruppen nähern. National Geographic zufolge ist es Forschern gelungen, Orcas bereits bei vielen verschiedenen Jagdtechniken zu beobachten. Dazu gehören unter anderem eine Technik, bei der die Orcas Beutetiere, die sich auf Eisschollen befinden, von diesen hinunter ins Meer spülen, indem sie mit ihren Flossen Wellen erzeugen. Im Wasser sind Tiere wie Robben dann schutzlos und eine leichte Beute für die gewieften Orcas.

Eine andere Jagdstrategie der Orcas ist das sogenannte Stranden. Hierbei schwimmen sie samt Kraft der Wellen schnell Richtung Küste und treiben ihre Beute, in der Regel junge Seelöwen, ans Ufer. Dabei erlegen die Orcas ihre Beute mit einem Überraschungseffekt, indem sie die Seelöwen dort erlegen, wo sie sich bereits in Sicherheit wägen: am Strand. Dieses Unterfangen ist hochriskant, denn die Orcas müssen nach dem Stranden mitsamt Beute zurück ins Wasser, da sie sonst am Strand verenden würden. Beobachtet wurde diese Art der Jagd bislang nur auf den Crozet-Inseln in Patagonien. Neben Weißen Haien sind bereits auch Segelboote schon öfters Ziel von Orca-Angriffen geworden. So etwa Mitte August 2023 vor der Küste Portugals

Tierisch gut: Diese zehn Tierfilme sind ein Muss für jeden Tierliebhaber

Filmplakat
„Free Willy – Ruf der Freiheit“ – Der Tierfilm aus dem Jahr 1993 ist ein Muss für alle Tierfreunde. Es geht um die Freundschaft zwischen einem Jungen namens Jesse und dem Orca Willy. Wie Jesse das Leben des gefangenen Schwertwals rettet, sehen Sie im Film. Mit „Free Willy – Ruf der Freiheit“ von 1995 und „Free Willy 3 – Die Rettung“ aus dem Jahr 1997 fand die bewegende Geschichte ihren Abschluss. © Everett Collection/Imago
Robert Redford kniet vor einem Pferd und streichelt es am Kopf.
„Der Pferdeflüsterer“ – Der Film aus dem Jahr 1998 nach dem gleichnamigen Roman handelt von der dreizehnjährige Grace MacLean (die junge Scarlett Johansson) und ihrem Pferd Pilgrim. Die beiden sind nach einem schweren Unfall traumatisiert, doch Graces Mutter sucht bei dem Pferdeflüsterer Tom Booker (Robert Redford) Hilfe. Das Drama ist zugleich eine berührende Liebesgeschichte und gilt auch heute noch als einer der schönsten Tierfilme überhaupt. © Everett Collection/Imago
Filmplakat
„Der Fuchs und das Mädchen“ ist ein berührender Kinofilm für Kinder aus dem Jahr 2007. Er erzählt von der innigen Freundschaft zwischen Lila und einer Füchsin. Die Zuschauer begleiten das Mädchen auf seiner Suche nach der Füchsin und auf den gemeinsamen Abenteuern. © United Archives/Imago
Szene aus dem Film
„Der König der Löwen“ (1994) ist einer der bekanntesten Zeichentrickfilme überhaupt. Die Handlung wurde unter anderem als Musical adaptiert und dreht sich um den Löwenjungen Simba, der seinen Platz im Leben finden muss. Es gibt zwei Fortsetzungen: „Der König der Löwen 2 – Simbas Königreich“ (1998) und „Der König der Löwen 3 – Hakuna Matata“ (2004) sowie eine animierte Neuverfilmung aus dem Jahr 2019.  © United Archives/Imago
Eine Briefmarke mit Dschungelbuch-Aufdruck.
„Das Dschungelbuch“ aus dem Jahr 1967 ist ebenfalls ein Walt-Disney-Klassiker. Die Abenteuer rund um das Findelkind Mogli wurden 2003 von der Bundeszentrale für politische Bildung in den Filmkanon für die Arbeit an Schulen aufgenommen. © YAY Images/Imago
Filmplakat
„Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft“ – Der Film aus dem Jahr 2009 beruht auf einer wahren Begebenheit. Es geht um die innige Beziehung zwischen dem japanischen Akita-Hund Hachiko und seinem Herrchen, einem Universitätsprofessor namens Parker Wilson, gespielt von Hollywoodstar Richard Gere. So viel sei bereits verraten: Bei diesem Familienfilm bleibt ganz bestimmt kein Auge trocken. © Everett Collection/Imago
Hundebesitzer
„Marley & Ich“ – In der Tragikomödie aus dem Jahr 2009 mit den beiden Hollywoodstars Jennifer Aniston und Owen Wilson geht es um eine Familie, die sich den etwas chaotischen Labrador Marley ins Haus holt – und mit ihm eine ordentliche Portion Chaos, aber noch viel mehr Liebe. Wer bei diesem Film nicht weint, muss ein Herz aus Stein haben. © picture-alliance/ dpa | 20th Century Fox
Filmplakat
Die beiden Filme „Ein Schweinchen namens Babe“ aus dem Jahr 1995 und sein Nachfolger „Schweinchen Babe in der großen Stadt“ aus dem Jahr 1998 beruhen auf dem Kinderbuch „Schwein gehabt, Knirps!“ In den beliebten Familienkomödien geht es um das niedliche Waisenferkel namens Babe, das anfangs auf der Farm des Schafzüchters Hoggett und seiner Frau gelandet war und ein besonders Händchen – Verzeihung, Pfötchen – für Schafe hat. © picture-alliance / dpa
Filmplakat
„101 Dalmatiner“ – Egal in welcher Ausführung, ob als Spielfilm oder als Zeichentrickfilm, gehört „101 Dalmatiner“ für viele zu den beliebtesten Tierfilmen aller Zeiten. Wie die rührende Geschichte rund um die Modedesignerin Anita, den Videospiele-Entwickler Roger Dearly und ihre verliebten Dalmatiner Pingo und Perdi ausgeht und welche Rolle die berühmte Cruella De Vil dabei spielt, erfahren Sie im Film. © Everett Collection/Imago
Altes Filmplakat.
„Bambi“ aus dem Jahr 1942 darf in der Aufzählung der schönsten Tierfilme natürlich nicht fehlen. Für viele Erwachsene ist der Kinderfilm noch heute eine kostbare Erinnerung an ihre jungen Jahre. Mit welchen Freuden und schmerzhaften Erfahrungen Bambi in seinem Leben zurechtkommen muss, erfahren Sie im Film. © Cinema Publishers Collection/Imago

Orcas töten Weiße Haie durch Herausreißen der Leber

Machen die Orcas dagegen Jagd auf Weiße Haie, spüren sie gezielt die Leber der Tiere auf. Wie in vielen weiteren bekannten Fällen tötete auch der allein jagende Schwertwal vor der südafrikanischen Küste den jungen und nur 2,5 Meter langen Weißen Hais dadurch, dass er ihm die Leber herausriss.

Auffällig war hierbei wie auch bei vorherigen Beobachtungen, dass Orcas die Weißen Haie nicht vorher töten, sondern alleinig durch das Herausreißen des Organs. Wie es den Orcas gelingt, die Leber im Körper ihrer Opfer zu lokalisieren, ist aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht endgültig geklärt. Allerdings ist denkbar, dass sie dafür ihre Echoortung nutzen.

Experte betont: Orca-Jagd auf Weiße Haie wirkt sich auf dessen Populationsbestand aus

Unter den Forschenden, die den alleine jagenden Orca beim Töten des Weißen Hais vor der Küste Südafrikas im August 2023 beobachteten, war auch Primo Micarelli vom Zentrum für Haistudien von der Universität Siena: „In zwei Jahrzehnten jährlicher Besuche in Südafrika habe ich beobachtet, welch tiefgreifende Auswirkungen diese Killerwale auf die lokale Population der Weißen Haie haben“, erklärt Micarelli gegenüber dem Wissenschaftsmagazin Geo.

Ein Orca vor der Küste Südafrikas

Dem Forscher zufolge wurde in selber Region schon zuvor ein weiterer Weißer Hai getötet. Der Kadaver des 3,55 Meter langen Weißen Hais wurde später an den Strand gespült.

Population von Weißen Haien könnte künftig aufgrund vermehrter Angriffe durch Orcas bedroht sein

Dass Orcas derartig häufig Weiße Haie töten, sorgt bei Micarelli neben Staunen auch für einige Sorgen: „Trotz meiner Bewunderung für diese Raubtiere mache ich mir zunehmend Sorgen um das ökologische Gleichgewicht in den Küstengewässern“, sagt der Forscher gegenüber Geo.

Als Endkonsument in der Nahrungskette nehmen Weiße Haie Micarelli zufolge eine wichtige Rolle im Nahrungsnetz der Weltmeere ein. Fehlen sie, kann ein fein austariertes Gleichgewicht zwischen Jägern und Beutetieren ins Wanken geraten. Immer gibt es neue Erkenntnisse über Wale, so filmten Forscher kürzlich erstmals ein gleichgeschlechtliches Wal-Paar. (fh)

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